Cheyenne Tunika

23:59 Mein gewisses Etwas 17 Comments

Mir fehlen heute zu diesem besonderen Post, das erste Mal überhaupt, einfach die Worte. Ich weiß nicht, wie ich beschreiben soll, was diese Tunika für mich bedeutet. Ich finde keine Worte, die meine Empfindungen treffen. Ich kann nur sagen:

Die Tunika ist ich. Ich bin bin die Tunika.



Die Länge. Die Form. Die Ausschnitttiefe. Die Details. Das Gesamtbild. Ich habe noch kein Kleidungsstück getragen, geschweige denn genäht, was mich so perfekt interpretiert, wie diese Tunika.

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Lara von 1000Stoff hat einen wundervollen leichten Denim für mich ausgewählt. Er fällt ein wenig schwerer und gibt der Tunika dadurch einen herrlichen Stand. Lässig und doch schick. So, wie ich es am liebsten mag.


Cheyenne ist mein eigener kleiner Höhepunkt der letzten 7 Nähjahre. Nicht nur nähtechnisch, sondern vor allem aufgrund des Stils. Ich bin so glücklich, nun endlich zu mir gefunden zu haben.


Diese Tunika schubst mich quasi auf mein nächstes Level. Weg von schnell-schnell hin zu einer neuen Achtsamkeit und dem sicheren Gefühl, angekommen zu sein.


Angekommen bei mir. Angekommen in dem Bewusstsein: Ich bin ich. Nicht perfekt und nicht "everybodys darling" dafür zu jederzeit authentisch und ehrlich.


Ich kann nur immer und immer wieder betonen, wagt Euch an Schnitte, die auf den ersten Blick zu kompliziert erscheinen. Mit einer durchdachten und gut bebilderten Anleitung, wie hier bei Cheyenne, kann wirklich nichts schief gehen. In Englisch wäre es wahrscheinlich auch eine Herausforderung geworden, aber mit der deutschen Übersetzung im Nähconnection-Shop ist auch dieser Stolperstein aus der Welt geschafft.

Vor ein paar Tagen war ich im Stoffhandel in Arnstadt und habe gleich 3 weitere Blusenstoffen mitgenommen. Zusätzlich habe ich bei Lara einen ganz wundervollen Flanell gekauft.


Den werde ich gleich als nächstes in eine Cheyenne verwandeln.

Wie wäre es mit einen lockeren Mama-Kind-Kombination mit Laramie und Cheyenne? Im Nähconnection-Shop gilt weiterhin: Beim Kauf von 2 oder mehr Hemdenschnitten gibt es automatisch 20% Rabatt im Warenkorb.

Liebe Annika, ich danke Dir für diesen Schubser. Ohne Dich wäre ich nie im Leben darauf gekommen mir eine Tunika mit Knopfleiste und echten Knöpfen zu nähen, die dann auch noch zu einem solchen Lieblingsteil wird. DANKE!

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Hemdblusenkleid Laramie

08:24 Mein gewisses Etwas 7 Comments

Manchmal muss ich schon so ein bisschen über mich schmunzeln. Was habe ich nicht alles ausgeschlossen, als ich anfing zu nähen. Möglichst einfach sollte es damals sein und vor allem: schnell gehen. Bloß nicht zu aufwändig und langwierig. Der greifbare Erfolg stand im Vordergrund.

Mit der Erfahrung (und vor allem mit 1,5 Jahren Akkordnähen fürs kleine Label) kam die schnelle Genauigkeit. Und auch ein allgemeines Verständnis für das Nähen von Kleidung.  Durch die zahlreichen, wunderbar detaillierten ebooks und Nähvideos hab ich viel gelernt, auf das ich bei neuen Projekten zurückgreifen kann.

Plötzlich stand da über die Nähconnection Botschafter ein Schnitt für eine Bluse für Mädchen im Raum. Etwas, was ich noch letztes Jahr dankend abgelehnt hätte. Dieses Jahr aber stellte ich mich der Herausforderung.

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Was soll ich sagen? Ich bin überglücklich, dass ich es gewagt habe! Das Hemdblusenkleid steht dem großen Mädchen fantastisch. Das ist genau ihr Stil. Lässig und schick. Wie die Mama.


Bei der Größenwahl war ich etwas skeptisch. Wir hatten eine ähnliche Kaufbluse hier, die ich zum Vergleich dazu nahm. Mein großer 7,5jährer Hüpfer ist sehr schmal und lang. Und als ich die Kaufbluse auf den Schnitt legte, war schnell klar, dass die Größe für 8 Jahre viiiiel zu weit werden würde. Auch bei Größe 6 Jahre ist noch einiges an Luft, aber ich denke, da wächst sie über das nächste Jahr schön rein. Deswegen habe ich ich auch für einen schönen dünnen Chambray und 3/4 Ärmel entschieden. Damit kann sie das Kleid schön kombiniert das ganze Jahr über tragen.


Und so wie es scheint, wird sie das auch tun. Nach 3 Tagen hintereinander habe ich heute die Chance genutzt und das Kleid schnell in die Wäsche gesteckt. Natürlich unter Protest der Tochter.

Ich freue mich aber sehr, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Sie fühlt sich wohl und ich bin stolz, dass ich mal etwas anderes als Jerseyshirts oder Checkerhosen genäht habe.


Mit diesem Beitrag beteilige ich mich liebend gern an Annikas Hemdenwoche. In den Nähconnection Shop sind vier neue Hemdenschnitte für Kind, Frau und Mann eingezogen. Beim Kauf von 2 oder mehr Hemdchnitten gibt es bis zum 6.12.2016 automatisch 20% Rabatt im Warenkorb.

Das Hemdblusenkleid ist nach dem Schnitt Laramie entstanden. Im Schnitt sind 4 Varianten enthalten, die man sich nach Lust und Laune gestalten kann.


Morgen zeige ich Euch dann mein "Hemd".

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Weihnachtsmann Tour - Endlich wird der Mann des Hauses benäht

05:54 Mein gewisses Etwas 16 Comments

Männer haben es nicht leicht, wusstet Ihr das?
Meiner hat es ganz besonders schwer. Wir kennen nämlich genau drei Paare, bei denen die Frau näht. Und tatsächlich haben genau diese drei Männer schon ziemlich zu Beginn der aktiven Nähzeit ihrer Frauen, etwas genäht bekommen. Erst ließ das meinen Mann völlig kalt. Dann entwickelten sich kleine ironische Witze wischen den Männern, die dazu führten, dass er vor einem Jahr aktiv den Wunsch äußerte von mir benäht zu werden. Öhm ja, vor einem Jahr.

Aber gut Ding will Weile haben. Oder naja, ganz ehrlich, ich hatte einfach zu viele Pläne für mich und wenig Lust, nun auch noch Schnittmuster für den Mann rauszusuchen. Wir beide sind eher an den Konfektionsgrößen vorbei gewachsen. Mir war also klar, wenn ich etwas für ihn nähe, dann muss ich den Schnitt anpassen. Und ja, das hielt mich tatsächlich ein wenig ab.

Vor ein paar Wochenen tauchte dann das Thema bei meinen Lieblingsbloggern auf. Da gab es eine ominöse Weihnachtsmann-Tour, die mein Interesse geweckt hatte. 17 Bloggerinnen haben sich, gesponsort vom Stoffbüro, auf den Weg gemacht, ihren Mann mit etwas Selbstgenähtem glücklich zu machen. Die Chance für meinen Mann, nun endlich von mir benäht zu werden.

Und wenn ich schon damit anfange, dann richtig. Hoodies hat der Mann genug. Shirts auch. Es fehlt an Poloshirts, die er sehr gern trägt, die aber gerade nicht in und deswegen nicht so oft zu finden sind. Na klar, dann näh ich halt mal nebenbei ein Poloshirt. Ist ja nur ne Knopfleiste, die schön mittig und auffällig, also ganz akkurat, genäht werden will.

Die Suche nach einem geeigneten Schnitt war eher ernüchternd. Ich fand genau einen Schnitt. Wahnsinn, oder? Für Frauen und Kinder gibt es jedes Kleidungsstück in x verschiedenen Varianten und für Männer soll es genau einen Schnitt für ein Poloshirt geben? Klingt merkwürdig, ist aber so!
(Anmerkung: mittlerweile gibt es noch einen Schnitt von der Ostseepiratin, den ich Euch noch vor Weihnachten vorstellen werde.)

Ich nahm Kontakt mit Sabine vom dawanda-Shop einfach-anziehend auf und erzählte Ihr von dieser Männertour. Sie war gleich ganz begeistertet und stellte mir ihren Polo-Schnitt Phillippe zur Verfügung.

Entstanden sind zwei ganz wunderbare Polos, die so unglaublich perfekt zum Stil des Mannes passen, dass ich selbst manchmal ganz verwundert bin, was da mittlerweile so alles unter meiner Nähmaschine hervor kommt.


Die Knopfleiste und die Knopflöcher (!!!) waren natürlich eine große Herausforderung für mich. Beides sind eher so meine Angstgegner. Da gibt es auch definitiv noch Verbesserungsbedarf, aber für meinen ersten Versuch bin ich echt überglücklich. Auf den ersten Blick sieht man tatsächlich keine Fehler. Das liegt aber vor allem daran, dass sich Sabine die Mühe gemacht hat, zu Phillippe Nähtutorials in Videoform zur Verfügung zu stellen. Damit kann wirklich nichts mehr schief gehen!

Vor dem Nähen habe ich den Mann dann erst einmal komplett vermessen. Mit seinen Maßen, die ich jetzt nicht ungeheuer groß finde, musste ich bei Phillippe schon die größte Größe nehmen. Und selbst da war er ein bisschen drüber. Zur Sicherheit habe ich mir ein sehr gut passendes Kauf-Poloshirt genommen und den kompletten Schnitt damit abgeglichen.

So habe ich z.B. am Armausschnitt gut 1cm weggenommen, da ich die Schulterbreite schon ziemlich breit fand. Und auch jetzt denke ich, es könnte noch ein bisschen was weg. Obwohl man bei Polos ber immer aufpassen muss, da sich durch die Öffnung der Knopfleiste alles ein wenig verzieht.

Bei diesem Modell habe ich zum wunderschönen Nosh-Stoff ein einfaches graues Bündchen für die Details verwendet. Ich hatte ein bisschen Bammel, dass der Kragen damit zu steif wird. Ich finde ihn aber genau richtig.


Naja .. das mit den Streifen hat dann wohl nicht so gut geklappt, aber irgendwas muss bei mir 80% Mensch immer sein. Dafür passt aber das Polo in der Länge perfekt. Das hat man oft nur, wenn man selbst näht. Genauso wie nicht aufeinander treffende Streifen in der Seitennaht ..


Von Catrin habe ich die Streifenliebe in blau/türkis zur Verfügung gestellt bekommen. Das sind genau die Farben meines Mannes. Das Türkis leuchtet so wundervoll in Kombination mit dem Blau.

Die Knopfleiste habe ich aus dem Uni-Jersey passend zur Streifenliebe zugeschnitten. Da ist es wirklich ein Segen, wenn man auf so eine tolle Stoffkollektion zurückgreifen kann. Während ich bei dem Nosh-Polo bei der Stoffwahl ein wenig angespannt war, könnte ich hier darauf vertrauen, dass das Blau perfekt passen würde.

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Auch, wenn ich sonst eher schlichter unterwegs bin, bot es sich einfach an, kleine türkisfarbene Hemndenknöpfe zu nehmen. Und dazu ein wundervoll männliches und stylishes Größenetikett aus der Feder von Änni.


Ich kann Euch den Schnitt wirklich nur empfehlen. Zusammen mit den Nähvideos kann sich wirklich jede ein perfektes Polo nähen. Da bin ich mir sicher. Deswegen freue ich mich auch sehr, dass Sabine (auch bei Facebook unter Stoff und Nähecke zu finden) einen Philippe in ebook-Form in unseren großen Lostopf geworfen hat. Am Ende des Posts könnt Ihr über den Rafflecopter am Gewinnspiel teilnehmen.

Die Stoffe aus dem Stoffbüro sind wieder in wahrer Traum. Von Nosh habe ich mich ja schon überzeugen lassen. Nun weiß ich aber auch, wie wunderschön Catrins Eigenpoduktion in Zusammenarbeit mit Albstoffe ist. So eine tolle Stoffqualität hält man nicht oft in den Händen.

:: stoffbüro :: Bio Jersey "Streifenliebe" marine/petrol
NOSH :: Jersey Streifen blau/hellgrau

Ich liebe diese Männertour sehr. Es hat sich wirklich gelohnt, sich auch den Männerschnitten einmal anzunähern. Schaut deswegen auch unbedingt bei den anderen Tourteilnehmerinnen vorbei. Es wurden tolle Schnitte mit den wunderschönen Stoffen aus dem Stoffbüro vernäht und wunderschöne Bilder gemacht.


WEIHNACHTSMANN-TOURDATEN
Montag, 28. November:
Dienstag, 29. November: 
Mittwoch, 30. November: 
Donnerstag, 1. Dezember: 
Freitag, 2. Dezember: 

Über den Rafflecopter könnt Ihr sehen, welche Schnitte im Lostopf liegen und am Gewinnspiel teilnehmen.

a Rafflecopter giveaway

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Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Änni von ÄnniSews erzählt

12:37 Mein gewisses Etwas 5 Comments


Hallo Ihr Lieben!
Puh, schon wieder Mittagszeit? Ich bin voll im Hemdennähfieber und habe darüber ganz vergessen, die heutige Sonntagsrunde einzuläuten .. Ohje.

Dabei freue ich mich so, dass Änni von ÄnniSews heute bei mir zu Gast ist. Denn mal Hand aufs Herz, wer kennt sie nicht? Ich glaube, jedem ist Änni schon einmal virtuell und vielleicht auch real über den Weg gelaufen. Mir ist sie besonders durch ihren (schwarzen) Humor aufgefallen. Ännis Beiträge und Kommentare sind ganz mit einem Augenzwinkern geschrieben. Das mag ich sehr. Und auch in Echt hatte ich das Gefühl, wir hätten uns noch ewig Sprüche um die Ohren hauen können. Schade, dass wir uns in Ulm letztes Wochenende nicht sehen konnten. Ich hatte mich sehr drauf gefreut.

Nun aber herzlichen Dank, liebe Änni, für den Blick hinte die Kulissen Deines Blogs und Deine lieben Worte zu meinem Blog. Bei mir wusste übrigens auch privat lange niemand, dass ich einen Blog schreibe. Irgendwie waren das zwei getrennte Welten. Nun hat es sich langsam vermischt und immer noch ist es ein merkwürdiges Gefühl, wenn mich jemand nicht ganz so nahes, darauf anspricht. Aber Du hast recht, eigentlich sollte man viel öfter damit angeben!

1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen?

Hallo und dankeschön für die nette Einladung zur Sonntagsrunde! Ich bin Änni, 35 Jahre alt und Mutter eines einjährigen Sohnes. Neben Kind und Näh-Hobby wird mir als selbstständige Grafik Designerin auch sonst nicht langweilig. Wenn doch, mache ich Sport – von Joggen über Fitness ist alles dabei – oder lese ein Buch. Wobei letzteres gerade eindeutig zu kurz kommt.



2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht? 

Zum Nähen bin ich nicht über den Gedanken „Ich möchte unbedingt XY haben“ gekommen, sondern tatsächlich über die Freude am „Werkeln“ – ich hatte einfach Lust Dinge zu schaffen und gleichzeitig sah ich bei Dawanda und Co Täschchen und Kleinkram bei dem ich sofort „kann ich doch auch" dachte. Konnte ich zwar erstmal nicht, aber der Ehrgeiz war da und die Nähmaschine, ein uraltes Modell von meiner Mutter, ebenfalls. Der Blog kam zu dem Zeitpunkt ins Spiel, als ich Austausch wollte den mir mein Umfeld nicht bieten konnte. Familie und Freunde applaudierten eben beim fünften Shirt nicht mehr so euphorisch wie ich mir das vorgestellt hatte und ich bekam das Gefühl, dass ich mehr Anerkennung verdient hätte ;-) Gleichzeitig war ich schon länger stille Leserin einiger Blogs und da lag der Plan nahe, nicht nur heimlich bei den anderen mitzulesen sondern eben auch selbst ein Teil der Nähblogger-Welt zu werden.

3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

Das Bloggen bedeutet für mich Austausch mit Gleichgesinnten. In meiner Gegend gibt es kein Nähkaffee oder Ähnliches und alle meine nähenden Freunde habe ich erst über das Bloggen kennengelernt. Jeder Blogpost ist ein bisschen so wie eine Verabredung mit ihnen. Natürlich werden diese Dates mittlerweile auch von schnellen Instagram-Dates (Speeddating!) unterstützt, allerdings nicht ersetzt. Ein weiterer Punkt ist, dass das Bloggen mir auch Kontakte mit Stoffherstellern, Schnittmustererstellern und anderen beschert hat. Hätte ich nur im stillen Kämmerlein vor mich hin genäht, wären all diese Kontakte nicht zustande bekommen. Ich nähe wahnsinnig gerne und es ist natürlich ein großes Glück neue Schnitte oder Stoffe geschickt zu bekommen um sie vorzustellen. Dabei geht es natürlich auch um Anerkennung. Jemand denkt, dass ich sein Produkt, sei es Schnitt oder Stoff gut präsentieren kann. Die ständig angesprochene Schattenseite „Aber wenn Dir Stoff/Schnitt gar nicht gefällt!?“ ist für mich kaum relevant. Schnitte die nicht zu mir passen lehne ich ab oder verändere sie so, dass sie meins werden. Jeder fortgeschrittene Näher passt seine Schnitte an, das ist also nichts besonderes. Stoffe die ich „privat“ nicht tragen würde sehe ich als Herausforderung. Welcher Schnitt passt zum Stoff, welcher schiebt ihn in eine ganz andere Richtung. Den klassischen Rosendruck sieht man auf den ersten Blick vielleicht eher in Muttis Wickeltop mit falblich passendem Bindeband und da wäre er bei mir völlig fehlplatziert. Wenn ich ihn aber sportlich in einem Sweater mit grau kombiniere ist er plötzlich meins. Das macht mir total Spaß! Ok, manchmal klappt es nicht, aber das ist dann eben so ;-) Aber auch das einfache Nähtagebuch trifft ein bisschen zu: Ich suche oft nach alten Posts um zu gucken ob ich etwas am Schnitt verändert habe oder wie er sitzt. Und wie bei einem richtigen Tagebuch, stoßt man auch beim Blogtagebuch hin und wieder auf Einträge, bei denen man schmunzeln muss. Wie stolz war ich auf mein erstes Jerseyshirt! Und wie schlimm sah das bitte aus...



4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen? Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt? 

Zeit zum Nähen hätte ich natürlich gerne mehr (wer nicht?), aber statt Fernsehen am Abend fügt es sich ganz gut in meinen Tagesablauf ein. Natürlich nimmt das Bloggen auch viel Zeit in Anspruch, ich versuche es aber ganz klar hinter dem Nähen anzustellen. Das Nähen ist mein Hobby, das Bloggen schon eher Mittel zum Zweck. Und wenn die Zeit knapp ist, gibt es eben mal keine ausufernden Geschichten sondern drei Sätze mit knallharten Fakten. Es gibt den Blog nicht weil ich unbedingt schreiben wollte, sondern weil ich Genähtes zeigen möchte und das darf man ruhig erkennen.

5. Was nähst Du alle selbst? Bist Du eher ein "Seflish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? 

Definitiv Selfish Sewer, wobei ich aber sehr gerne Reste verarbeite und deswegen doch viel Kinderkleidung entsteht. Habe ich aber die Wahl, ob ein Stoff für mich oder für jemand anderen vernäht wird, muss ich leider die Egotour fahren. Sorry ;-) Wobei ich auch immer etwas irritiert bin über Leute, die erzählen wie sehr es sie nervt, für andere zu nähen. Dann würde ich es definitiv nicht machen. Jedes Teil das ich nicht für mich genäht habe, habe ich mit Spaß und Freude genäht. Ich habe keine Tochter, möchte aber hin und wieder ein Kleid nähen. Man braucht nicht mehr als, äh, vier Patchworkdecken, ich hab aber zweimal im Jahr Lust eine zu nähen. Also nähe ich ganz egoistisch für andere Kleidchen und Decken. Weil ich Lust darauf habe. Den Fall, dass mir jemand Hosen zum kürzen vorbei bringt gab es so noch nicht. Könnte auch daran liegen, dass ich lange Zeit nicht unbedingt mit meinem Hobby hausieren gegangen bin und bis auf die Mütter die in den Genuss meiner Kleidchen kamen kaum jemand wusste dass ich nähe. Den Blog habe ich sogar einfach nie erwähnt, er war da einfach nicht relevant. Erst seit kurzem habe ich das Geheimes um mein zweites Internetleben gelüftet und gebe nun öffentlich damit an ;-)



6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? Vom Hobby zur Lebenseinstellung? 

Schwierige Frage. Klar ist, dass das alles schon mehr Platz in meinem Leben eingenommen hat, als ich vor ein paar Jahren dachte. Aber das ist prima so. Ich bin gerade an dem Punkt, wo sich das Hobby mit meinem Beruf vermischt. Als Designerin ist es ja schon naheliegend Stoffe zu designen und nun, da Catrin Hilfe bei ihren Stoffbüro Stoffen brauchte hat sich hier der Kreis geschlossen. Das ist eine tolle Sache und einen Stoff nach eigenem Design zu vernähen ist natürlich der Knaller. Nähen und auch Bloggen sind also sehr wichtig für mich.



7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Nein, macht es nicht. Wer überlegt einen Blog zu starten, dem würde ich folgendes sagen: Wenn es mehr ums Bloggen geht als ums Nähen, dann schreib lieber einen Fashion/Lifestyleblog. Einmal die Woche ein neu gekauftes Teil in die Kamera halten, fertig. Nähbloggen macht da schon etwas mehr Arbeit…. Spaß bei Seite, ich glaube das muss jeder aus dem Bauch heraus entscheiden. Facebookgruppen und Instagram sind ja mittlerweile für viele eine Alternative was den Austausch angeht. Alleine um den Punkt geht es also nicht mehr, zumal die Kommentarfunktion ja immer weniger genutzt wird – verständlich, wenn die Leser schon auf dem schnellen Weg bei Insta und Co kommentiert haben. Grundsätzlich sollte man aber einfach machen worauf man Lust hat. Ich hab drei Monate Spaß daran auf dem Blog ein genähtes Teil nach dem anderen rauszuhauen? Super! Irgendwann brauche ich mal eine Auszeit? Ja warum denn auch nicht!? Ich finde man darf das nicht so verbissen sehen und muss den Druck rausnehmen. Es ist ein Blog, der verkraftet es schon, wenn mal zwei Wochen nichts passiert. (Vielleicht ist das der Unterschied zur Facebookseite, die ja neuerdings auch als Blog zählt?) Ich finde es eher irritierend wenn Blogs an- und abgemeldet werden, ständig Drama ist und Leute alle paar Wochen verschwinden und wieder auftauchen – und jeden dieser Schritt groß ankündigen. So ein bisschen Ruhe schadet da nicht. Ich hab in meiner Leseliste übrigens tatsächlich noch Blogs auf denen seit Jahren nichts passiert ist. Irgendwann lösche ich die natürlich auch, aber ich spreche von Jahren, nicht von Tagen! Ich bin da eher eine treue Seele ;-)

Und nun ganz speziell auf Deinen Fall bezogen: Ich hoffe einfach, dass Du noch ganz lange dabei bleibst und der (wiedergefundene) Spaß an der Sache so schnell nicht verloren geht. Ich freue mich jedenfalls sehr Dich kennengelernt zu haben und auch schon bald wieder zu sehen und all das wäre ja ohne Blog nicht möglich gewesen… ach, ich wiederhole mich.

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Kleidung nähen - ohne Schnittmuster

05:58 Mein gewisses Etwas 11 Comments

Als mir Steffi von herzekleid Anfang diesen Jahres erzählte, dass sie an einem Buch arbeitet, freute ich mich riesig für sie. Ich mag ihren Stil so so so sehr und finde, sie ist eine wahre Künstlerin. Vieles näht sie einfach so, als ob nichts dabei wäre, obwohl das für mich schon eine große Herausforderung wäre. Dass sie nun von einem Verlag angesprochen wurde, ein Buch zu schreiben, war schon längst überfällig!

Ich war also sehr gespannt, welches Thema das Buch haben würde. Der Sommer verfolg und plötzlich wurde das Buch - Kleidung nähen ohne Schnittmuster - auch schon veröffentlicht. Der Verlag war so lieb, mir ein Exemplar zur Verfügung zu stellen.


Mein erster Gedanke war, dass das das perfekte Buch für meine Nähanfänge gewesen wäre. Jetzt da ich schon lange nähe, passte es nicht mehr zu meinen Nähprojekten. Ich war hin und her gerissen, setzte mich aber schon Steffi zuliebe mit dem Buch auseinander.

Und was soll ich sagen? Ich lag falsch! Dieses Buch ist für jedes Nählevel geeignet. Es gibt kein Ausschlusskriterium, warum es zu irgendeiner Hobbynäherin nicht passen sollte. Hat man gerade begonnen zu nähen, führt einen das Buch sehr übersichtlich an die einfache Schnittkonstruktion heran. Es gibt viele Modelle, die schnell genäht sind und schnelle Erfolgserlebnisse garantieren. Für alle Fortgeschrittenen gibt es nahtverdeckte Reißverschlüsse und Knopfleisten. Auch solche eher komplizierten Details sind sehr schön beschrieben und werden durch Detailbilder unterstützt.

Ich hatte sofort den Pullover ganz unten links im Kopf. Mit einem weich fallenden Strickstoff hätte der bestimmt ganz wundervoll ausgesehen. Leider verzögerte sich die Lieferung, so dass ich mir ein anderes Projekt suchte.


Die Strickjacke mit Schalkragen sollte es nun werden.
Zusammen mit Bleistift, großem Lineal und Winkelmesser konstruierte ich zuerst das Shit, welches der Jacke zugrunde liegt und passte diesen dann an soweit an, dass er zu einer Strickjacke wurde. Auch wenn im Buch alles auf Stoff gezeichnet wird, habe ich mir meine Arbeit auf Papier gesichert. So kann ich die Schnitte immer wieder verwenden.


Als die Jacke dann fertig war, hatte ich so gar keine Lust mehr auf den Schalkragen. Das ist ja das schöne im selbst konstruierten Schnitte. Man näht das, was einem gefällt. Und wenn der Schalkragen nicht sein soll, dann lässt man ihn eben weg.

An die Ärmel habe ich mir noch zusätzlich ein paar Bündchen gebastelt. Das mag ich vor allem im Herbst/Winter einfach lieber.

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Entstanden ist eine ganz wundervolle neue Strickjacke. Vor allem für Menschen, wie mich, die so gar nicht in Konfektionsgrößen passen und sich jedes Schnittmuster anpassen bzw. verlängern muss, ist das Buch eine gelungene Alternative. Da man einen Schnitt nach seinen Maßen konstruiert, gibt es am Ende keine Anpassungen. Der Schnitt wird ja quasi auf den Leib geschneidert.


Ich kann Euh das Buch nur wärmstens empfehlen. Probiert es einfach mal aus, auch wenn ihr vielleicht skeptisch seid, so wie ich. Ich finde man lernt eine Menge und wird definitiv nicht enttäuscht.

Sobald mein Stoff da ist, nähe ich mir gleich noch dan Pullover. Auf den bin ich schon ganz besonders gespannt.

Weitere Einblicke in das wundervolle Buch, findet ihr hier:

Herzekleid
:: stoffbüro ::
Firlefanz
Pedilu
FrauGold
JohysBunteWelt 

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Strickstoff über Stoffhandel Arnstadt
Buch über EMF zur Rezension zur Verfügung gestellt

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Häkeltasche mit Materialien von Stoff&Stil

07:16 Mein gewisses Etwas 9 Comments

Als ich vor ein paar Wochen den neuen Stoff&Stil Katalog durchblätterte, blieb ich sofort an dem Bild einer gehäkelten Umhängetasche hängen.

Grob gehäkelt.
Dickes Garn.
Tolles Muster
Lederriemen.
Hellgrau.
Perfekte Größe.

Meins!


Dann zögerte ich doch ein wenig. Ich hatte lange nicht gehäkelt und war mir nicht sicher, ob sich der Materialpreis von knapp 50€ tatsächlich lohnen würde. Was, wenn die Tasche ein totales Fiasko werden würde und die 50€ absolut verschwendet gewesen wären?

Bald stand jedoch wieder eine Familienfeier an. Mit dabei, meine Tante, die schon immer gestrickt und gehäkelt hat. Meine Chance, mit Ihr zumindest den Anfang zu besprechen und die ersten Maschen gemeinsam zu häkeln.

Mein Plan ging auf. Als der Anfang einmal gemacht war, war die Tasche ruckzuck fertig. Und fast war ich ein wenig traurig, dass es so schnell ging. Mit Häkelzeug abends auf der Couch vor dem Kamin zu sitzen, ist doch noch mal um Längen gemütlicher als im Nähzimmer weit weg vom Kamin. Ich denke, da wird noch die ein oder andere Häkel- oder Strickarbeit im Winter entstehen.


Bei den ersten kalten Tagen fiel mir dann auf, wie wunderbar mein erster gestrickter Schal und die Tasche zusammenpassen. Bzw. dass sie tatsächlich die gleiche Farbe haben. Damit passen beide perfekt zu meiner Winterjacke, die sich übrigens schon absolut bewiesen hat.


Innen habe ich die Tasche mit einem wundervollen Stoff der Eulenmeisterei gefüttert. Das filigrane Muster und das zarte Grau passen perfekt zu meiner Häkelarbeit außen.


Für die Henkel wollte ich erst ein Stück Leder von Stoff&Stil kaufen, musste dann aber, weil dieses ausverkauft war, umschwenken und landete bei Ulrike von LoNeJo, die ganz wundervolle Lederriemen in der Wunschlänge verkauft.


Ich bin schon sehr gespannt, wie lang die Tasche durchhalten wird. Mir graut ein bisschen davor, das sich ein Faden ziehen könnte, oder das sich bei der hellen Farbe bald doofe Flecken ansammeln. Aber bis dahin genieße ich sie sehr und trage sie tatsächlich jeden Tag. Ich hab extra darauf geachtet, dass ein A4 Umschlag in die Tasche passt. Das ist für mich ein Standardmaß für Taschen. Wenn das erfüllt ist, trage ich sie echt ständig.

Mit meinem grau-blauen Outfit hüpfe ich heut wieder rüber zum Me Made Mittwoch und freue mich schon auf all die anderen Mädels.

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Schnittmuster Häkeltasche: Stoff&Stil
Garn: Cotton Tube Mix von Stoff&Stil
Lederriemen über LoNeJo
Futterstoff von Cloud9 über Eulenmeisterei
Winterjacke Pepernoot Mantel: Post

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Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Lee von Lulus bunte Welt erzählt

10:56 Mein gewisses Etwas 12 Comments


Guten Morgen, Ihr Lieben!

Oft frage ich mich, warum mir all die angesagten Blogs meist so gar nicht zusagen. Ich finde keinen Draht zu den Bloggerinnen dahinter und kann mit all den hippen Sachen nichts anfangen. Und dann stoße ich auf so kleine, feine und tiefgründige Blogs wie die von Lee - Lulus bunte Welt - und weiß wieder, dass ich mich vor allem zu den authentischen Blogs ohne kommerziellen Hintergrund am meisten hingezogen fühle.

Ich freue mich sehr, dass Lee sich die Zeit genommen hat, heute mein Gast zu sein. Liebe Lee, ich danke Dir von Herzen und ja, es ist nicht immer leicht, aber man muss definitiv öfter auf sein Gefühl hören und sich vom Kopf nicht reinreden lassen.

Lee von Lulus bunte Welt

1. Wer bist du? Wo lebst du? Was machst du beruflich und wie viele Stunden arbeitest du die Woche? Welche anderen Hobbys hast du neben Bloggen und Nähen? 


Ich bin Lee, Kroatin, seit 25 Jahren in Deutschland und seit 5 Jahren in Berlin. Mit Mann und zwei Jungs fühle ich mich hier wohl und Zuhause. Hauptberuflich, oder besser gesagt mein Leben lang, war ich Balletttänzerin. Tanzen und die Bühne waren mein alles bis zum Tag X wo mein Körper nach einem Unfall nicht mehr funktioniert hat wie er soll. Da die Verletzung nicht nur mein berufliches Leben beeinflusst hat sondern auch das private für immer tun wird, wird auch der graue Schatten immer an meiner Seite sein. Weil das nähen und darüber schreiben aber meine Welt viel schöner macht, heißt auch mein Blog Lulus bunte Welt. Was ich sonst noch gerne mache?…backen, häkeln, lesen, mit meinen Jungs spielen, Fahrrad fahren, schwimmen, Filme gucken… Wie bist du zum nähen und zum bloggen gekommen? Was ist es, das das nähen/das bloggen zu etwas besonderem für dich macht? Leider, leider viel zu spät. Ich bereue es nicht früher mit dem nähen angefangen zu haben, denn die Babyzeit der Jungs wäre perfekt zum austoben und probieren gewesen. Aber damals war mein Kopf zu voll mit anderen Sachen.Trotzdem hängt der Anfang mit meinen Kindern zusammen. Als die beiden so um 4-5 Jahre alt waren, habe ich auf dem Markt süße genähte Mützen gekauft, die wirklich unverschämt teuer waren. Der Gedanke „das kann ich doch auch“ hat nicht lange auf sich warten lassen und schon war die billige Nähmaschine aus dem Discounter im Einkaufswagen. Dann folgte das übliche…probieren, lesen, im Netz suchen, finden, Nähblogs entdecken und die Sucht hatte mich ;-) Was aber viel wichtiger ist, ich habe gemerkt das mir nähen gut tut. Wenn ich nähe ist die Welt rosa und alles ist gut, meine Gedanken sind ruhig und meine Seele zufrieden. Es ist eine echte Auszeit von allem was sonst nicht so gut läuft. „Nähen ist Therapie“ stimmt bei mir vollkommen.

2. Was bedeutet bloggen für dich? Warum nimmst du dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest du etwas mit deinem Blog erreichen oder ist es eher ein „einfaches“ Nähtagebuch ohne Ziel? 

Bloggen kam relativ spät dazu, wahrscheinlich einfach weil ich nicht so der mitteilungsbedürftige Typ bin. Angefangen habe ich den Blog nur um das genähte zu archivieren und hätte niemals gedacht das es irgendwann zu einem festen Teil von meinem Alltag wird. Ich schreibe nie ein Post im voraus, es passiert immer aus dem Moment. Manchmal ist es persönlich, manchmal mehr über das genähte, so wie es mir halt gerade ist. Erreichen möchte ich nichts, aber wenn ich es trotzdem schaffe wäre es toll…ich freue mich über jeden Kommentar, über nette Kontakte, manche davon haben sich schon in das „echte“ Leben geschlichen und zu echten Freundschaften entwickelt. Das ist das schönste daran…es verbindet wirklich.


3. Wann findest du Zeit zum Nähen und wann zum bloggen? Hast du manchmal das Gefühl, das bloggen stiehlt dem nähen die Zeit? Oder fügt sich das für dich perfekt?

Beides tagsüber. Ich bin keine Nachteule und auch wenn ich furchtbar gerne an so einem Nähabend bei Instagram mitmachen würde, da könnte nichts tragbares dabei rauskommen. Mein Tag endet mit dem ins Bett bringen der Kinder. Danach gibt es nur meinen Mann, Sofa, TV, Buch…mein Akku ist dann leer und die Konzentration reicht höchstens fürs kommentieren bei Instagram ;-) Dementsprechend ist der Tag voll bepackt, aber das kann ich gut. Ich bin ein organisierter und strukturierter Mensch der gut planen kann und schaffe es so mir genug Freiraum für die Dinge die mir wichtig sind zu schaffen. Dabei würde ich aber dem nähen immer den Vortritt lassen. Klar gibt es, seit dem ich Probe- und Designnähen mache, Zeiten wo das bloggen ein muss ist und seine Zeit fordert. Aber ansonsten sehe ich das bloggen sehr entspannt und mache es wirklich nur wenn es passt.

4. Was nähst du alles selbst? Bist du eher ein „selfish Sewer“ oder nähst du doch mehr für andere als für dich? 

Auf den ersten Blick nähe ich vorwiegend für mich. Wie das aber manchmal so ist mit den Sachen die man näht und toll findet, anzieht und dann gar nicht mehr so toll findet, landen sehr viele meine Sachen bei meinen Schwestern. Von denen übrigens auch immer wieder was bestellt wird und ich sehr gerne die Wunscherfüllerin spiele ;-) Meine Jungs bekommen ganz wenig, hauptsächlich aber weil sie die Kleidung wie Dreck behandeln. Wenn ich sehe wie die damit umgehen und mit welcher Sorgfalt die Flecken und Löcher darauf verteilt werden, blutet mein Nähherz. Ausserdem komme ich momentan gegen Star Wars und ähnlichem nicht an ;-) Mein Mann hat mir lange nicht getraut, aber seit er die Jacke letztes Jahr von mir bekommen hat, fragt er immer wieder ob es was neues gibt. Auch wenn ich sehr gerne für andere nähe und die glücklich mache, am liebsten nähe ich für mich. Einfach weil ich weiß was ich will, was mir steht, weil ich es zwischendurch anprobieren kann usw. Und ja, Taschen…die nähe ich echt gerne.

5. Welchen Stellenwert hat das nähen/das bloggen in deinem Leben? 

Wie schon gesagt, nähen ist meine Therapie, bloggen dagegen nur eine Begleiterscheinung, der Kontakt zu den anderen Nähnerds aber nicht mehr weg zu denken und da bin ich besonderes unkompliziertem Instagram sehr dankbar. Wie wichtig mir das nähen ist würde wahrscheinlich am besten unserer Familienwitz erklären … alle unsere größeren Ausgaben rechne ich in „stellt dir mal vor wie viele Meter Stoff das wären“ , damit bringe ich meinen Mann immer zum lachen :-)


6. Was würdest du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-)Bloggen Sinn macht? 

Mach dein Ding! Leicht gesagt, aber man muss lernen auf sich zu hören. Es ist kein Job den man für andere macht (außer man macht es beruflich, was aber die Frage nach dem Sinn ausschließt), sondern ein Hobby das man für sich macht. Es gibt keinen Plan den man erfüllen muss, es ist unwichtig ob es anderen gefällt oder ob sie es für wertvoll genug finden um darüber zu schreiben. Sinn muss es nur für einen selber machen. Klar ist es schön viele Leser zu haben und es wäre gelogen wenn ich behaupten würde das ich mich über die wachsende Leserzahl oder Likes nicht freuen würde, es wurmt mich aber auch nicht wenn es weniger werden. Am Ende des Tages zählt nur mein Gefühl…also auf dein Bauch, das Herz hören und entspannen…ich sage mit Absicht nicht den Kopf, weil genau der uns meistens den Streich spielt und falsche Fragen stellt.


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LaWeste ganz schlicht

08:16 Mein gewisses Etwas 2 Comments

Immer wenn ich lese, dass sich jemand Unterwäsche und BHs näht und denke ich mir, nee, das muss nicht auch noch sein. Ich komme ja so schon kaum mit meinen Nähplänen hinterher. Dann nähe ich eben alles für "oben drüber".

Ha, dachte ich. Denn als Petra von pedilu zu einem Probenähen ihrer Weste aufrief, fiel mir auf, dass ich noch nie über das Nähen einer Weste nachgedacht hatte.

Mh, eine Weste und ich. Past das? Ich sah viele schöne kuschelige Westen aus Sweat und Fleece. Aber der Funken wollte nicht überspringen. Ich muss tatsächlich immer aufpassen, dass ich nicht zu chouchig rüber komme. Schnell wirkt ein Outfit an mir zu sportlich und überhaupt nicht mehr stilvoll.


Und so dauerte es eine Weile, bis mir der Gedanke kam, es doch einfach mit einem Baumwollstoff zu probieren. Dann ist der Kuschelfaktor zwar dahin und wärmen wird sie auch nicht mehr richtig, aber hey, dann ist sie eben einfach nur ein kleiner Hingucker. Ein stilvolles Accessoire zu einem schlichten Outfit.


Beim Lillestoff-Festival hatte mir Dominique von kreamino diesen wundervollen Baumwollstoff mitgebracht. Er hatte es mir gleich angetan, auch wenn ich mir erst nicht vorstellen konnte, was daraus werden sollte.

Und jetzt ein Hoch auf das Stoffregal! Ich liebe es, wenn ich mich nicht recht entscheiden kann, durch meine Vorräte zu stöbern. Es muss nicht gleich etwas dabei sein, aber meist auf den 2. oder 3. Blick. Irgendwann liegt einfach der perfekte Stoff vor mir. Wie bei meiner Weste. Plötzlich war klar, der Stoff muss es werden.


Ich mag das Ergebnis sehr, auch wenn es keine typische LaWeste geworden ist.

Pedilu mit weiteren Designbeispielen zu LaWeste und erwerben über Stoffbüro.


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Frau Aiko x 3

06:36 Mein gewisses Etwas 12 Comments

Zu manchen Schnitten muss ich mich ein bisschen überreden lassen. Wenn ich sie zum ersten Mal sehe, bin ich meist nur mäßig begeistert und ziehe erst gar nicht in Betracht. Dann wird der Schnitt hier und da vernäht und mit jedem Mal, dass ich so ein Designbeispiel sehe, wächst meine Aufmerksamkeit. Bis zu dem einen Moment, der alles verändert.

Frau Aiko ist so ein schönes Beispiel. Ich war lange der Meinung, dass mir dieser kastige Schnitt so überhaupt nicht stehen wird. Ich dachte, ich sei dafür zu groß und zu schmal.

Ein Besuch in Laras Stoffladen - 1000Stoff - in Berlin veränderte meine Sicht. Ich konnte dem feinen kleinen Laden vor dem Nähcamp im März einen kurzen Besuch abstatten und mich von Laras wundervollem Gespür für das gewisse Etwas überzeugen. Es gibt keine riesige Auswahl an Stoffen. Aber die Stoffe, die es gibt, sind perfekt gewählt und reichen, um das Konto ächzen zu lassen.

Das beste ist ein kleiner Raum, in dem Designbeispiele verschiedener Schnitte hängen. Unter anderem Frau Aiko. Im März hing sie dort aus einem wunderschönen, etwas derberen Stoff und lächelte mich an. Schnell war geklärt, dass ich sie kurz anprobieren darf. Und schnell war klar, den Schnitt muss ich haben.


Lara hatte den Schnitt im Stoffbruch um 1cm verschmälert und um gute 5cm verlängert. Genauso, wie die Bluse auch zu mir perfekt passt.


Ich mag diesen lässigen Stil sehr. Am liebsten trage ich Frau Aiko derzeit zu meiner Boyfriend Jeans. Der blau/weiß gestreifte Stoff aus dem Stoffbüro, ist wie für diesen Schnitt gemacht. Der Jersey hat genau die richtige Schwere und die Streifen, ja, die passen einfach zu Frau Aiko. Ich mag den Kontrast der angesetzten Ärmel sehr.

Soweit ich weiß, ist Frau Karla das Jersey Pendant zu Baumwollen Frau Aiko. Aber ehrlich gesagt, habe ich das noch gar nicht probiert. Frau Aiko passt bei mir auch als Jerseyvariante perfekt.


Als mich Lara damals so schnell von dem Schnitt überzeugte, musste ich natürlich gleich noch einen Baumwollstoff bei ihr mitnehmen.


Ich mag die Struktur dieses Stoff so so so sehr und ebenso den mit Beleg versäuberten Ausschnitt der Bluse.


Bei so viel Begeisterung war klar, dass es da auch noch eine dritte Version geben muss, oder?
Das ist meine erste Frau Aiko aus dem tollen Flamé Jersey von Nosh. Sie ist auch der Grund, warum ich seit März Stoffe ausschließlich vorgewaschen verarbeite. Denn wie man sieht, ist diese Version ein bisschen kürzer und schmaler als die anderen. Passt gerade noch, war trotzdem keine schöne Erkenntnis nach dem ersten Waschgang.


Und ja, es war bitter-, bitterkalt beim Fotoshooting. Was nehmen wir Nähblogger nicht alles auf uns, oder?

Ob die anderen Mädels beim Me Made Mittwoch auch so frieren mussten, wie ich? Ich hops gleich mal rüber zur Linksammlung.

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Jerseystoffe übers Stoffbüro
Baumwollstoff über 1000Stoff
Schnitt: Frau Aiko für Baumwollstoffe, Frau Karla für Jerseystoffe.

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Weihnachtskleid Sew Along 2016 - Marigold mit Sonnenschirmen

06:02 Mein gewisses Etwas 12 Comments

Der heutige Beiträgt zum alljährlichen Weihnachtskleid Sew Along ist ein kleine Überwindung. Ich mich nämlich mal auf die Suche nach den letzten Beiträgen gemacht, um zu sehen, wie ich mich seitdem entwickelt habe.

Puh, das waren noch ganz andere Dimensionen. Es ist schon irgendwie peinlich zu sehen, was ich damals so genäht habe.

2011 war mein erstes richtig aktives Nähjahr. Es gab noch keine wirklich Stoffauswahl und die örtliche Stoffverkäuferin, musste erst einmal nachschauen, was eine Overlock ist. Jersey war in ihrem Laden fast überhaupt nicht zu finden, dafür gaaaaanz viele Patchwork-Baumwollstoffe.

Retro fand ich damals toll. Also entschied ich mich für einen entsprechenden Burda-Schnitt und einen schönen orangfarbenen Baumwollstoff. Ohje.


Der Stoff war weder für den Schnitt gemacht, noch für mich. Und oh Wunder, dieses Kleid habe ich nie getragen.


2012 steckten wir bis über beide Ohren in unserem Umbau und durften im September erfahren, dass sich unser, heute schon fast 3,5jähriges, Babymädchen dazwischen geschummelt hatte. Ich hatte damals gerade angefangen, mich mit der Schnittkonstruktion auseinanderzusetzen und schaffte es tatsächlich, mir meinen Schnitt selbst zu zeichnen. Der passte dann letzendlich auch super. Nur die Retro-Schiene in wunderschönem Grün und einem ganz fürchterlichen Plastikstoff war so überhaupt nicht für mich geeignet. Aber immerhin habe ich die Weihnachtstunika ein paar mal getragen und den Schnitt einmal reproduziert.


2013 befand ich mich zumindest schon so ansatzweise auf dem Weg zu meinem heutigen Stil. Aber so richtig scheine ich nicht gewusst zu haben, was ich da eigentlich nähe. Der Ansatz war tatsächlich nicht schlecht, aber die Umsetzung, nun ja. Auch dieses Kleid habe ich nie getragen.


Warum genau ich dann 2014 und 2015 nicht am Sew-Along teilnahm, weiß ich gar nicht mehr so genau, aber vielleicht war das ganz gut so.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mein angefangenes Blusenkleid fertig zu nähen. Eigentlich war es schon für den Sommer geplant, aber da begann gerade meine kleine Blogkrise und das Kleid wurde nie fertig.


Das Kleid spaltet schon bei Instagram die Gemüter. Ja, wenn man an Weihnachten denkt, denkt man nicht unbedingt an Sonnenschirme und ob der kühleren Temperaturen vielleicht auch nicht an einen solch luftigen Stoff.

Für mich stehen die Sonnenschirme aber gar nicht so im Vordergrund. Ich mag das Design einfach unwahrscheinlich gern und bringe es nicht unbedingt mit dem Sommer in Verbindung. Der leichte Stoff ist natürlich nichts für einen ausgedehnten Spaziergang im Schnee. Aber er ist perfekt für einen kuscheligen Nachmittag/Abend vor dem Kamin.

Doch, für mich, passt das perfekt zusammen.

Ich freue mich sehr, dieses Jahr wieder beim Sew-Along dabei zu sein und bin sehr gespannt, wer sich heute alles auf dem MeMadeMittwoch-Blog verlinkt. Noch gespannter bin ich natürlich, was ich 5 Jahren zu diesem Kleid sagen werde ......

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Schnitt: Marigold in deutscher Übersetzung über Nähconnection
Stoff: Fashion for Designers

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