Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Julia von JU-made erzählt

13:46 Mein gewisses Etwas 0 Comments



Hallo Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent und ganz viel Freude mit den sehr schön ausführlichen Antworten von Julia von JU-made.

Dir, liebe Julia, danke ich von Herzen für Deine Mühe und Zeit. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so richtig zum Stöbern bei Dir gekommen. Das muss ich jetzt nach den sympathischen Antworten unbedingt dringend nachholen. Ganz liebe Grüße und bis bald!


1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen?

Hallo, ich bin Julia und blogge erst seit Februar diesen Jahres unter JU-made. Ich wohne mit meinem Mann und unseren zwei Jungs im Süden Deutschlands. Eigentlich bin ich Krankenschwester von Beruf. Seit meine Jungs auf der Welt sind bin ich allerdings mit Herzblut Vollzeitmama und verbringe gerne Zeit mit meiner Familie! Das Nähen ist mein liebstes Hobby und braucht auch den größten Teil meiner freien Zeit. Andere Handarbeiten wie Häkeln, Stricken oder was sonst noch kreativ ist, mag ich ebenso. Wenn es meine Zeit zulässt, lese ich sehr gerne oder gehe joggen.



2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht? 

Das Nähen hat mich immer wieder gereizt. Ich habe bereits als Kind erlebt, dass für meine Mutter und meine Oma Handarbeiten zum Alltag gehört haben. Die Beiden haben hauptsächlich gestrickt. Aber meine Mama hat auch immer wieder mal was genäht. Ich fand es sehr faszinierend, was man mit einer Nähmaschine und Stoff alles (er-)schaffen kann. Meine ersten Näh- und Strickversuche in Teenie-Jahren waren allerdings nicht alle von Erfolg gekrönt…. So habe ich für einige Jahre das Nähen und andere Handarbeiten völlig links liegen lassen. Als mein Großer auf der Welt war, habe ich nach und nach die Online-Welt-des-Selbermachens entdeckt. Ich erinnere mich noch heute an meine erste Bestellung bei Dawanda – eine Wintermütze mit Halssocke für meinen Sohn. Damals noch in dem Glauben das würde ich nie selbst zu Stande bekommen!



Irgendwann bin ich auf Blogs wie den von Pattydoo gestoßen. Darüber habe ich dann andere Nähblogs und die wöchentliche RUMS-Linkparty gefunden. Ja und mein Nähwissen habe ich dann letztendlich auch über Tutorials, Freebies usw auf verschiedenen Blogs gesammelt. Der Gedanke war schon recht schnell in meinem Kopf, meine genähten Sachen und die damit verbundenen Erfahrungen auch mit Anderen zu teilen. Bis ich mich dazu entschlossen habe, das wirklich in Angriff zu nehmen, hat es allerdings noch eine ganze Weile gedauert. Ich freue mich immer wahnsinnig, wenn ich Kommentare zu meinen Posts bekomme. Das versteht wohl jeder der auch selber bloggt. Allerdings weiß ich auch, dass man oft viel mehr Blogs liest, als man kommentieren kann/will. Auch für die stillen Leser und vielleicht Nähanfänger möchte ich gerne meine Erfahrungen mitteilen. Und über die Kommentare habe ich auch schon tolle neue Blogs kennen gelernt, Neues dazu gelernt und auch virtuelle Freundschaften gefunden.

3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

Das Bloggen ist für mich eine tolle Ergänzung zum Nähen. Ich habe das Glück, dass ich auch im realen Leben Freundinnen habe, mit denen ich gemeinsam Nähen und mich austauschen kann. Nachdem ich meinen Blog gestartet habe, habe ich festgestellt wieviel Freude mir das Schreiben macht. Schon in Schulzeiten habe ich gerne Aufsätze geschrieben. Später ist dieser Teil eigentlich sehr verkümmert, ohne dass es mir bewusst gefehlt hätte. Aber jetzt fällt es mir sehr leicht und ich freue mich immer schon darauf einen neuen Text zu verfassen! Über die Resonanz merke ich auch, dass nicht alles im Nichts verhallt… Das spornt natürlich an und hinterlässt ein gutes Gefühl. Ich bin ein Mensch der gerne alles perfekt machen will. So habe ich meine Ziele für meinen Blog auch sehr hoch gesteckt. Ich habe dann aber schnell festgestellt, dass ich 2-3 Posts pro Woche nicht halten kann und auch bei Weitem nicht immer „perfekte“ Fotos zeige. Aber das ist das Gute am Hobbyblog – ich bestimme wo es lang geht. Ich habe es inzwischen zum Glück geschafft den Druck etwas rauszunehmen und fühle mich damit ganz gut!



4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen? Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt? 

Ich nähe einen Abend in der Woche mit meinen Freundinnen. Das ist mein einziger fester Nähtermin. Sonst nehme ich auch manchmal meine Jungs mit ins Nähzimmer, zumindest der Große werkelt da auch gerne schon kreativ vor sich hin. Das ist aber natürlich meist nicht so produktiv. Naja und wann immer ich mir freie Zeit genehmigen kann, nutze ich sie: Schnittmuster kleben oder Zuschneiden geht z.b. auch beim Besuch bei den Großeltern! ;-) Den Text für meine Posts tippe ich auch manchmal auf dem Handy, wann immer mir was einfällt und sich die Zeit findet. Ich empfinde eher das Fotografieren als zeitraubend. Da suche ich für den Winter auch noch eine gute Möglichkeit für drinnen, dann auch gerne mit Stativ und Selbstauslöser. Sonst nimmt das Fotografieren am Wochenende oft einen großen Platz in der Planung ein. Da mein Mann die Fotos zwar macht, aber kein passionierter Fotograf ist, stößt das nicht immer auf große Begeisterung beim Rest der Familie.

5. Was nähst Du alles selbst? Bist Du eher ein "Selfish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? 

Inzwischen kann ich glaube ich sagen, dass ich alles nähe oder es zumindest versuche (Jeans oder Parka sind inzwischen auch kein rotes Tuch mehr für mich). Ob Accessoires, Taschen oder eben Kleidung für mich, meine Jungs oder auch mal für meinen Mann. Ich habe schon einiges ausprobiert und mir gehen die Ideen nicht aus… ;-) Vor Frauen die sich ihre gesamte Garderobe selber nähen, habe ich aber großen Respekt. Das wäre für mich definitiv zeitlich nicht machbar. Aber ich habe festgestellt, dass ich sowohl im eigenen als auch im Schrank meiner Kinder eher zu selbst genähten Kleidungsstücken greife, als zu gekauften. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man sich so individuelle Lieblingsstücke herstellen kann! Und ja, ehrlicherweise bin ich wohl doch meist „Selfish Sewer“… Einfach weil ich manchmal das Gefühl habe, kaum noch zu wissen wohin mit meinen Nähplänen und dann eben meist ein Projekt für mich auf dem Tisch landet… Was mir definitiv nicht liegt, wäre genähte Sachen zu verkaufen. Ich habe das vor einiger Zeit mal in Erwägung gezogen und mich sogar mal an einem Dawanda-Shop versucht. Aber mehrmals das gleiche Teil zu nähen ist für mich ein Graus… Ich mag es Dinge individuell zu gestalten und stecke oftmals viel Zeit in die Details. So entstehen dann für die Familie oder als Geschenk Unikate mit viel Liebe!


6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? 

Also ein Leben ganz ohne Nähen oder andere Handarbeiten könnte ich mir definitiv nicht mehr vorstellen. Im Moment kann ich das auch über meinen Blog so sagen. Sollte ich in Zukunft mal feststellen, dass ich nicht mehr bloggen möchte, kann ich mir ein Leben ohne Bloggen schon vorstellen. Aber in meiner gegenwärtigen Lebenssituation passt es für mich alles so gut zusammen. Wie mein beruflicher Wiedereinstieg nach der Elternzeit aussieht, weiß ich auch noch nicht. In meinen Träumen mache ich mein Hobby zum Beruf… Also wer weiß wo mich mein Weg noch hin führt… Aber zum Glück habe ich für diese Entscheidung noch ein bisschen Zeit!

7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Für mich besteht der Sinn des Bloggens darin, dass es mich ergänzend zum Nähen glücklicher und zufriedener macht. Wenn es zur Belastung wird und evtl dann auch die Freude am Nähen auf der Strecke bleibt, würde ich es ändern. Ich finde da gibt es unzählige Möglichkeiten. Einige Blogger posten nur in großen Abständen, zu den richtigen Terminen (z.b. Linkparty, Sew Along) kann das trotzdem zu einem guten Austausch führen. Oder eben ganz weg vom Blog, ein kürzerer schnellerer Austausch via Instagram. Aber auch ein Leben als ausschließlich passiver Leser anderer Blogs wäre für mich vertretbar, solange es für dich stimmig erscheint. Deine Art Fotos drinnen vor einer weißen Wand zu machen ist meiner Meinung nach super gelungen! Ich schaue mir die Bilder sehr gerne an und lese gespannt die Texte dazu. Und das erfüllt für mich als Leser schon mal definitiv die Anforderungen die ich an einen Blog habe den ich regelmäßig lese. Ich wünsche dir liebe Sindy auf jeden Fall, dass du den richtigen Weg für dich und deinen Blog findest! Bis dahin bin ich gespannt was du noch so zeigst…. Danke für die tolle Möglichkeit hier dabei zu sein! Liebe Grüße Julia

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