Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Steffi von tausendbunt erzählt

10:14 Mein gewisses Etwas 2 Comments


Heute erzählt Steffi vom Blog tausendbunt von Ihrer Sicht auf das Nähbloggen. Ein ganz besonderer Einblick, da sie ja auch für Lillestoff Beispiele aus den aktuellen Stoffen näht und somit ein wenig verpflichtet ist, regelmäßig zu bloggen. Und noch etwas ist besonders: Steffi ist die einzige Bloggerin, die ich erst real und dann in virtuell kennengelernt habe.

Liebe Steffi, hab vielen Dank für Deine Zeit. Ich freue mich schon sehr, Dich beim nächsten Nähcamp wiederzusehen!!

1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen? 

Hallo! Ich bin Steffi und ich blogge und nähe unter dem Namen „tausendbunt“. Ich lebe mit meiner Familie am Stadtrand von Berlin in einem alten Haus mit Garten. Beruflich bin ich als Landschaftsplanerin tätig, das heißt, ich begleite ganz unterschiedliche Bauprojekte wie Radwege, Windkraftanlagen, Autobahnen oder Solarparks bis zur Genehmigung und achte darauf, dass Natur und Landschaft dabei ausreichend Berücksichtigung finden. Neben dem Nähen und Bloggen verbringe ich gern Zeit mit meiner Familie, wir spielen z.B. sehr gern zusammen Gesellschaftsspiele, außerdem lese ich sehr gern und ab und stricke ich auch.



2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht? 

Als meine Kinder noch klein waren, habe ich angefangen zu nähen. Ich hatte in einer Zeitschrift etwas über farbenmix gelesen, hab mir die Seite angeschaut, die ersten Schnitte bestellt und losgelegt. Ich fand es von Anfang einfach unglaublich befriedigend, etwas Schönes nach meinen Vorstellungen fertig stellen zu können. Das ist für das tollste am Nähen: am Ende etwas Fertiges in den Händen zu halten mit dem Wissen, es selbst gemacht zu haben. In anderen Bereichen des Alltags hat man ja manchmal das Gefühl, immer wieder die gleichen Dinge zu tun und trotzdem nie fertig zu werden… Parallel zum Nähen habe ich viele Nähblogs gelesen und hatte irgendwann den Wunsch, meine Werke auch anderen zu zeigen und dazu eine Rückmeldung zu bekommen. So kam es zu meinem Blog. Auf den Namen „tausendbunt“ kam dann mein lieber Mann. 

3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

Der Blog war von mir von Anfang als Medium für Kommunikation und Austausch gedacht. Ich freue mich, wenn ich Rückmeldungen von anderen zu meinen genähten Sachen bekomme. Mittlerweile hat der Blog allerdings für mich diesen Stellenwert ein wenig verloren, da z.B. über Instagram der Austausch schneller, direkter und einfacher möglich ist. Der Blog bietet aber immer noch die bessere Möglichkeit, das Genähte in allen Facetten, mit Details und Fotos aus verschiedenen Perspektiven vorzustellen. Für mich ist der Blog eher ein „Nähtagebuch“, ich schaue auch selbst manchmal im Blog nach, wenn ich mich z.B. nicht erinnern kann, welchen Schnitt ich für den geliebten, nun aber zu klein gewordenen Hoodie verwendet hatte.



4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen? Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt? 

Für beides habe ich leider meist nur abends Zeit. Ich genieße es sehr, wenn ich mal ich einen freien Tag und Zeit zum Nähen habe und alle anderen aus dem Haus sind. Dann kann ich mich in Ruhe ausbreiten (zum Zuschneiden benutze ich nämlich den Küchentisch) und alles Zubehör herum liegen lassen und das begonnene Projekt auch abschließen. Halbfertige Sachen kann ich nur schwer aus der Hand legen… Und ja, manchmal habe ich das Gefühl, dass mir das Bloggen die Zeit zum Nähen stiehlt. Oft habe ich Kopf voller Ideen, was ich noch alles nähen möchte, und dann habe ich ehrlich gesagt manchmal wenig Lust, Blogbeiträge zu verfassen und würde lieber an der Nähmaschine sitzen. Aber ich möchte den Austausch mit anderen doch nicht missen. Außerdem habe ich das große Glück, dass ich für Lillestoff neue Stoffe zu Designbeispielen vernähen darf. Von daher habe ich auch eine gewisse Verpflichtung, über die genähten Sachen zu bloggen.

5. Was nähst Du alles selbst? Bist Du eher ein "Selfish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? 

Ich nähe in erster Linie Kleidung. Ab und an auch mal eine Tasche oder einen neuen Turnbeutel… Für wen ich am meisten nähe, ist schwer zu sagen. Ich nähe schon viel für mich selber, aber ich denke auch ungefähr ebenso viel für meine Kinder. Ab und zu auch für meinen Mann oder Freunde und Verwandte.



6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? 

Das Nähen hat für mich schon einen sehr hohen Stellenwert und nimmt viel von meiner Freizeit in Anspruch. Ich habe das große Glück, dass meine Familie da vollkommen hinter mir steht und mich unterstützt. So kann ich ohne Probleme auch mal ein Wochenende zum Nähcamp fahren oder ähnliches…

7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Das muss wohl jeder für sich selbst ausprobieren, ob ein Blog sinnvoll ist. Man kann einen Blog ja auch jederzeit Ruhen lassen, ohne auf den Austausch mit anderen Nähern verzichten zu müssen. Es gibt ja Alternativen, die weniger Zeit in Anspruch nehmen. Für manch einen mag das genau richtig sein, wenn man gern mehr Detailinformationen austauschen möchte, ist ein Blog vielleicht die richtige Wahl.


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Kommentare:

  1. Vielen Dank, liebe Sindy! Es war mir eine Ehre, bei Deiner Runde dabei sein zu dürfen! Liebe Grüße, Steffi

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  2. Immer wieder sehr interessant. Toll, die Interviews. Über den Blog von tausendbunt bin ich schon gestolpert. Ich liebe es mehr Hintergründe zu erfahren. Herrlich. Stöbere jetzt mal bei tausendbunt. Bin passionierte Leserin und habe mich bewusst gegen einen Blog entschieden. Grüsse

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