Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Dominique von kreamino erzählt

08:30 Mein gewisses Etwas 2 Comments


Heute möchte ich einmal von Herzen Danke sagen!
An all die, die sich bis jetzt die Zeit für meine Fragen genommen haben, aber auch an all die, die mir so liebe Worte per Kommentar oder Mail da lassen. Ich freue mich riesig, dass Ihr die kleine Runde genauso inspirierend finde, wie ich.

Dominique vom Blog kreamino habe erst vor kurzem über Elkes Jacken-Sew-Along kennengelernt. Wir fachsimpelten erst über den Pepernoot Mantel und gingen dann schnell über zu vielen anderen Themen. Plötzlich war es so, also wir uns schon ewig kennen würden. Ja, es stimmt, nähen verbindet!

Und ich es sehe es wie Dominique, die Bloggerfreundschaften und der Austausch sind eine große Motivation, den Blog weiterzuführen.

Liebe Dominique, schön, dass Du heute einen einen virtuellen Kaffee mit mir trinkst. Ich mag Deine Sichtweise zum Nähen/Bloggen sehr und freue mich schon auf das nächste Treffen!!

1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen?

Ich bin Dominique und lebe mit dem Herzensmann im hohen Norden, ziemlich genau in der Mitte zwischen beiden Meeren. Manche sagen, das sei Süddänemark, denn bis dahin sind es nur 45 Minuten mit dem Auto, aber es ist tatsächlich Schleswig-Holstein. Wer schon einmal nördlich vom Nord-Ostsee-Kanal unterwegs war, ist zumindest schon einmal an meinem Wohnort vorbeigefahren.


Hauptberuflich bin ich Projektingenieurin im Maschinen – und Anlagenbau und verbringe dort den Großteil des Tages und um und bei 40 Stunden die Woche, mal mehr mal weniger. Durch die Pendelei zur Arbeitsstätte bleibt dann abends noch ein wenig freie Zeit, die mit Nähen, Lesen, Fotografieren, Tanzen und ab und an einer Fahrrad- oder Inlinertour gefüllt wird, aber auch mit den bei mir nicht so sehr geliebten Haushaltspflichten.

2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht? 

Nähen gelernt habe ich als kleines Mädchen von meiner Mutti. Mein allererstes tragbares Kleidungsstück auf der Nähmaschine meiner Mutti war ein Rock mit dazu passender Hemdbluse inklusive Knopflöchern - als zehnjähriges Mädchen war ich irre stolz auf mich. Immer mal wieder hat es mich dann an die Nähmaschine getrieben, sei es um einen Beutel zu nähen, Gardinen zu kürzen oder auch mal ein Kleidungsstück zu nähen. In meiner Studienzeit habe ich das Nähen etwas aus den Augen verloren und die Nähmaschine nur sehr selten hervorgeholt, bis ich die ersten Nähblogs entdeckt habe. Von da an gab es bei mir nähtechnisch kein Halten mehr und das bei mir in Vergessenheit geratene Nähwissen wurde mühsam wieder zu Tage getragen und erweitert. Bis ich allerdings auf die Idee kam einen eigenen Nähblog zu starten hat es noch eine Weile gedauert. Stattdessen habe ich erstmal zahlreiche Freundinnen mit dem Nähvirus infiziert und sei es nur durch ein kleines verschenktes Kosmetiktäschchen.

Im Mai 2013 überkam es mich dann und ich schrieb den ersten Post, mit dem Ziel meine Nähergebnisse zu teilen und mich mit anderen auszutauschen. Lange Zeit habe ich immer mal wieder gebloggt, aber ich fand für mich keine klare Linie. Zum Ende meines Masters in Marketing und Sales im habe ich mich näher mit meinem Blog und meiner Näherei befasst, denn ich war kurz davor den Blog zu löschen, konnte es aber nicht übers Herz bringen. Ich gab mir genau ein Jahr um zu sehen wie Ernst es mir mit dem Nähbloggen ist. Dass ich das Nähen nicht aufgebe war klar, aber das darüber bloggen war bei mir mit einem großen Fragezeichen versehen. Dieses Jahr ist jetzt um und ich habe es nicht bereut den Blog weiter zu führen. Im Gegenteil: Das Nähen und das Bloggen sind mittlerweile ein fester Bestandteil meines Lebens geworden, den ich nicht mehr missen möchte. Nähen bedeutet für mich den Kopf frei zu bekommen und gerne stelle ich mich dabei auch immer wieder vor neue Herausforderungen, wie zum Beispiel den diesjährige Herbstmantel.



Der Blog ist dabei für mich nicht nur persönliches Nähtagebuch sondern soll auch Inspirationsquelle für andere sein. Aber was hat den Wandel verursacht? Der direkte Austausch mit anderen Nähbloggern spielt dabei eine große Rolle, die Anerkennung der eigenen Leistung und irgendwie auch mein Mut, nicht aufzugeben, sondern einen Schritt nach dem anderen zu machen und sich so weiter zu entwickeln.

3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

Wie schon in der Frage vorher kurz erwähnt soll mein Blog nicht nur mein Nähtagebuch, sondern auch Inspirationsquelle für andere sein. Manchmal kommt mir schon beim Nähen eine Ideen für Text und Bild, dann schreibt sich der Blogpost quasi wie von allein ( okay, tippen muss immer noch ich, denn ich warte immer noch auf die Erfindung die mein Gehirn mit das Tastatur koppelt...). Bei anderen Nähprojekten braucht der Text und die Idee zum Bild dann mehr Zeit und da gut Ding Weile haben will, nehme ich mir auch gerne die Zeit, besonders dann wenn es keinen Termin gibt. Die Frage nach dem Warum ist damit noch nicht beantwortet, aber ich mag den Gedanken, dass ich anderen Nahbegeisterten von meinen Projekten berichten, meine Erfahrungen mit Schnitt, Stoff und Alltagstauglichkeit weitergeben kann.


Nicht unterschätzen darf man die Bekanntschaften und Freundschaften dich sich durch den Austausch in den verschiedenen Nähgruppen und auf den unterschiedlichen Plattformen ergeben. Ich freue mich tagtäglich über die Freundschaften, die sich durch das Bloggen ergeben haben. Der Austausch über das gemeinsame Hobby ist mir sehr wichtig und nicht selten kommt es vor, dass man sich auch nicht nur über das Nähen unterhält, sondern auch viele andere gemeinsame Themen Gesprächsgrundlage bieten.Jeden Tag wieder gibt mir das Kraft, neue Inspiration und neue Ideen.

4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen? Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt?

Ich nähe gerne nach der Arbeit 1-2 Stündchen, besonders dann wenn der Herzensmann auf Dienstreise ist, denn dann bleibt der Fernseher bei mir aus und ich begebe mich an meinen heißgeliebten Nähplatz. Auch am Wochenende findet sich immer eine Gelegenheit, besonders gerne morgens, da der Herzensmann Langschläfer ist und ich so meine erste Tasse Kaffee an der Maschine genießen kann. Meine Blogtexte formuliere ich gerne beim Autofahren und schreibe sie zuhause dann direkt auf. (wo ist nochmal die USB Schnittstelle am Kopf um die Texte gleich in Schriftform abzuspeichern???) Das Zusammenspiel aus Text, Bild und Nähprojekt ergibt sich manchmal von allein und wird an nähfreien Abenden auf der Couch in einem Blogpost zusammengebracht. Ich habe nicht das Gefühl, dass das Bloggen Zeit einnimmt in der frau nähen könnte, denn ein Blogpost ist ein toller Abschluss eines Nähprojekts und ich bin jedes Mal gespannt, was ihr zu dem Ergebnis sagt. Mitunter gab es ja vorher auch schon kleine Einblicke auf Instagram, aber das Gesamtergebnis zu zeigen ist immer wieder ein kleines Erlebnis. Durch das Bloggen des letzten Projektes wird dann auch der Kopf wieder frei für neue Projekte trotz der unendlichen langen Nähliste.

5. Was nähst Du alle selbst? Bist Du eher ein "Selfish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? 

Mein persönliches Nähziel ist eine für mich passende Garderobe, die meinen Affenarmen und Giraffenbeinen gerecht wird. Aber nicht nur Kleidung für mich entsteht, sondern auch das ein oder andere Stück für den Herzensmann. Hier und da auch mal Quiltprojekte und Geschenke für Freunde und Familie. Von allem etwas aber noch längst nicht alles landet auch auf dem Blog.


6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? 

Das Nähen ist mir wichtig, die Entspannung dabei ist mir wichtig, solange das Nähen nicht in ein Wettrennen ausartet und es mich glücklich macht. An manchen Tagen ist das Nähen auch Therapie und lässt einem Zeit die Gedanken auch mal schweifen zu lassen und sei es nur über Kombinationsstoffe, Garnfarben oder Schnittmusterbögen. Das Bloggen geht für mich bei vielenTeilen mit einher und macht immens Spaß, denn den sollte man bei der ganzen Nähbloggerei nicht unterschätzen.

7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Dass ich den Gedanken kenne und es sich lohnt sich darüber mehr Gedanken zu machen. Die heutige Nähbloggerwelt ist vielfältig und für jede von uns ergibt sich eine Nische, ein Plätzchen, an dem man sich wohlfühlt und der zu einem passt. Man weiß nie wo die Reise hingeht, aber Schritt für Schritt geht es voran auch wenn es vielleicht im ersten Moment keinen erkennbaren Sinn ergibt. Dabei hat jede von uns ihre eigene Geschwindigkeit und ihren ganz eigenen Rhythmus. Eine Pause, ein kurzes Innehalten ist wichtig um sich wieder orientieren zu können, die eigenen Ziele wieder in den Vordergrund zu rücken und die Rahmenbedingungen des eigenen Weges (neu) zu definieren. Sollte der Blog dann immer noch ein Bestandteil sein, dann wird sich dieser auch integrieren können in das eigene Leben.

Ich bin froh, dass du in deinem ganz eigenen Rhythmus, Stil und Tempo wieder in das Nähbloggerleben eingestiegen bist und freue mich auf den nächsten, übernächsten, überübernächsten etc. Plausch mit dir!

You Might Also Like

Kommentare:

  1. Anonym2/10/16

    Oh ja, ich freue mich auch auf die nächsten Beiträge und sage danke für all die bisherigen!
    Danke auch an Dominique für ihre tollen Worte!
    Mit liebem Gruß
    Regina

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Sindy, wieder vielen Dank an dich und Dominique für,den interessanten Beitrag. Ich habe ihn mit sehr viel Interesse gelesen, weil ich ohne Dominique auch nicht da stehen würde, wo ich heute bin. Mit ihrer natürlichen bodenständigen Art und dem pragmatismus hat sie mir viel beigebracht ohne das,sie es geahnt hat. Vielen Dank, ihr beiden, Kirsten

    AntwortenLöschen

Schön, dass Du vorbeigeschaut hast. Ich freue mich sehr, wenn Du einen Kommentar hinterlässt!