Pepernoot - Hooded Coat

23:59 Mein gewisses Etwas 15 Comments

Da ist er nun endlich: Mein Wintermantel nach dem Pepernoot Schnitt von Waffle-Patterns.

Elkes Sew-Along-Finale liegt zwar schon eine Weile zurück. Aber getreu dem Motto, besser spät als nie, komme ich nun auch noch dazu. Das ist übrigens genau die Ruhe, die ich gebraucht habe, um weiter motiviert zu bloggen. Mich beim Finale zu verlinken, wäre toll gewesen. Die Zeit hat es aber einfach nicht hergegeben. Dazu war mein Leben 1.0 zu gut gefüllt.

So ein Mantel näht sich ja auch nicht einfach mal nebenbei. Wenn ich grob zusammen rechne, komme ich auf mindestens 14h. 4h allein für den Zuschnitt, 8h für das Zusammensetzen und noch einmal 2h für die Feinheiten, wie z.B. den Saum. Diese Zeit muss man neben Vollzeitjob und Familienleben erst einmal aufbringen. Da war es sehr merkwürdig, als der Mantel nach einer Ewigkeit ganz plötzlich fertig war, ich aber immer noch das Gefühl hatte, es würden noch Nähte fehlen.

Entgegen meiner ursprünglichen Pläne, ein Steppfutter zu nutzen, habe ich mich dann doch für einfachen schwarz-weiß-gestreifte Jersey als Innenfutter entschieden. Er lag beim Zuschnitt zufällig neben meinen dunkelblauen Außenstoff und hat so gut ausgesehen, dass ich nicht widerstehen konnte.


Nun, da die Jacke fertig ist, bin ich von der Kombination absolut begeistert. Meine Jacke ist so schön schlicht und doch besonders geworden. Ich mag besonders die Silhouette sehr. Die Jacke ist durch das Thinsulate richtig schön warm, aber trotzdem noch eher dünn. Mit dem Steppfutter wäre das bestimmt nicht so gut geworden.



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Die Teilung unterhalb der Brust und die Abnäher bringen die Jacke ganz wunderbar in Form. Sie liegt an mir, wie eine zweite Haut. Dazu habe ich vor der Größenwahl wirklich sehr sehr viel gemessen und überlegt. Am Ende habe ich mich dann aufgrund des dickeren Thinsulate für Größe 40 entschieden und nicht bereut. Die Länge habe ich trotzdem um 8cm angepasst. Damit sitzt sie wie angegossen.


Oft sind die Mantelärmel an den Handgelenken eher weit gehalten. Etwas, was mich schon immer gestört hat. Gut, dass es Nähblogs mit wundervollen Anleitungen gibt. So habe ich bei Verfliest und Zugenäht eine Anleitung für ein verstecktes Bündchen gefunden und gleich umgesetzt. Damit bleibt die kalte Luft definitiv draußen. Und wenn es mal richtig kalt ist, kann ich die Bündchen noch ausklappen und bis über die halbe Hand ziehen. Wenn schon, dann richtig.


Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Mantel mit der tollen Anleitung auch für Anfänger geeignet ist. Wenn man sich Schritt für Schritt durcharbeitet, kann nichts schiefgehen.

Was mich aber fast um den Verstand gebracht hat, sind die extrem voluminösen Ärmel. Ich habe sie tatsächlich 3x annähen müssen, bis sie mir wenigstens einigermaßen gefallen haben. Ich verstehe nicht, warum sie so weit sein müssen. Für mich hätte es weniger Weite auch getan. Dann hätte ich jetzt normale Ärmel und keine Puffärmel.

Ich hoffe einfach, dass die tollen Knöpfe ein wenig ablenken können ..


Kennt Ihr das Gefühl direkt nach dem Nähen, dass Euer Kleidungsstück unendlich viele kleine und große Fehler enthält!? Auf Instagram versprach ich, alle Fehler schonungslos aufzudecken. Und nun, da ich den Blogpost schreibe, fällt mir bis auf die ungewollt gepufften Ärmel und ein nicht ganz mittig angebrachter Aufhänger gar nichts mehr ein. Mh.


Die Kapuze habe ich nicht noch extra abgesteppt, da man aufgrund des gestreiften Stoffes, die Naht gesehen hätte. Bei meiner Jacke ist es so definitiv viel stimmiger. Wie meinte mein großes Mädchen als wir die Fotos machten? Mit Kapuze bin ich dann kein Rot- sondern ein Streifkäppchen. Wie passend ..


Wer nun noch überlegt, sich auch einen Pepernoot zu nähen, dem kann ich nur raten, tu es! Es lohnt sich wirklich. Der Schnitt ist absolut durchdacht und sitzt mit all den Abnähern perfekt. Auch, wenn ich gerade keine Lust mehr auf das Mantelnähen habe, schließe ich es nicht aus, mir mit diesem Schnitt noch eine Regenjacke zu nähen.

Zum Thinsulate:
Ich habe ganz zu Beginn überlegt, ob ich es mit dem Jersey zusammensteppen soll. Aber gerade weil ich mich für Jersey als Futter entschieden habe, habe ich es nicht gewagt, weil ich Angst davor hatte, dass es sich komplett verzieht. Außerdem weiß ich nicht, was das Steppen mit dem Thinsulate macht!? Vielleicht wird es dadurch durchlässiger und hält nicht mehr so warm? Da werde ich noch einmal beim Hersteller nachfragen.

Ansonsten lässt es sich aber ganz wunderbar verarbeiten. Es fusselt natürlich ziemlich, trägt aber nicht auf und macht genau das, was man von ihm verlangt ..

Folgende Änderungen habe ich vorgenommen:
Verlängerung des Oberteils: 3cm
Verlängerung des Unterteils: 5cm
Verlängerung des Taschen-Reißverschluss (Danke für den Tipp, liebe Dominique!) von 15cm auf 18cm.
Bündchen an den Ärmeln nach der Anleitung von Verfliest und Zugenäht.

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Kommentare:

  1. Liebe Sindy
    Ich gratuliere dir zu diesem Meisterwerk. Deine Jacke ist wunderschön geworden! Ich würde sie grad sofort übernehmen und auf der Stelle anziehen!
    Und ja: Das kenne ich, dass das Nähwerk beim Nähen und danach etliche richtige oder vermeintliche Fehler aufzuweisen scheint. Irgendwann beim Tragen verlieren die aber meist an Wichtigkeit.
    Ich klatsche hier eine lange Runde für dich - stehend versteht sich.
    Und solltest du dich für eine Zugabe entscheiden: Die genau gleiche Jacke für mich würde ich nicht ablehnen...
    Herzliche Grüsse
    Eveline

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  2. Liebe Sindy,

    ich bin absolut begeistert von deinem Mantel!!! Und er steht dir unglaublich gut. Ich nähe gerade den Yuzu Coat von Waffle Patterns und möchte auch das Thinsulate verwenden. Hast du dieses mit dem Jerseyfutter versteppt oder einfach dazwischen gearbeitet? Wenn du mir schreiben könntest wie du es verarbeitet hast wäre ich dir sehr dankbar.
    Liebe Grüße
    Elisa

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    Antworten
    1. Liebe Elisa, danke für diese Frage, die stellen sich bestimmt viele Leser. Ich habe es im Text noch ergänzt :)

      Hab vielen lieben Dank für Deinen lieben Kommentar. Ich bin schon sehr auf Deinen Yuzu gespannt. Da hüpf ich doch gleich mal rüber zu Deinem Blog.

      Ganz liebe Grüße
      Sindy

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  3. ...stolz kannst Du darauf sein, auf Deine Peppernot. So eine aufwendige Jacke selbst zu nähen braucht doch viel Mut und Durchhaltevermögen. Da muss man einfach sein eigenes Tempo bestimmen!! Danke für alle Beschreibungen und Tipps...Das gestreifte Futter gefällt mir sehr!viel Freude beim Tragen, Marit

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  4. Einfach der Hammer. Die wär auch 100% meins. Die Streifen geben den kleinen zusätzlichen Pep. Und das Bündchen am Handgelenk ist einfach klasse.

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  5. Also der Mantel ist ja voll der Knaller! Richtig toll und steht Dir so super! Falls Du den nicht mehr magst ;)
    LG Ann Christin

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  6. Was für eine großartige Jacke!
    Den Schnitt beäuge ich schon seit längerem, so, wie von Dir umgesetzt, sieht er wirklich überzeugend aus! Tja, vielleicht nächstes Jahr....
    Auf jeden Fall viel Freude mit diesem 100%-Sindy-Teil! :-)
    glg, Steffi

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  7. Liebe Sindy,

    der Mantel ist der Hammer! Ganz Deins in blau und mit den Streifen - würde ich so auch sofort nehmen! Meine Jacke vom Sewalong wartet auch noch auf Vollendung, vielleicht sollte ich es mal angehen! Dein tolles Ergebnis motiviert definitiv.
    Und schöne Bilder habt Ihr gemacht!
    Liebe Grüße
    Steffi

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  8. Oh wow, ich bin total begeistert! Dein Mantel ist echt ein Traum und man sieht, dass er für dich gemacht ist! Ich habe noch keinen Wintermantel (und keine Jeans im Übrigen), weil ich mich noch nicht rausgesehen habe, die Zeit und das Durchhaltevermögen aufzubringen. Dabei hätte ich sogar schon einen tollen Wollstoff zuhause... Aber die Zeit wird kommen, daran glaube ich ganz fest! :-)

    Ach ja, mich würde auch interessieren, wie du das Thinsulate verarbeitet hast. Da hab ich gar keine Erfahrung...

    Genieße deinen Mantel, da freut man sich richtig über das kühle Herbstwetter, oder? ;-)

    Liebe Grüße, Selina

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  9. Mega! Wunderschön! Und auch von mir eine Standing Ovation 😘
    Ob ich mich irgendwann auch an einen dicken Wintermantel wage? Ich würde mich auf jeden Fall an dich und Dominique als Mentorinnen wenden.
    Glg Kathrin

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  10. Der Mantel ist ein Hammer, ich persöhnlich mag wegen meiner breiten Schultern einfach keine Puffärmel. Die Stoffkombi sehr gelungen. Hut ab.
    Lieben Gruß,
    Petra

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  11. Hallo Sindy,

    wunderbar ist er geworden, ich wartete schon gespannt auf die Bilder, denn gerade im Moment sitze ich am Zuschnitt desselben Mantels.

    Nochmal zum Thinsulate.... Hast Du es einfach als zusätzliche Lage miteingenäht? Hast Du es nach Oberstoff oder nach Futterschnittmuster zugeschnitten?

    Der Futterjersey passt wunderbar zum Außenstoff und schöne Details mit den Ärmelbündchen. Ich hoffe mir gehts besser mit den Ärmeln. Im Einsetzen bin ich eh immer so schlecht. Ach ja... hast Du Schulterpolster eingearbeitet?

    LG Carola

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  12. Liebe Sindy,
    vielen Dank für deine Antwort und die Ergänzung in deinem Text. Ich hatte es auch noch mal versucht herauszufinden und gelesen, dass die Wirkung des Thinsulate durch absteppen gemindert wird, also Kältebrücken entstehen...
    Mein Blog ist noch nicht wieder eröffnet, aber wenn du magst, kannst du die Fortschritte meinens Yuzus auf instagram unter elisadesign_ verfolgen...
    liebe Grüße
    Elisa

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  13. Liebe Sindy, wenn ich deinen Blogeintrag über deinen Mantel so lese, dann weiß ich wieder, was ich am Nähen so mag. Die Liebe zum Detail, das sorgsame Aussuchen, die intensive Zeit mit einem Kleidungsstück, die es zu etwas besonderem werden lässt. Nähen ist wie Liebe und auch ein bisschen wie Zaubern. Das ist eine schöne Motivation für mich, nachher zu meiner Nähmaschine zu gehen und es dir gleich zu tun.
    Danke dafür! Anni

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  14. Der Mantel ist in seiner Schlichtheit absolut chic! Die viele Arbeit hat sich definitiv gelohnt, er steht dir ausgezeichnet.

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Schön, dass Du vorbeigeschaut hast. Ich freue mich sehr, wenn Du einen Kommentar hinterlässt!