Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Betty von Staharbeit erzählt

09:37 Mein gewisses Etwas 1 Comments


Guten Morgen, Ihr Lieben!

Heute muss ich gar nicht viel sagen, Bettina macht das schon selbst am besten und hat einfach mal meine Fragen auf ihre Bedürfnisse umgestellt. Ja, so ist sie, ein richtiger Wirbelwind mit äußerst sonnigem Gemüt.

Ich freue mich sehr, dass Du bei meiner Sonntagsrunde dabei bist, liebe Bettina!

1. Erzähl ein bisschen von Dir! 

 „Grüezi, Servus und guten Tag, ich heisse Bettina und habe ein klitzekleines Suchtproblem.“ So beginnt jedenfalls der Text, mit dem ich mich auf meinem Blog „Stahlarbeit“ vorstelle. Na, kommt Euch das bekannt vor? Es geht noch weiter: „Wenn ich ohne Stoff bin, dann geht's mir schlecht. Da man als echter Junkie vorbeugen muss, besitze ich so drei, vier Meter von der besten Ware. Okay, es könnten auch fünf bis sechzig Meter sein. Grob geschätzt. Vom Jersey. Dann noch die Webware, die Bündchen, die Wachstücher...“ Abgesehen davon bin ich relativ normal. (Ich rede mir das jetzt schön, merkt Ihr’s?) Tagsüber verdiene ich meine Brötchen als Journalistin und habe mich dort im Laufe der Jahre auf Familien- und Gesundheitsthemen spezialisiert. Abends und nachts mache ich mein Nähgedöns. (Leider war der Blogname „Das mach’ ich nachts“ schon vergeben. Mist! Es hätte so gut gepasst.)


Okay, Faden verloren. Ähm, ja, ich lebe in der Nähe von Zürich, bin verheiratet, habe zwei Girlies (6 und 8), drei Nähmaschinen und dieses oben erwähnte Stoffproblem. Irgendwie hat BERNINA Wind davon bekommen. Deswegen blogge ich nicht nur privat, sondern auch dort.

Da ich nun noch was zu meinen (allfälligen) anderen Hobbies schreiben soll, sei erwähnt, dass ich leidenschaftlich gerne die Katzenkacke, die alle Stubentiger westlich des Urals in unserem Garten vergraben, wegschaufle. Im Winter ignoriere ich die Kacke und gehe nicht zu den Rosen, nicht zu den Himbeeren und ganz sicher nicht ans Gemüsebeet. So bleibt mehr Zeit zum Nähen. Womit sich der Kreis schliesst.

2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas Besonderem für Dich macht? 

Obwohl ich sonst gerne den Clown gebe, möchte ich diese Frage ernsthaft beantworten. Seit ich denken kann, war ich immer die, die gut mit Buchstaben, Worten und Sätzen umgehen konnte. Wenn es aber um handwerkliche Dinge ging, wurde ich gerne mit Verweis auf die berühmten zwei linken Händen entschuldigt. Jaja, sie ist eine Künstlerin, sie mag Farben und kann gut zeichnen – aber bitte, gebt ihr NIEMALS ein Werkzeug in die Hand. Und schon gar nix Spitzes. Mann, wie mich das genervt hat. Per Zufall kam ich dann zum Nähen. Das war wie eine Offenbarung. Dieser ganze Prozess des Stoff Auswählens, das Beiwerk, der richtige Schnitt für den richtigen Stoff, die Passform, das Optimieren – ich war entfesselt. Nach und nach wurden die Nähte gerader, die Kleider tragbar – und das Lob grösser. Natürlich mögen wir es, wenn andere unsere Dinge gut finden. Kein Mensch bloggt nur, weil er ein Mitteilungsbedürfnis hat. Wir wollen Anerkennung, wollen Teil einer Community sein, wollen uns beweisen. (Behaupte ich jedenfalls.)

3. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? 

Sagen wir so: Das Nähen ist im Laufe der Jahre zentral geworden. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht Schnitte klebe/Stoff kaufe und oder schneide/nähe/fotografiere/blogge. Obwohl ich Ferien grundsätzlich toll finde, ist das immer das Einzige, was ich wirklich vermisse. (Ich google gerne nach Stoffgeschäften in Urlaubsortnähe. Aber das bleibt unter uns, okay?)



4. Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

„Stahlarbeit“ (benannt nach der Arbeit mit Stahlnadeln und Stahlscheren) ist definitiv ein ergebnisorientiertes Projekt. Ich wollte und will viele Dinge erreichen: zeigen, was im kreativen Nähbereich möglich ist, mein Wissen mit anderen teilen, mich vernetzen – und nach und nach mein Blogprofil schärfen. In den letzten zwölf Monaten (so lange blogge ich offiziell) bin ich diesen Zielen ein gutes Stück näher gekommen. Wenn ich mir anschaue, wen ich mittlerweile alles kenne, bei welchen Blogtouren ich dabei sein durfte, welche Kooperationen erfolgreich waren – hey, da wird es mir ganz schwindelig. Vor Glück wohlgemerkt. Was ich auch (nicht immer, aber immer öfter) gut kann, ist Nein Sagen. Ich habe in diesem Jahr einigen grossen Namen einen Korb gegeben. Nicht, weil ich über allem schwebe, sondern weil mir eines bewusst geworden ist: Meine Nähzeit ist unglaublich kostbar. Ich will sie nicht an Schnitte und Stoffen verschwenden, die mir nicht gefallen oder deren Qualität mich nicht überzeugt Ich will nicht von Abgabetermin zu Abgabetermin hecheln, meine Haut zu Markte tragen und von Firmen, die mit uns Bloggern einen riesigen Reibach machen, unter Druck gesetzt werden. Ja, das wäre dann die Schattenseiten des Bloggens. Wer für einen Meter Stoff alles macht, ist schnell ausgebrannt – und vor allem austauschbar. Natürlich bin ich in einer komfortablen Situation mit dem Schweizer Einkommen (und gut geheiratet habe ich auch ;)), aber ich finde, das sollten sich alle Blogger und Blogger in spe zu Herzen nehmen. Wenn wir immer „hier!“ schreien und auf allen Hochzeiten tanzen, tun wir uns keinen Gefallen.



5. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Im Prinzip genau das. Mit dem Bloggen kann man keinen Rappen/keinen Cent verdienen. Zumindest nicht, wenn man seinen Prinzipien treu bleibt und sich nicht verheizen lässt. Weiter oben habe ich davon gesprochen, wie wichtig es ist, das eigene Profil zu schärfen. Auch das gehört dazu. Sich abgrenzen, sich treu bleiben – und eine Nische finden. Bei mir hat sich relativ früh herauskristallisiert, dass meine Follower meine Texte besonders mögen. Ich versuche dort immer wieder Informationshäppchen unterzubringen, etwas Service zu bieten – und vor allem niemanden zu langweilen. Ausserdem höre ich oft, dass meine Nähprojekte aussergewöhnlich farbenfroh und (hoffentlich) auch farbsicher zusammengestellt sind. Da sich viele da draussen kaum über Sternlimuster hinaustrauen, könnte das die Leute inspirieren - oder wenigstens faszinieren. (Zur Erklärung: Ich mag die Sachen von Vivienne Westwood auch nicht wirklich, aber ich liebe die Frau, weil sie so ein bunter Vogel ist. Merkt Ihr, dass ich mich gerade mit Miss Westwood verglichen habe? Talk about Bescheidenheit!)

6. Wo geht Deine persönliche Blogreise hin? 

Wie Ihr alle sehen könnt, trage ich keine Kleidergrösse 38. Ich weiss noch genau, wie schwer es war, mich das erste Mal in meiner ganzen (!) Schönheit zu zeigen. Das Feedback war aber überwältigend. Dafür danke ich den Leuten da draussen von Herzen. Ich möchte in Zukunft mehr für mich nähen, möchte zeigen, was gut zu meinem Figurtyp passt – und was weniger. Jeder von uns ist anders, es gibt Leute, die haben Beine bis zum Hals, andere Affenarme, es gibt die Molligen und die Hüftschiefen, die Busenwunder und die wandelnden Bügelbretter. Insofern ist die Idee, Kleider ab Stange zu verkaufen, echt idotisch. Aber wem sage ich das?



Ich, die Mädchenmutter, versuche diesbezüglich ein Vorbild zu sein. Es kann nicht unser Job sein, einem unerreichbaren Ideal hinterherzulaufen. Wir Frauen (und Männer) sollten vielmehr lernen, unsere Körper zu lieben. Wir haben die Macht, uns Kleider zu nähen, die uns passen und unsere Vorzüge hervorheben. Das ist übrigens das Tollste überhaupt an der ganzen Stahlarbeit.

Herzlich
Bettina

P.S. Wenn alles gut läuft, dann werdet Ihr bald mehr von mir hören. Ich hätte da nämlich eine Idee...

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Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Bine von echtknorke erzählt

07:59 Mein gewisses Etwas 3 Comments


Guten Morgen, Ihr Lieben!
Heute durfte ich 6 Uhr mit dem süßesten 3jährigen Mädchen aufstehen und freue mich, die Antworten von meinem heutigen Gast, Bine von echtknorke, ganz pünktlich online stellen zu können.

Bine traf ich letztes Jahr ganz spontan auf dem Potsdamer Stoffmarkt zum ersten Mal. Sie ist eine von diesen Menschen, die einen sofort in ihren Bann ziehen. So eine energiegeladene, positive und beeindruckende Frau. So so sympathisch und inspirierend. Im März durfte ich dann beim Nähcamp miterleben, wie unglaublich stilsicher und kreativ Bine ist. Ihr glaubt gar nicht, wie sie ein stylishes Kleidungsstück nach dem anderen einfach so aus dem Ärmel schüttel. Absolut beeindruckend. Ich freue mich schon sehr, wenn wir uns im März wiedersehen!!

Liebe Bine, ich danke Dir für Deine Zeit und ganz besonders für die ausführlichen Antworten. Ich weiß nicht, wie Du annehmen konntest, das würde niemanden interessieren. Bis ganz bald, meine Liebe!


Liebe Sindy, vielen lieben Dank, das du an mich gedacht und gefragt hast, ob ich an deiner Sonntagsrunde teilnehmen mag. Noch mehr bedanken muss ich mich wohl für die monatelange Geduld die du aufbringen musstest um auf die Antworten zu warten. Über mich selbst zu schreiben ist verdammt schwer.

Ehrlich gesagt war ich schon ein wenig aufgeregt und habe mir die Frage gestellt, wer interessiert sich denn für mich und meine kleine Welt, wo es doch so viele tolle Menschen da draußen gibt.

Nach einer kurzen Rücksprache mit meinem Mitbewohner hat dieser mich kräftig geschüttelt und ermutigt, den liebevollen Tritt hat er sich heute mal gespart - grins. Dann mal los:

1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen? 

Ich bin also die Bine, schreibe und gestalte den Blog „echt Knorke“. Wir wohnen im lebenden Architekturmuseum Potsdam und genießen die Nähe und Möglichkeiten Berlins. Wenn ich also einmal nicht an der Nähmaschine sitze, in mein Notebook schaue oder auf Ideenfang bin, dann - und wer meinen Instagram Account folgt, kennt ihn - meinen „Fotobasher“ - bin ich viel mit meinem Hund in der Natur unterwegs, auch mal verbunden mit meinem zweiten Hobby, dem Geocachen.



2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht? 

Soll ich jetzt ganz weit ausholen oder langweile ich euch damit? Denn bereits meine Jugend habe ich "an der Nadel" verbracht, damals allerdings die Stricknadel. Dann die Ausbildung als Goldschmiedin die mir ein sehr dreidimensionales Denken beigebracht hat. Durch meine Kinder habe ich recht schnell erkennen dürfen, wie ungemein praktisch es ist, in der Lage zu sein, handwerklich alle im Griff zu haben. Bohrmaschine, Schwingschleifer und so etliche Geräte sind meine besten Freunde.

So bin ich neben der besten Friseurin meiner Kinder, auch zu einer gefragten Innendesignerin geworden (Wände malen, Zimmer umbauen, Höhlensysteme kreieren) und natürlich kam recht schnell auch das Nähen dazu. Eine Weile ruhte dann das Nähen, bis ich den Spaß der Kreativität dank Pinterest wieder entdecken konnte. Ich muss beichten das ich ein paar Jahre sehr Pinterest abhängig war. In der Zeit wurde extrem viel gebastelt und auch wieder genäht.

Zu etwas besonderem ist mein kreativer Aktionismus aber erst nach unserem Umzug geworden. Komisch wie neue Menschen dem Leben manchmal eine total neue Richtung geben. Aber jetzt schweife ich wirklich aus.

Wer ist nun eigentlich schuld an meinem Blog? Hihi, ich weiß genau auf wenn ich da zeigen muss! Man könnte sagen, das ich blogge ist eine Verkettung glücklicher Umstände über die ich immer noch sehr glücklich und dankbar bin. Die Kirsche auf der fetten Haube Sahne (damit meine ich den Blog), nun diese Kirsche sind meine Leser, meine kleine Hertha Fan Truppe. Sie geben mir so unendlich viel Feedback auf das ich sonst in meinem stillen Nähkämmerlein verzichten müsste. Dafür bin ich so extrem dankbar! Es gibt Kommentare und Reaktionen im Blog und auf Instagram die mir Tränen des Glücks in die Augen schießen lassen.



3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

Bloggen ist für mich meine Möglichkeit meine Emotionen mit anderen zu teilen. Ich finde in einer Welt die sich zunehmend nur mit sich selbst befasst, ist es ein wunderbares Geschenk mit Gleichgesinnten in einem Gedankenaustausch zu stehen, Ideen zu teilen, Anregungen zu diskutieren.

Ich genieße dabei, wenn wir uns austauschen ohne Bewertung und Beurteilung, sondern mit Anerkennung und Respekt für das Geleistete. Das macht mich Stolz und so wie ich das in mir fühle, glaube ich, tut es auch anderen gut, sich gegenseitig Kraft, Inspiration und Mut zu geben. Ich denke, wer meine Zeilen nachvollziehen kann, der versteht auch sofort, warum ich mir Zeit für das Bloggen nehme und warum mir das Schreiben manchmal ganz leicht fällt und es dann wieder Zeiten gibt, wo mir einfach überhaupt nichts einfällt. Der Grund ist für mich, ich möchte mit meinem Blog einfach Menschen erreichen die meinen Gedanken folgen mögen und vor allem ihre hinzu addieren, das gibt mir unglaublich viel. Damit nun nicht alle glauben, ich bin komplett in der esoterischen Ecke, was zwar auch in Ordnung wäre, so ist mein Blog natürlich auch eine Plattform auf der ich mich und meine Ideen präsentiere möchte.

4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen? Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt?

Die Zeit zum Bloggen bzw. Nähen nehme ich mir und plane meine Verpflichtungen drum herum. Als ich begonnen habe, habe ich es genau umgekehrt gemacht und habe mich immer geärgert, das die Kreativität nicht auf Knopfdruck kam. Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Erfahrung ist wohl, das ich im Hier und Jetzt genau dann das mache, was mir die wenigsten Kopfzerbrechen bereitet. Ich glaube manche nennen so etwas in den „Flow“ kommen. So gesehen, gibt es keine Zeitdiebe, eher Aufgaben, die ich vor mir herschiebe.

5. Was nähst Du alles selbst? Bist Du eher ein "Selfish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? Was nähe ich? 

Nun, in erster Linie nähe ich für mich. Die Männer in meinem Haushalt fragen noch nicht nach Kleidung. Das bleibt hoffentlich noch eine Weile so. Und wenn doch einmal der Auftrag kommt handelt es sich in erster Linie um Taschen. Nun, dafür bin ich in der Familie berühmt. Ich erwähne an dieser Stelle kurz meinen Onkel Knorke, mit dem natürlich die ganze Familie bestückt ist. Du darfst mich also sehr gerne in die Schublade der "selfish sewer" stecken.



6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? 

Mittlerweile einen recht großen, ich schaffe es nicht mehr durch Geschäfte zu gehen ohne zu überlegen, welcher Stoff oder welches Schnittmuster zugrunde liegt. Kein Treffen mit Freunden indem ich nicht wenigstens einmal kurz abschweife in meine Näherlebnisse oder laufende Projekte.

…und am Ende des Tages freue ich mich diebisch, wenn mein Mann nicht mehr weiß, ob mein Kleidungsstück gekauft oder selbst gemacht ist. Dieses Erlebte zu teilen, das macht mir Freude.



7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Macht Näh-bloggen Sinn? Was für eine Frage, eine die ich mir selber auch immer wieder stelle. Dann sitze ich tief im Loch, fühle mich mega unkreativ, die Welt hat ihren Sonnenschein verloren. Nur wenn ich dann meine Blogbeiträge betrachte, spüre ich die Freude die ich dabei hatte sie zu erstellen. Spüre das alte Feuer der Leidenschaft, die zittrigen Hände bei Dingen die ich vorher noch nie probiert habe. Die Vorfreude die schon beim Stoffeinkauf in meinem Magen die Schmetterlinge fliegen lässt. All diese Gefühle wären verloren hätte ich meinen kleinen Blog nicht. Dann wäre das Shirt im Schrank nie eine Tante Hertha geworden. Ich brenne für meinen Blog manchmal mehr manchmal weniger, aber heiß ist die Flamme allemal.

Letztlich ist es aber immer die eigene Entscheidung. Noch wichtiger ist sicherlich die eigene Einstellung bzw. Haltung zu einem solchen Medium. Es gibt nicht immer nur Zuspruch und es gibt auch nicht immer Resonanz, dennoch kann es eine Menge Freude bereiten.

Abschließend ist meine Beantwortung deiner Fragen, liebe Sindy, doch ganz schön lang geworden und wenn ich es jetzt noch einmal Probelese würde ich wahrscheinlich noch etwas verändern, streichen oder hinzufügen. Aber ich lass das jetzt so ...

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Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Julia von JU-made erzählt

13:46 Mein gewisses Etwas 0 Comments



Hallo Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent und ganz viel Freude mit den sehr schön ausführlichen Antworten von Julia von JU-made.

Dir, liebe Julia, danke ich von Herzen für Deine Mühe und Zeit. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so richtig zum Stöbern bei Dir gekommen. Das muss ich jetzt nach den sympathischen Antworten unbedingt dringend nachholen. Ganz liebe Grüße und bis bald!


1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen?

Hallo, ich bin Julia und blogge erst seit Februar diesen Jahres unter JU-made. Ich wohne mit meinem Mann und unseren zwei Jungs im Süden Deutschlands. Eigentlich bin ich Krankenschwester von Beruf. Seit meine Jungs auf der Welt sind bin ich allerdings mit Herzblut Vollzeitmama und verbringe gerne Zeit mit meiner Familie! Das Nähen ist mein liebstes Hobby und braucht auch den größten Teil meiner freien Zeit. Andere Handarbeiten wie Häkeln, Stricken oder was sonst noch kreativ ist, mag ich ebenso. Wenn es meine Zeit zulässt, lese ich sehr gerne oder gehe joggen.



2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht? 

Das Nähen hat mich immer wieder gereizt. Ich habe bereits als Kind erlebt, dass für meine Mutter und meine Oma Handarbeiten zum Alltag gehört haben. Die Beiden haben hauptsächlich gestrickt. Aber meine Mama hat auch immer wieder mal was genäht. Ich fand es sehr faszinierend, was man mit einer Nähmaschine und Stoff alles (er-)schaffen kann. Meine ersten Näh- und Strickversuche in Teenie-Jahren waren allerdings nicht alle von Erfolg gekrönt…. So habe ich für einige Jahre das Nähen und andere Handarbeiten völlig links liegen lassen. Als mein Großer auf der Welt war, habe ich nach und nach die Online-Welt-des-Selbermachens entdeckt. Ich erinnere mich noch heute an meine erste Bestellung bei Dawanda – eine Wintermütze mit Halssocke für meinen Sohn. Damals noch in dem Glauben das würde ich nie selbst zu Stande bekommen!



Irgendwann bin ich auf Blogs wie den von Pattydoo gestoßen. Darüber habe ich dann andere Nähblogs und die wöchentliche RUMS-Linkparty gefunden. Ja und mein Nähwissen habe ich dann letztendlich auch über Tutorials, Freebies usw auf verschiedenen Blogs gesammelt. Der Gedanke war schon recht schnell in meinem Kopf, meine genähten Sachen und die damit verbundenen Erfahrungen auch mit Anderen zu teilen. Bis ich mich dazu entschlossen habe, das wirklich in Angriff zu nehmen, hat es allerdings noch eine ganze Weile gedauert. Ich freue mich immer wahnsinnig, wenn ich Kommentare zu meinen Posts bekomme. Das versteht wohl jeder der auch selber bloggt. Allerdings weiß ich auch, dass man oft viel mehr Blogs liest, als man kommentieren kann/will. Auch für die stillen Leser und vielleicht Nähanfänger möchte ich gerne meine Erfahrungen mitteilen. Und über die Kommentare habe ich auch schon tolle neue Blogs kennen gelernt, Neues dazu gelernt und auch virtuelle Freundschaften gefunden.

3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

Das Bloggen ist für mich eine tolle Ergänzung zum Nähen. Ich habe das Glück, dass ich auch im realen Leben Freundinnen habe, mit denen ich gemeinsam Nähen und mich austauschen kann. Nachdem ich meinen Blog gestartet habe, habe ich festgestellt wieviel Freude mir das Schreiben macht. Schon in Schulzeiten habe ich gerne Aufsätze geschrieben. Später ist dieser Teil eigentlich sehr verkümmert, ohne dass es mir bewusst gefehlt hätte. Aber jetzt fällt es mir sehr leicht und ich freue mich immer schon darauf einen neuen Text zu verfassen! Über die Resonanz merke ich auch, dass nicht alles im Nichts verhallt… Das spornt natürlich an und hinterlässt ein gutes Gefühl. Ich bin ein Mensch der gerne alles perfekt machen will. So habe ich meine Ziele für meinen Blog auch sehr hoch gesteckt. Ich habe dann aber schnell festgestellt, dass ich 2-3 Posts pro Woche nicht halten kann und auch bei Weitem nicht immer „perfekte“ Fotos zeige. Aber das ist das Gute am Hobbyblog – ich bestimme wo es lang geht. Ich habe es inzwischen zum Glück geschafft den Druck etwas rauszunehmen und fühle mich damit ganz gut!



4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen? Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt? 

Ich nähe einen Abend in der Woche mit meinen Freundinnen. Das ist mein einziger fester Nähtermin. Sonst nehme ich auch manchmal meine Jungs mit ins Nähzimmer, zumindest der Große werkelt da auch gerne schon kreativ vor sich hin. Das ist aber natürlich meist nicht so produktiv. Naja und wann immer ich mir freie Zeit genehmigen kann, nutze ich sie: Schnittmuster kleben oder Zuschneiden geht z.b. auch beim Besuch bei den Großeltern! ;-) Den Text für meine Posts tippe ich auch manchmal auf dem Handy, wann immer mir was einfällt und sich die Zeit findet. Ich empfinde eher das Fotografieren als zeitraubend. Da suche ich für den Winter auch noch eine gute Möglichkeit für drinnen, dann auch gerne mit Stativ und Selbstauslöser. Sonst nimmt das Fotografieren am Wochenende oft einen großen Platz in der Planung ein. Da mein Mann die Fotos zwar macht, aber kein passionierter Fotograf ist, stößt das nicht immer auf große Begeisterung beim Rest der Familie.

5. Was nähst Du alles selbst? Bist Du eher ein "Selfish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? 

Inzwischen kann ich glaube ich sagen, dass ich alles nähe oder es zumindest versuche (Jeans oder Parka sind inzwischen auch kein rotes Tuch mehr für mich). Ob Accessoires, Taschen oder eben Kleidung für mich, meine Jungs oder auch mal für meinen Mann. Ich habe schon einiges ausprobiert und mir gehen die Ideen nicht aus… ;-) Vor Frauen die sich ihre gesamte Garderobe selber nähen, habe ich aber großen Respekt. Das wäre für mich definitiv zeitlich nicht machbar. Aber ich habe festgestellt, dass ich sowohl im eigenen als auch im Schrank meiner Kinder eher zu selbst genähten Kleidungsstücken greife, als zu gekauften. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man sich so individuelle Lieblingsstücke herstellen kann! Und ja, ehrlicherweise bin ich wohl doch meist „Selfish Sewer“… Einfach weil ich manchmal das Gefühl habe, kaum noch zu wissen wohin mit meinen Nähplänen und dann eben meist ein Projekt für mich auf dem Tisch landet… Was mir definitiv nicht liegt, wäre genähte Sachen zu verkaufen. Ich habe das vor einiger Zeit mal in Erwägung gezogen und mich sogar mal an einem Dawanda-Shop versucht. Aber mehrmals das gleiche Teil zu nähen ist für mich ein Graus… Ich mag es Dinge individuell zu gestalten und stecke oftmals viel Zeit in die Details. So entstehen dann für die Familie oder als Geschenk Unikate mit viel Liebe!


6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? 

Also ein Leben ganz ohne Nähen oder andere Handarbeiten könnte ich mir definitiv nicht mehr vorstellen. Im Moment kann ich das auch über meinen Blog so sagen. Sollte ich in Zukunft mal feststellen, dass ich nicht mehr bloggen möchte, kann ich mir ein Leben ohne Bloggen schon vorstellen. Aber in meiner gegenwärtigen Lebenssituation passt es für mich alles so gut zusammen. Wie mein beruflicher Wiedereinstieg nach der Elternzeit aussieht, weiß ich auch noch nicht. In meinen Träumen mache ich mein Hobby zum Beruf… Also wer weiß wo mich mein Weg noch hin führt… Aber zum Glück habe ich für diese Entscheidung noch ein bisschen Zeit!

7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Für mich besteht der Sinn des Bloggens darin, dass es mich ergänzend zum Nähen glücklicher und zufriedener macht. Wenn es zur Belastung wird und evtl dann auch die Freude am Nähen auf der Strecke bleibt, würde ich es ändern. Ich finde da gibt es unzählige Möglichkeiten. Einige Blogger posten nur in großen Abständen, zu den richtigen Terminen (z.b. Linkparty, Sew Along) kann das trotzdem zu einem guten Austausch führen. Oder eben ganz weg vom Blog, ein kürzerer schnellerer Austausch via Instagram. Aber auch ein Leben als ausschließlich passiver Leser anderer Blogs wäre für mich vertretbar, solange es für dich stimmig erscheint. Deine Art Fotos drinnen vor einer weißen Wand zu machen ist meiner Meinung nach super gelungen! Ich schaue mir die Bilder sehr gerne an und lese gespannt die Texte dazu. Und das erfüllt für mich als Leser schon mal definitiv die Anforderungen die ich an einen Blog habe den ich regelmäßig lese. Ich wünsche dir liebe Sindy auf jeden Fall, dass du den richtigen Weg für dich und deinen Blog findest! Bis dahin bin ich gespannt was du noch so zeigst…. Danke für die tolle Möglichkeit hier dabei zu sein! Liebe Grüße Julia

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Cheyenne Tunika

23:59 Mein gewisses Etwas 17 Comments

Mir fehlen heute zu diesem besonderen Post, das erste Mal überhaupt, einfach die Worte. Ich weiß nicht, wie ich beschreiben soll, was diese Tunika für mich bedeutet. Ich finde keine Worte, die meine Empfindungen treffen. Ich kann nur sagen:

Die Tunika ist ich. Ich bin bin die Tunika.



Die Länge. Die Form. Die Ausschnitttiefe. Die Details. Das Gesamtbild. Ich habe noch kein Kleidungsstück getragen, geschweige denn genäht, was mich so perfekt interpretiert, wie diese Tunika.

linked with RUMS
Lara von 1000Stoff hat einen wundervollen leichten Denim für mich ausgewählt. Er fällt ein wenig schwerer und gibt der Tunika dadurch einen herrlichen Stand. Lässig und doch schick. So, wie ich es am liebsten mag.


Cheyenne ist mein eigener kleiner Höhepunkt der letzten 7 Nähjahre. Nicht nur nähtechnisch, sondern vor allem aufgrund des Stils. Ich bin so glücklich, nun endlich zu mir gefunden zu haben.


Diese Tunika schubst mich quasi auf mein nächstes Level. Weg von schnell-schnell hin zu einer neuen Achtsamkeit und dem sicheren Gefühl, angekommen zu sein.


Angekommen bei mir. Angekommen in dem Bewusstsein: Ich bin ich. Nicht perfekt und nicht "everybodys darling" dafür zu jederzeit authentisch und ehrlich.


Ich kann nur immer und immer wieder betonen, wagt Euch an Schnitte, die auf den ersten Blick zu kompliziert erscheinen. Mit einer durchdachten und gut bebilderten Anleitung, wie hier bei Cheyenne, kann wirklich nichts schief gehen. In Englisch wäre es wahrscheinlich auch eine Herausforderung geworden, aber mit der deutschen Übersetzung im Nähconnection-Shop ist auch dieser Stolperstein aus der Welt geschafft.

Vor ein paar Tagen war ich im Stoffhandel in Arnstadt und habe gleich 3 weitere Blusenstoffen mitgenommen. Zusätzlich habe ich bei Lara einen ganz wundervollen Flanell gekauft.


Den werde ich gleich als nächstes in eine Cheyenne verwandeln.

Wie wäre es mit einen lockeren Mama-Kind-Kombination mit Laramie und Cheyenne? Im Nähconnection-Shop gilt weiterhin: Beim Kauf von 2 oder mehr Hemdenschnitten gibt es automatisch 20% Rabatt im Warenkorb.

Liebe Annika, ich danke Dir für diesen Schubser. Ohne Dich wäre ich nie im Leben darauf gekommen mir eine Tunika mit Knopfleiste und echten Knöpfen zu nähen, die dann auch noch zu einem solchen Lieblingsteil wird. DANKE!

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Hemdblusenkleid Laramie

08:24 Mein gewisses Etwas 7 Comments

Manchmal muss ich schon so ein bisschen über mich schmunzeln. Was habe ich nicht alles ausgeschlossen, als ich anfing zu nähen. Möglichst einfach sollte es damals sein und vor allem: schnell gehen. Bloß nicht zu aufwändig und langwierig. Der greifbare Erfolg stand im Vordergrund.

Mit der Erfahrung (und vor allem mit 1,5 Jahren Akkordnähen fürs kleine Label) kam die schnelle Genauigkeit. Und auch ein allgemeines Verständnis für das Nähen von Kleidung.  Durch die zahlreichen, wunderbar detaillierten ebooks und Nähvideos hab ich viel gelernt, auf das ich bei neuen Projekten zurückgreifen kann.

Plötzlich stand da über die Nähconnection Botschafter ein Schnitt für eine Bluse für Mädchen im Raum. Etwas, was ich noch letztes Jahr dankend abgelehnt hätte. Dieses Jahr aber stellte ich mich der Herausforderung.

linked with After Work Sewing, Mittwochs mag ich 

Was soll ich sagen? Ich bin überglücklich, dass ich es gewagt habe! Das Hemdblusenkleid steht dem großen Mädchen fantastisch. Das ist genau ihr Stil. Lässig und schick. Wie die Mama.


Bei der Größenwahl war ich etwas skeptisch. Wir hatten eine ähnliche Kaufbluse hier, die ich zum Vergleich dazu nahm. Mein großer 7,5jährer Hüpfer ist sehr schmal und lang. Und als ich die Kaufbluse auf den Schnitt legte, war schnell klar, dass die Größe für 8 Jahre viiiiel zu weit werden würde. Auch bei Größe 6 Jahre ist noch einiges an Luft, aber ich denke, da wächst sie über das nächste Jahr schön rein. Deswegen habe ich ich auch für einen schönen dünnen Chambray und 3/4 Ärmel entschieden. Damit kann sie das Kleid schön kombiniert das ganze Jahr über tragen.


Und so wie es scheint, wird sie das auch tun. Nach 3 Tagen hintereinander habe ich heute die Chance genutzt und das Kleid schnell in die Wäsche gesteckt. Natürlich unter Protest der Tochter.

Ich freue mich aber sehr, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Sie fühlt sich wohl und ich bin stolz, dass ich mal etwas anderes als Jerseyshirts oder Checkerhosen genäht habe.


Mit diesem Beitrag beteilige ich mich liebend gern an Annikas Hemdenwoche. In den Nähconnection Shop sind vier neue Hemdenschnitte für Kind, Frau und Mann eingezogen. Beim Kauf von 2 oder mehr Hemdchnitten gibt es bis zum 6.12.2016 automatisch 20% Rabatt im Warenkorb.

Das Hemdblusenkleid ist nach dem Schnitt Laramie entstanden. Im Schnitt sind 4 Varianten enthalten, die man sich nach Lust und Laune gestalten kann.


Morgen zeige ich Euch dann mein "Hemd".

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Weihnachtsmann Tour - Endlich wird der Mann des Hauses benäht

05:54 Mein gewisses Etwas 16 Comments

Männer haben es nicht leicht, wusstet Ihr das?
Meiner hat es ganz besonders schwer. Wir kennen nämlich genau drei Paare, bei denen die Frau näht. Und tatsächlich haben genau diese drei Männer schon ziemlich zu Beginn der aktiven Nähzeit ihrer Frauen, etwas genäht bekommen. Erst ließ das meinen Mann völlig kalt. Dann entwickelten sich kleine ironische Witze wischen den Männern, die dazu führten, dass er vor einem Jahr aktiv den Wunsch äußerte von mir benäht zu werden. Öhm ja, vor einem Jahr.

Aber gut Ding will Weile haben. Oder naja, ganz ehrlich, ich hatte einfach zu viele Pläne für mich und wenig Lust, nun auch noch Schnittmuster für den Mann rauszusuchen. Wir beide sind eher an den Konfektionsgrößen vorbei gewachsen. Mir war also klar, wenn ich etwas für ihn nähe, dann muss ich den Schnitt anpassen. Und ja, das hielt mich tatsächlich ein wenig ab.

Vor ein paar Wochenen tauchte dann das Thema bei meinen Lieblingsbloggern auf. Da gab es eine ominöse Weihnachtsmann-Tour, die mein Interesse geweckt hatte. 17 Bloggerinnen haben sich, gesponsort vom Stoffbüro, auf den Weg gemacht, ihren Mann mit etwas Selbstgenähtem glücklich zu machen. Die Chance für meinen Mann, nun endlich von mir benäht zu werden.

Und wenn ich schon damit anfange, dann richtig. Hoodies hat der Mann genug. Shirts auch. Es fehlt an Poloshirts, die er sehr gern trägt, die aber gerade nicht in und deswegen nicht so oft zu finden sind. Na klar, dann näh ich halt mal nebenbei ein Poloshirt. Ist ja nur ne Knopfleiste, die schön mittig und auffällig, also ganz akkurat, genäht werden will.

Die Suche nach einem geeigneten Schnitt war eher ernüchternd. Ich fand genau einen Schnitt. Wahnsinn, oder? Für Frauen und Kinder gibt es jedes Kleidungsstück in x verschiedenen Varianten und für Männer soll es genau einen Schnitt für ein Poloshirt geben? Klingt merkwürdig, ist aber so!
(Anmerkung: mittlerweile gibt es noch einen Schnitt von der Ostseepiratin, den ich Euch noch vor Weihnachten vorstellen werde.)

Ich nahm Kontakt mit Sabine vom dawanda-Shop einfach-anziehend auf und erzählte Ihr von dieser Männertour. Sie war gleich ganz begeistertet und stellte mir ihren Polo-Schnitt Phillippe zur Verfügung.

Entstanden sind zwei ganz wunderbare Polos, die so unglaublich perfekt zum Stil des Mannes passen, dass ich selbst manchmal ganz verwundert bin, was da mittlerweile so alles unter meiner Nähmaschine hervor kommt.


Die Knopfleiste und die Knopflöcher (!!!) waren natürlich eine große Herausforderung für mich. Beides sind eher so meine Angstgegner. Da gibt es auch definitiv noch Verbesserungsbedarf, aber für meinen ersten Versuch bin ich echt überglücklich. Auf den ersten Blick sieht man tatsächlich keine Fehler. Das liegt aber vor allem daran, dass sich Sabine die Mühe gemacht hat, zu Phillippe Nähtutorials in Videoform zur Verfügung zu stellen. Damit kann wirklich nichts mehr schief gehen!

Vor dem Nähen habe ich den Mann dann erst einmal komplett vermessen. Mit seinen Maßen, die ich jetzt nicht ungeheuer groß finde, musste ich bei Phillippe schon die größte Größe nehmen. Und selbst da war er ein bisschen drüber. Zur Sicherheit habe ich mir ein sehr gut passendes Kauf-Poloshirt genommen und den kompletten Schnitt damit abgeglichen.

So habe ich z.B. am Armausschnitt gut 1cm weggenommen, da ich die Schulterbreite schon ziemlich breit fand. Und auch jetzt denke ich, es könnte noch ein bisschen was weg. Obwohl man bei Polos ber immer aufpassen muss, da sich durch die Öffnung der Knopfleiste alles ein wenig verzieht.

Bei diesem Modell habe ich zum wunderschönen Nosh-Stoff ein einfaches graues Bündchen für die Details verwendet. Ich hatte ein bisschen Bammel, dass der Kragen damit zu steif wird. Ich finde ihn aber genau richtig.


Naja .. das mit den Streifen hat dann wohl nicht so gut geklappt, aber irgendwas muss bei mir 80% Mensch immer sein. Dafür passt aber das Polo in der Länge perfekt. Das hat man oft nur, wenn man selbst näht. Genauso wie nicht aufeinander treffende Streifen in der Seitennaht ..


Von Catrin habe ich die Streifenliebe in blau/türkis zur Verfügung gestellt bekommen. Das sind genau die Farben meines Mannes. Das Türkis leuchtet so wundervoll in Kombination mit dem Blau.

Die Knopfleiste habe ich aus dem Uni-Jersey passend zur Streifenliebe zugeschnitten. Da ist es wirklich ein Segen, wenn man auf so eine tolle Stoffkollektion zurückgreifen kann. Während ich bei dem Nosh-Polo bei der Stoffwahl ein wenig angespannt war, könnte ich hier darauf vertrauen, dass das Blau perfekt passen würde.

linked with Handmade on Tuesday, CreaDienstag, Dienstagsdinge, Ich näh Bio


Auch, wenn ich sonst eher schlichter unterwegs bin, bot es sich einfach an, kleine türkisfarbene Hemndenknöpfe zu nehmen. Und dazu ein wundervoll männliches und stylishes Größenetikett aus der Feder von Änni.


Ich kann Euch den Schnitt wirklich nur empfehlen. Zusammen mit den Nähvideos kann sich wirklich jede ein perfektes Polo nähen. Da bin ich mir sicher. Deswegen freue ich mich auch sehr, dass Sabine (auch bei Facebook unter Stoff und Nähecke zu finden) einen Philippe in ebook-Form in unseren großen Lostopf geworfen hat. Am Ende des Posts könnt Ihr über den Rafflecopter am Gewinnspiel teilnehmen.

Die Stoffe aus dem Stoffbüro sind wieder in wahrer Traum. Von Nosh habe ich mich ja schon überzeugen lassen. Nun weiß ich aber auch, wie wunderschön Catrins Eigenpoduktion in Zusammenarbeit mit Albstoffe ist. So eine tolle Stoffqualität hält man nicht oft in den Händen.

:: stoffbüro :: Bio Jersey "Streifenliebe" marine/petrol
NOSH :: Jersey Streifen blau/hellgrau

Ich liebe diese Männertour sehr. Es hat sich wirklich gelohnt, sich auch den Männerschnitten einmal anzunähern. Schaut deswegen auch unbedingt bei den anderen Tourteilnehmerinnen vorbei. Es wurden tolle Schnitte mit den wunderschönen Stoffen aus dem Stoffbüro vernäht und wunderschöne Bilder gemacht.


WEIHNACHTSMANN-TOURDATEN
Montag, 28. November:
Dienstag, 29. November: 
Mittwoch, 30. November: 
Donnerstag, 1. Dezember: 
Freitag, 2. Dezember: 

Über den Rafflecopter könnt Ihr sehen, welche Schnitte im Lostopf liegen und am Gewinnspiel teilnehmen.

a Rafflecopter giveaway

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Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Änni von ÄnniSews erzählt

12:37 Mein gewisses Etwas 5 Comments


Hallo Ihr Lieben!
Puh, schon wieder Mittagszeit? Ich bin voll im Hemdennähfieber und habe darüber ganz vergessen, die heutige Sonntagsrunde einzuläuten .. Ohje.

Dabei freue ich mich so, dass Änni von ÄnniSews heute bei mir zu Gast ist. Denn mal Hand aufs Herz, wer kennt sie nicht? Ich glaube, jedem ist Änni schon einmal virtuell und vielleicht auch real über den Weg gelaufen. Mir ist sie besonders durch ihren (schwarzen) Humor aufgefallen. Ännis Beiträge und Kommentare sind ganz mit einem Augenzwinkern geschrieben. Das mag ich sehr. Und auch in Echt hatte ich das Gefühl, wir hätten uns noch ewig Sprüche um die Ohren hauen können. Schade, dass wir uns in Ulm letztes Wochenende nicht sehen konnten. Ich hatte mich sehr drauf gefreut.

Nun aber herzlichen Dank, liebe Änni, für den Blick hinte die Kulissen Deines Blogs und Deine lieben Worte zu meinem Blog. Bei mir wusste übrigens auch privat lange niemand, dass ich einen Blog schreibe. Irgendwie waren das zwei getrennte Welten. Nun hat es sich langsam vermischt und immer noch ist es ein merkwürdiges Gefühl, wenn mich jemand nicht ganz so nahes, darauf anspricht. Aber Du hast recht, eigentlich sollte man viel öfter damit angeben!

1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen?

Hallo und dankeschön für die nette Einladung zur Sonntagsrunde! Ich bin Änni, 35 Jahre alt und Mutter eines einjährigen Sohnes. Neben Kind und Näh-Hobby wird mir als selbstständige Grafik Designerin auch sonst nicht langweilig. Wenn doch, mache ich Sport – von Joggen über Fitness ist alles dabei – oder lese ein Buch. Wobei letzteres gerade eindeutig zu kurz kommt.



2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht? 

Zum Nähen bin ich nicht über den Gedanken „Ich möchte unbedingt XY haben“ gekommen, sondern tatsächlich über die Freude am „Werkeln“ – ich hatte einfach Lust Dinge zu schaffen und gleichzeitig sah ich bei Dawanda und Co Täschchen und Kleinkram bei dem ich sofort „kann ich doch auch" dachte. Konnte ich zwar erstmal nicht, aber der Ehrgeiz war da und die Nähmaschine, ein uraltes Modell von meiner Mutter, ebenfalls. Der Blog kam zu dem Zeitpunkt ins Spiel, als ich Austausch wollte den mir mein Umfeld nicht bieten konnte. Familie und Freunde applaudierten eben beim fünften Shirt nicht mehr so euphorisch wie ich mir das vorgestellt hatte und ich bekam das Gefühl, dass ich mehr Anerkennung verdient hätte ;-) Gleichzeitig war ich schon länger stille Leserin einiger Blogs und da lag der Plan nahe, nicht nur heimlich bei den anderen mitzulesen sondern eben auch selbst ein Teil der Nähblogger-Welt zu werden.

3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

Das Bloggen bedeutet für mich Austausch mit Gleichgesinnten. In meiner Gegend gibt es kein Nähkaffee oder Ähnliches und alle meine nähenden Freunde habe ich erst über das Bloggen kennengelernt. Jeder Blogpost ist ein bisschen so wie eine Verabredung mit ihnen. Natürlich werden diese Dates mittlerweile auch von schnellen Instagram-Dates (Speeddating!) unterstützt, allerdings nicht ersetzt. Ein weiterer Punkt ist, dass das Bloggen mir auch Kontakte mit Stoffherstellern, Schnittmustererstellern und anderen beschert hat. Hätte ich nur im stillen Kämmerlein vor mich hin genäht, wären all diese Kontakte nicht zustande bekommen. Ich nähe wahnsinnig gerne und es ist natürlich ein großes Glück neue Schnitte oder Stoffe geschickt zu bekommen um sie vorzustellen. Dabei geht es natürlich auch um Anerkennung. Jemand denkt, dass ich sein Produkt, sei es Schnitt oder Stoff gut präsentieren kann. Die ständig angesprochene Schattenseite „Aber wenn Dir Stoff/Schnitt gar nicht gefällt!?“ ist für mich kaum relevant. Schnitte die nicht zu mir passen lehne ich ab oder verändere sie so, dass sie meins werden. Jeder fortgeschrittene Näher passt seine Schnitte an, das ist also nichts besonderes. Stoffe die ich „privat“ nicht tragen würde sehe ich als Herausforderung. Welcher Schnitt passt zum Stoff, welcher schiebt ihn in eine ganz andere Richtung. Den klassischen Rosendruck sieht man auf den ersten Blick vielleicht eher in Muttis Wickeltop mit falblich passendem Bindeband und da wäre er bei mir völlig fehlplatziert. Wenn ich ihn aber sportlich in einem Sweater mit grau kombiniere ist er plötzlich meins. Das macht mir total Spaß! Ok, manchmal klappt es nicht, aber das ist dann eben so ;-) Aber auch das einfache Nähtagebuch trifft ein bisschen zu: Ich suche oft nach alten Posts um zu gucken ob ich etwas am Schnitt verändert habe oder wie er sitzt. Und wie bei einem richtigen Tagebuch, stoßt man auch beim Blogtagebuch hin und wieder auf Einträge, bei denen man schmunzeln muss. Wie stolz war ich auf mein erstes Jerseyshirt! Und wie schlimm sah das bitte aus...



4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen? Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt? 

Zeit zum Nähen hätte ich natürlich gerne mehr (wer nicht?), aber statt Fernsehen am Abend fügt es sich ganz gut in meinen Tagesablauf ein. Natürlich nimmt das Bloggen auch viel Zeit in Anspruch, ich versuche es aber ganz klar hinter dem Nähen anzustellen. Das Nähen ist mein Hobby, das Bloggen schon eher Mittel zum Zweck. Und wenn die Zeit knapp ist, gibt es eben mal keine ausufernden Geschichten sondern drei Sätze mit knallharten Fakten. Es gibt den Blog nicht weil ich unbedingt schreiben wollte, sondern weil ich Genähtes zeigen möchte und das darf man ruhig erkennen.

5. Was nähst Du alle selbst? Bist Du eher ein "Seflish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? 

Definitiv Selfish Sewer, wobei ich aber sehr gerne Reste verarbeite und deswegen doch viel Kinderkleidung entsteht. Habe ich aber die Wahl, ob ein Stoff für mich oder für jemand anderen vernäht wird, muss ich leider die Egotour fahren. Sorry ;-) Wobei ich auch immer etwas irritiert bin über Leute, die erzählen wie sehr es sie nervt, für andere zu nähen. Dann würde ich es definitiv nicht machen. Jedes Teil das ich nicht für mich genäht habe, habe ich mit Spaß und Freude genäht. Ich habe keine Tochter, möchte aber hin und wieder ein Kleid nähen. Man braucht nicht mehr als, äh, vier Patchworkdecken, ich hab aber zweimal im Jahr Lust eine zu nähen. Also nähe ich ganz egoistisch für andere Kleidchen und Decken. Weil ich Lust darauf habe. Den Fall, dass mir jemand Hosen zum kürzen vorbei bringt gab es so noch nicht. Könnte auch daran liegen, dass ich lange Zeit nicht unbedingt mit meinem Hobby hausieren gegangen bin und bis auf die Mütter die in den Genuss meiner Kleidchen kamen kaum jemand wusste dass ich nähe. Den Blog habe ich sogar einfach nie erwähnt, er war da einfach nicht relevant. Erst seit kurzem habe ich das Geheimes um mein zweites Internetleben gelüftet und gebe nun öffentlich damit an ;-)



6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? Vom Hobby zur Lebenseinstellung? 

Schwierige Frage. Klar ist, dass das alles schon mehr Platz in meinem Leben eingenommen hat, als ich vor ein paar Jahren dachte. Aber das ist prima so. Ich bin gerade an dem Punkt, wo sich das Hobby mit meinem Beruf vermischt. Als Designerin ist es ja schon naheliegend Stoffe zu designen und nun, da Catrin Hilfe bei ihren Stoffbüro Stoffen brauchte hat sich hier der Kreis geschlossen. Das ist eine tolle Sache und einen Stoff nach eigenem Design zu vernähen ist natürlich der Knaller. Nähen und auch Bloggen sind also sehr wichtig für mich.



7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Nein, macht es nicht. Wer überlegt einen Blog zu starten, dem würde ich folgendes sagen: Wenn es mehr ums Bloggen geht als ums Nähen, dann schreib lieber einen Fashion/Lifestyleblog. Einmal die Woche ein neu gekauftes Teil in die Kamera halten, fertig. Nähbloggen macht da schon etwas mehr Arbeit…. Spaß bei Seite, ich glaube das muss jeder aus dem Bauch heraus entscheiden. Facebookgruppen und Instagram sind ja mittlerweile für viele eine Alternative was den Austausch angeht. Alleine um den Punkt geht es also nicht mehr, zumal die Kommentarfunktion ja immer weniger genutzt wird – verständlich, wenn die Leser schon auf dem schnellen Weg bei Insta und Co kommentiert haben. Grundsätzlich sollte man aber einfach machen worauf man Lust hat. Ich hab drei Monate Spaß daran auf dem Blog ein genähtes Teil nach dem anderen rauszuhauen? Super! Irgendwann brauche ich mal eine Auszeit? Ja warum denn auch nicht!? Ich finde man darf das nicht so verbissen sehen und muss den Druck rausnehmen. Es ist ein Blog, der verkraftet es schon, wenn mal zwei Wochen nichts passiert. (Vielleicht ist das der Unterschied zur Facebookseite, die ja neuerdings auch als Blog zählt?) Ich finde es eher irritierend wenn Blogs an- und abgemeldet werden, ständig Drama ist und Leute alle paar Wochen verschwinden und wieder auftauchen – und jeden dieser Schritt groß ankündigen. So ein bisschen Ruhe schadet da nicht. Ich hab in meiner Leseliste übrigens tatsächlich noch Blogs auf denen seit Jahren nichts passiert ist. Irgendwann lösche ich die natürlich auch, aber ich spreche von Jahren, nicht von Tagen! Ich bin da eher eine treue Seele ;-)

Und nun ganz speziell auf Deinen Fall bezogen: Ich hoffe einfach, dass Du noch ganz lange dabei bleibst und der (wiedergefundene) Spaß an der Sache so schnell nicht verloren geht. Ich freue mich jedenfalls sehr Dich kennengelernt zu haben und auch schon bald wieder zu sehen und all das wäre ja ohne Blog nicht möglich gewesen… ach, ich wiederhole mich.

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Kleidung nähen - ohne Schnittmuster

05:58 Mein gewisses Etwas 11 Comments

Als mir Steffi von herzekleid Anfang diesen Jahres erzählte, dass sie an einem Buch arbeitet, freute ich mich riesig für sie. Ich mag ihren Stil so so so sehr und finde, sie ist eine wahre Künstlerin. Vieles näht sie einfach so, als ob nichts dabei wäre, obwohl das für mich schon eine große Herausforderung wäre. Dass sie nun von einem Verlag angesprochen wurde, ein Buch zu schreiben, war schon längst überfällig!

Ich war also sehr gespannt, welches Thema das Buch haben würde. Der Sommer verfolg und plötzlich wurde das Buch - Kleidung nähen ohne Schnittmuster - auch schon veröffentlicht. Der Verlag war so lieb, mir ein Exemplar zur Verfügung zu stellen.


Mein erster Gedanke war, dass das das perfekte Buch für meine Nähanfänge gewesen wäre. Jetzt da ich schon lange nähe, passte es nicht mehr zu meinen Nähprojekten. Ich war hin und her gerissen, setzte mich aber schon Steffi zuliebe mit dem Buch auseinander.

Und was soll ich sagen? Ich lag falsch! Dieses Buch ist für jedes Nählevel geeignet. Es gibt kein Ausschlusskriterium, warum es zu irgendeiner Hobbynäherin nicht passen sollte. Hat man gerade begonnen zu nähen, führt einen das Buch sehr übersichtlich an die einfache Schnittkonstruktion heran. Es gibt viele Modelle, die schnell genäht sind und schnelle Erfolgserlebnisse garantieren. Für alle Fortgeschrittenen gibt es nahtverdeckte Reißverschlüsse und Knopfleisten. Auch solche eher komplizierten Details sind sehr schön beschrieben und werden durch Detailbilder unterstützt.

Ich hatte sofort den Pullover ganz unten links im Kopf. Mit einem weich fallenden Strickstoff hätte der bestimmt ganz wundervoll ausgesehen. Leider verzögerte sich die Lieferung, so dass ich mir ein anderes Projekt suchte.


Die Strickjacke mit Schalkragen sollte es nun werden.
Zusammen mit Bleistift, großem Lineal und Winkelmesser konstruierte ich zuerst das Shit, welches der Jacke zugrunde liegt und passte diesen dann an soweit an, dass er zu einer Strickjacke wurde. Auch wenn im Buch alles auf Stoff gezeichnet wird, habe ich mir meine Arbeit auf Papier gesichert. So kann ich die Schnitte immer wieder verwenden.


Als die Jacke dann fertig war, hatte ich so gar keine Lust mehr auf den Schalkragen. Das ist ja das schöne im selbst konstruierten Schnitte. Man näht das, was einem gefällt. Und wenn der Schalkragen nicht sein soll, dann lässt man ihn eben weg.

An die Ärmel habe ich mir noch zusätzlich ein paar Bündchen gebastelt. Das mag ich vor allem im Herbst/Winter einfach lieber.

linked with RUMS

Entstanden ist eine ganz wundervolle neue Strickjacke. Vor allem für Menschen, wie mich, die so gar nicht in Konfektionsgrößen passen und sich jedes Schnittmuster anpassen bzw. verlängern muss, ist das Buch eine gelungene Alternative. Da man einen Schnitt nach seinen Maßen konstruiert, gibt es am Ende keine Anpassungen. Der Schnitt wird ja quasi auf den Leib geschneidert.


Ich kann Euh das Buch nur wärmstens empfehlen. Probiert es einfach mal aus, auch wenn ihr vielleicht skeptisch seid, so wie ich. Ich finde man lernt eine Menge und wird definitiv nicht enttäuscht.

Sobald mein Stoff da ist, nähe ich mir gleich noch dan Pullover. Auf den bin ich schon ganz besonders gespannt.

Weitere Einblicke in das wundervolle Buch, findet ihr hier:

Herzekleid
:: stoffbüro ::
Firlefanz
Pedilu
FrauGold
JohysBunteWelt 

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Strickstoff über Stoffhandel Arnstadt
Buch über EMF zur Rezension zur Verfügung gestellt

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Häkeltasche mit Materialien von Stoff&Stil

07:16 Mein gewisses Etwas 9 Comments

Als ich vor ein paar Wochen den neuen Stoff&Stil Katalog durchblätterte, blieb ich sofort an dem Bild einer gehäkelten Umhängetasche hängen.

Grob gehäkelt.
Dickes Garn.
Tolles Muster
Lederriemen.
Hellgrau.
Perfekte Größe.

Meins!


Dann zögerte ich doch ein wenig. Ich hatte lange nicht gehäkelt und war mir nicht sicher, ob sich der Materialpreis von knapp 50€ tatsächlich lohnen würde. Was, wenn die Tasche ein totales Fiasko werden würde und die 50€ absolut verschwendet gewesen wären?

Bald stand jedoch wieder eine Familienfeier an. Mit dabei, meine Tante, die schon immer gestrickt und gehäkelt hat. Meine Chance, mit Ihr zumindest den Anfang zu besprechen und die ersten Maschen gemeinsam zu häkeln.

Mein Plan ging auf. Als der Anfang einmal gemacht war, war die Tasche ruckzuck fertig. Und fast war ich ein wenig traurig, dass es so schnell ging. Mit Häkelzeug abends auf der Couch vor dem Kamin zu sitzen, ist doch noch mal um Längen gemütlicher als im Nähzimmer weit weg vom Kamin. Ich denke, da wird noch die ein oder andere Häkel- oder Strickarbeit im Winter entstehen.


Bei den ersten kalten Tagen fiel mir dann auf, wie wunderbar mein erster gestrickter Schal und die Tasche zusammenpassen. Bzw. dass sie tatsächlich die gleiche Farbe haben. Damit passen beide perfekt zu meiner Winterjacke, die sich übrigens schon absolut bewiesen hat.


Innen habe ich die Tasche mit einem wundervollen Stoff der Eulenmeisterei gefüttert. Das filigrane Muster und das zarte Grau passen perfekt zu meiner Häkelarbeit außen.


Für die Henkel wollte ich erst ein Stück Leder von Stoff&Stil kaufen, musste dann aber, weil dieses ausverkauft war, umschwenken und landete bei Ulrike von LoNeJo, die ganz wundervolle Lederriemen in der Wunschlänge verkauft.


Ich bin schon sehr gespannt, wie lang die Tasche durchhalten wird. Mir graut ein bisschen davor, das sich ein Faden ziehen könnte, oder das sich bei der hellen Farbe bald doofe Flecken ansammeln. Aber bis dahin genieße ich sie sehr und trage sie tatsächlich jeden Tag. Ich hab extra darauf geachtet, dass ein A4 Umschlag in die Tasche passt. Das ist für mich ein Standardmaß für Taschen. Wenn das erfüllt ist, trage ich sie echt ständig.

Mit meinem grau-blauen Outfit hüpfe ich heut wieder rüber zum Me Made Mittwoch und freue mich schon auf all die anderen Mädels.

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Schnittmuster Häkeltasche: Stoff&Stil
Garn: Cotton Tube Mix von Stoff&Stil
Lederriemen über LoNeJo
Futterstoff von Cloud9 über Eulenmeisterei
Winterjacke Pepernoot Mantel: Post

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Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Lee von Lulus bunte Welt erzählt

10:56 Mein gewisses Etwas 12 Comments


Guten Morgen, Ihr Lieben!

Oft frage ich mich, warum mir all die angesagten Blogs meist so gar nicht zusagen. Ich finde keinen Draht zu den Bloggerinnen dahinter und kann mit all den hippen Sachen nichts anfangen. Und dann stoße ich auf so kleine, feine und tiefgründige Blogs wie die von Lee - Lulus bunte Welt - und weiß wieder, dass ich mich vor allem zu den authentischen Blogs ohne kommerziellen Hintergrund am meisten hingezogen fühle.

Ich freue mich sehr, dass Lee sich die Zeit genommen hat, heute mein Gast zu sein. Liebe Lee, ich danke Dir von Herzen und ja, es ist nicht immer leicht, aber man muss definitiv öfter auf sein Gefühl hören und sich vom Kopf nicht reinreden lassen.

Lee von Lulus bunte Welt

1. Wer bist du? Wo lebst du? Was machst du beruflich und wie viele Stunden arbeitest du die Woche? Welche anderen Hobbys hast du neben Bloggen und Nähen? 


Ich bin Lee, Kroatin, seit 25 Jahren in Deutschland und seit 5 Jahren in Berlin. Mit Mann und zwei Jungs fühle ich mich hier wohl und Zuhause. Hauptberuflich, oder besser gesagt mein Leben lang, war ich Balletttänzerin. Tanzen und die Bühne waren mein alles bis zum Tag X wo mein Körper nach einem Unfall nicht mehr funktioniert hat wie er soll. Da die Verletzung nicht nur mein berufliches Leben beeinflusst hat sondern auch das private für immer tun wird, wird auch der graue Schatten immer an meiner Seite sein. Weil das nähen und darüber schreiben aber meine Welt viel schöner macht, heißt auch mein Blog Lulus bunte Welt. Was ich sonst noch gerne mache?…backen, häkeln, lesen, mit meinen Jungs spielen, Fahrrad fahren, schwimmen, Filme gucken… Wie bist du zum nähen und zum bloggen gekommen? Was ist es, das das nähen/das bloggen zu etwas besonderem für dich macht? Leider, leider viel zu spät. Ich bereue es nicht früher mit dem nähen angefangen zu haben, denn die Babyzeit der Jungs wäre perfekt zum austoben und probieren gewesen. Aber damals war mein Kopf zu voll mit anderen Sachen.Trotzdem hängt der Anfang mit meinen Kindern zusammen. Als die beiden so um 4-5 Jahre alt waren, habe ich auf dem Markt süße genähte Mützen gekauft, die wirklich unverschämt teuer waren. Der Gedanke „das kann ich doch auch“ hat nicht lange auf sich warten lassen und schon war die billige Nähmaschine aus dem Discounter im Einkaufswagen. Dann folgte das übliche…probieren, lesen, im Netz suchen, finden, Nähblogs entdecken und die Sucht hatte mich ;-) Was aber viel wichtiger ist, ich habe gemerkt das mir nähen gut tut. Wenn ich nähe ist die Welt rosa und alles ist gut, meine Gedanken sind ruhig und meine Seele zufrieden. Es ist eine echte Auszeit von allem was sonst nicht so gut läuft. „Nähen ist Therapie“ stimmt bei mir vollkommen.

2. Was bedeutet bloggen für dich? Warum nimmst du dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest du etwas mit deinem Blog erreichen oder ist es eher ein „einfaches“ Nähtagebuch ohne Ziel? 

Bloggen kam relativ spät dazu, wahrscheinlich einfach weil ich nicht so der mitteilungsbedürftige Typ bin. Angefangen habe ich den Blog nur um das genähte zu archivieren und hätte niemals gedacht das es irgendwann zu einem festen Teil von meinem Alltag wird. Ich schreibe nie ein Post im voraus, es passiert immer aus dem Moment. Manchmal ist es persönlich, manchmal mehr über das genähte, so wie es mir halt gerade ist. Erreichen möchte ich nichts, aber wenn ich es trotzdem schaffe wäre es toll…ich freue mich über jeden Kommentar, über nette Kontakte, manche davon haben sich schon in das „echte“ Leben geschlichen und zu echten Freundschaften entwickelt. Das ist das schönste daran…es verbindet wirklich.


3. Wann findest du Zeit zum Nähen und wann zum bloggen? Hast du manchmal das Gefühl, das bloggen stiehlt dem nähen die Zeit? Oder fügt sich das für dich perfekt?

Beides tagsüber. Ich bin keine Nachteule und auch wenn ich furchtbar gerne an so einem Nähabend bei Instagram mitmachen würde, da könnte nichts tragbares dabei rauskommen. Mein Tag endet mit dem ins Bett bringen der Kinder. Danach gibt es nur meinen Mann, Sofa, TV, Buch…mein Akku ist dann leer und die Konzentration reicht höchstens fürs kommentieren bei Instagram ;-) Dementsprechend ist der Tag voll bepackt, aber das kann ich gut. Ich bin ein organisierter und strukturierter Mensch der gut planen kann und schaffe es so mir genug Freiraum für die Dinge die mir wichtig sind zu schaffen. Dabei würde ich aber dem nähen immer den Vortritt lassen. Klar gibt es, seit dem ich Probe- und Designnähen mache, Zeiten wo das bloggen ein muss ist und seine Zeit fordert. Aber ansonsten sehe ich das bloggen sehr entspannt und mache es wirklich nur wenn es passt.

4. Was nähst du alles selbst? Bist du eher ein „selfish Sewer“ oder nähst du doch mehr für andere als für dich? 

Auf den ersten Blick nähe ich vorwiegend für mich. Wie das aber manchmal so ist mit den Sachen die man näht und toll findet, anzieht und dann gar nicht mehr so toll findet, landen sehr viele meine Sachen bei meinen Schwestern. Von denen übrigens auch immer wieder was bestellt wird und ich sehr gerne die Wunscherfüllerin spiele ;-) Meine Jungs bekommen ganz wenig, hauptsächlich aber weil sie die Kleidung wie Dreck behandeln. Wenn ich sehe wie die damit umgehen und mit welcher Sorgfalt die Flecken und Löcher darauf verteilt werden, blutet mein Nähherz. Ausserdem komme ich momentan gegen Star Wars und ähnlichem nicht an ;-) Mein Mann hat mir lange nicht getraut, aber seit er die Jacke letztes Jahr von mir bekommen hat, fragt er immer wieder ob es was neues gibt. Auch wenn ich sehr gerne für andere nähe und die glücklich mache, am liebsten nähe ich für mich. Einfach weil ich weiß was ich will, was mir steht, weil ich es zwischendurch anprobieren kann usw. Und ja, Taschen…die nähe ich echt gerne.

5. Welchen Stellenwert hat das nähen/das bloggen in deinem Leben? 

Wie schon gesagt, nähen ist meine Therapie, bloggen dagegen nur eine Begleiterscheinung, der Kontakt zu den anderen Nähnerds aber nicht mehr weg zu denken und da bin ich besonderes unkompliziertem Instagram sehr dankbar. Wie wichtig mir das nähen ist würde wahrscheinlich am besten unserer Familienwitz erklären … alle unsere größeren Ausgaben rechne ich in „stellt dir mal vor wie viele Meter Stoff das wären“ , damit bringe ich meinen Mann immer zum lachen :-)


6. Was würdest du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-)Bloggen Sinn macht? 

Mach dein Ding! Leicht gesagt, aber man muss lernen auf sich zu hören. Es ist kein Job den man für andere macht (außer man macht es beruflich, was aber die Frage nach dem Sinn ausschließt), sondern ein Hobby das man für sich macht. Es gibt keinen Plan den man erfüllen muss, es ist unwichtig ob es anderen gefällt oder ob sie es für wertvoll genug finden um darüber zu schreiben. Sinn muss es nur für einen selber machen. Klar ist es schön viele Leser zu haben und es wäre gelogen wenn ich behaupten würde das ich mich über die wachsende Leserzahl oder Likes nicht freuen würde, es wurmt mich aber auch nicht wenn es weniger werden. Am Ende des Tages zählt nur mein Gefühl…also auf dein Bauch, das Herz hören und entspannen…ich sage mit Absicht nicht den Kopf, weil genau der uns meistens den Streich spielt und falsche Fragen stellt.


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