#myspringessentials: Collect moments not things

06:00 Mein gewisses Etwas 16 Comments

Ende Februar verbrachte ich ein paar inspirierende Auszeittage in Hamburg. Einfach mal die Seele baumeln lassen, ohne Verpflichtungen. Dazu laaange Spaziergänge in einer Stadt, die ich noch nicht kannte. Mit dabei: meine Nähmaschine. Lange habe ich überlegt, ob sich das überhaupt lohnt. Donnerstagabend bis Sonntagabend. Zwei volle Tage und der Sonntag. Komme ich überhaupt zum Nähen?

Ja, kam ich. Immerhin drei Stunden am Sonntagvormittag ..


Herausgekommen ist eine große Fummelei: Streifen, Viskoseflutschstoff und Fledermausärmel. Puh. Am Ende habe ich alle meine Nähkenntnisse eingesetzt und ein bisschen getrickst. Dem kritischen Perfektionistenblick meines Freundes hielt das Shirt stand, also ist es tragbar.
(Er hat wirklich DEN Blick mit dem er alle kleinen Fehler sofort erkennt. Wenn er es durchwinkt, wird niemand sonst etwas sehen. (Hoffe ich.))

Und dann stand ich da wieder vor meiner Kamera. Die bekannten Posen. Der gleiche Gesichtsausdruck. Laaaangweilig.

Plötzlich lief „Happy“ im Radio. Bei diesem Lied fange ich immer an zu tanzen oder zumindest zu zucken .. Und schon machte es viel mehr Spaß Fotos zu knipsen.

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Dieses Bild entlarvt mich. Die Streifen passen am Bund nicht aufeinander ..
Mir gefallen die Bilder sehr. Und oh Wunder die Ausschussrate schrumpfte von 99% auf 20%. Hätte ich beim Knipsen und Verrenken so nicht vermutet.Vielleicht sehe ich beim Tanzen doch nicht ganz so doof aus, wie ich immer dachte

Jedenfalls kann ich diesen Burda-Schnitt wärmestens empfehlen. Mit einem schönen schwer fallenen Viskosejersey ist er einfach der Hit und fällt wunderbar figurumspielend. Ob es unbedingt Streifen sein sollten, klärt ihr am besten mit Euren Nerven ..

Aber nun zum aktuellen Stand meiner Frühlingsgarderobe.

Seit meinem letzten Eintrag und mit den inspirierenden Einträgen von Elke und Lena im Kopf habe ich viel nachgedacht und all die Informationen und Einflüsse wirken lassen. Ich merke, dass ich mit dem aktuellen Stand unglaublich zufrieden bin. Es ist in den letzten Wochen viel passiert, auch wenn ich nicht unbedingt viel für mich genäht habe. Der ganze Prozess, der mit dem Nähen der eigenen Kleidung vor 4 Jahren begann, vollendet sich für mich in unserem kleinen feinen #myspringessentials Projekt.

Was habe ich für mich erreicht?

Ich habe:
1. .. meine Farben gefunden.
2. .. meinen Kleiderschrank großflächig aussortiert und minimiert.
3. .. meinen jetzigen Stil gefunden.
4. .. das Lemming-Gen gezügelt und oft abgestellt.
5. .. wieder festgestellt, dass nicht die Menge an Kleidungsstücken entscheidend ist, sondern die Vernetzung untereinander.

Natürlich habe ich viele Erkenntnisse auch relativ schnell wieder verworfen und bin mir nachwievor nicht immer sicher, was mir alles steht, aber im Vergleich zu früher bin ich sehr sehr weit gekommen. Und eigentlich will ich gar nicht perfekt sein und freu mich lieber, dass noch Luft für einer Weiterentwicklung bleibt.

Mit all den Gedanken zu Kleidung, Farbe und Stil hab ich auf eine gewisse Art und Weise auch zu mir selbst gefunden. Zu mir selbst und zu dem was mich aus und glücklich macht.

Ich habe nun etwas gewonnen, was ich so lang gesucht habe: ein Gefühl für mich und meinen Stil. Etwas, was mir eine Farb- oder Stilberatung allein nicht hätte geben können.

Minimalismus spielt nun eine große Rolle. Immer und immer wieder wird mir bewusst, wie mich ganz einfache, aber gut durchdachte, Outfits anziehen. Sobald es zu unruhig wird, bin ich raus.

Quelle: pinterest

Und so bleibe ich meiner schlichten Farbpalette weiterhin treu und plane noch ein paar ergänzende Kleidungsstücke, um die Vernetzung meiner Frühlingsgarderobe noch zu verstärken.

Wenn dann hier irgendwann mal alle wieder fit, steht bis zum Finale noch folgendes auf meinem #myspringessentials-Wunschzettel:

- 2-3 einfache Shirts für meine Röcke: grau mit Struktur, dunkelblau mit feinem Muster, hellblau ganz schlicht
- eine leichte, kurzärmelige Wiksten Tova jeansfarben zur weißen Jeans (ich überlege die Jeans ab und zu wieder mit aufzunehmen)
- eine enge, graue selbst genähte Skinny-Jeans
- ein dunkelblauer Jeansrock (als Ersatz für den "Alten", der nicht mehr richtig passt, oder noch nie richtig gepasst hat)

Alles einfache Projekte bis auf die Jeans. Aber die ist auch schon fast fertig und liegt seit Wochen bei der Schneiderin, die mit mir zusammen meinen Hosenschnitt erstellt. Die Stoffe für die Projekte kann ich aus dem Stofffundus nehmen. Sobald also die Zeit da ist, geht es an die Umsetzung.

In zwei Wochen dann läuten wir das große Finale ein. Mein Wunsch wäre es, bis dahin die Vernetzung der einzelnen Kleidungsstücke darzustellen. Ob als Tragebild oder wie bisher, mal sehen.


Und natürlich freue ich mich schon auf Eure Erfahrungen mit den #myspringessentials. Wie weit seid ihr gekommen? Wie geht es Euch damit? Oder habt Ihr die Idee schon wieder verworfen.

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen!


PS: Der aufmerksame Leser wird sich nun fragen, wie ich von Minimalismus sprechen kann, wenn ich doch nun schon das zweite blau-weiß gestreifte Shirt innerhalb weniger Wochen nähe. Dazu kann ich nur sagen, dass ich das letzte verloren glaubte, aber unbedingt ein solches Basic-Shirt haben wollte. Nach dem zweiten Waschgang überlegte es sich das erste Shirt bzw. dessen Ausschnitt aber anders und nun sind wir wieder die besten Freunde. Und so freue ich mich über ein einfaches Streifenshirt zu Rock und Chino-Hose und über ein Fledermaus-Streifenshirt zu schmalen Hosen oder einfachen Jeans.

Zum Abschluss etwas was mir gerade wieder sehr bewusst wird:

Quelle: pinterest

In diesem Sinne schließe ich mein kuschelndes krankes Baby in die Arme und denke einfach nicht darüber nach, dass das Nähcamp am Wochenende ohne mich stattfinden wird ..

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