Mein Me-Made-Kleiderschrank / Sewing with a plan Teil I

22:46 Mein gewisses Etwas 10 Comments

Wie Ihr sicherlich schon bemerkt habt, beschäftige ich mich des öfteren mit Inhalt und Bedeutung meines Kleiderschrankes. Erst fasste ich den Entschluss, meine Kleidung nur noch selbst zu nähen, dann beschäftigte ich mich mit meinem Farbtyp und zuletzt mit meiner Körperform und den passenden Schnitten. Alles spannende Themen, die mich Schritt für Schritt meinem Wunschkleiderschrank näher bringen.

.. aber auch ein Prozess, der wohl nie abgeschlossen sein wird und immer wieder neue Erkenntnisse bringt.

Als ich letzte Woche von Tessas Aufruf, Gedanken zum eigenen Wunschkleiderschrank zu teilen las, war es schon fast selbstverständlich, dass ich mich trotz vollem Terminkalender, daran beteiligen werde. So viele Gedanken begleiten mich tagtäglich, dass ich mich freue, sie mit Euch zu teilen und wiederum zu lesen, wie Ihr Euch diesem Thema nähert.

Wie sieht es denn nun eigentlich in meinem Kleiderschrank aus, jetzt, da ich mich doch nun schon länger mit dem Thema beschäftige?

Ich muss sagen, ganz gut. Es scheint, als ob ich den richtigen Weg eingeschlagen habe und nun nach und nach meinen ganz eigenen Stil verewige. Die Betonung liegt dabei auf "nach und nach", denn leider habe ich noch nicht DIE Schnitte gefunden, dir mir dann auch ganz sicher stehen und mit denen ich in "Massenproduktionen" gehen kann. Ich suche meist ewig, nur um dann das Kleidungsstück doch ganz anders zu nähen als vorgesehen.

Es scheint, als ob mein nächstes Thema ganz viel mit Schnitterstellung zu tun hat ..

Aber wie würde denn nun mein Wunschkleiderschrank aussehen?

Mein Wunschkleiderschrank hat einen durchgängigen Stil, in dem sich (fast) alles untereinander kombinieren lässt. "Sportlich elegant" würde ich es nennen. Hosen dürfen darin genauso wenig fehlen, wie Röcke. Dazu einfache und auch raffinierte Shirts. Viele unaufgeregte Basics, die sich mit auffälligen Mustern oder Schnitten kombinieren lassen. Dazu feine Accessoires wie Loops oder Mini-Jerseyröcke, mit denen man eine Kombination immer wieder anders gestalten kann. Das ganze in Sommerfarben und abgestimmt auf eine Körperform namens "Sanduhr" (mehr dazu in einem der nächsten Beiträgen).

Aus heutiger Sicht, hätte ich am liebsten eine Vielzahl an Röcken, in unterschiedlichen Farben und Mustern, und dazu passende Shirts, 1-2 Jacken und wenige Schuhe. Alles wandelbar und in verschiedenen Kombinationen immer wieder anders.

Wie muss ein Kleidungsstück sein, um ein absolutes Lieblingsstück zu werden? Was brauche ich in meinem Alltag für Klamotten, um mich rundherum wohl zu fühlen und welche Sachen für bestimmte Gelegenheiten machen meinen Kleiderschrank komplett?

Absolute Lieblinge sind bei mir meist die eher unscheinbaren Kleidungsstücke. Sie lassen sich wunderbar kombinieren und stehen nicht im Mittelpunkt. Wie zum Beispiel dieser Rock.


Er hat die richtige Form (nach eigenem Schnitt), die richtige Farbe und den richtigen Stil. Ich würde ihn am liebsten ständig tragen, müsste er nicht ab und zu in die Waschmaschine.

Oder dieses Shirt .. Wieder richtige Form, richtige Farbe und genau mein Stil.


Im Gegensatz dazu der folgende Rock .. Prägnante Farbe und damit ein Exot im meinen Schrank. Dafür aber ein Highlight für ganz besondere Tage und ein Lieblingsstück.



Welche Basics brauche ich?

Nachdem ich zu Beginn meiner Me-Made-Phase viele "außergewöhnliche" Kleidungsstücke nähte, stellte ich schnell fest, dass sie sich kaum mit meinen anderen Me-Made-Sachen kombinieren konnte und ich immer wieder auf gekaufte Kleidung zurückgreifen musste. Das möchte ich nun nach und nach ändern. Beim letzten Stoffmarktbesuch und am Berliner Maybachufer habe ich bewusst auf einfarbige Stoffe in Sommerfarben geachtet und mehr als 1m gekauft. So entsteht aus einem Jerseystoff z.B. ein Shirt und ein Mini-Jerseyrock, die ich verschieden mit den anderen Kleidungsstücken kombinieren kann. Damit wiederholen sich passende Farben immer wieder in meinem Schrank und ergeben ein Gesamtbild.



Gespannt habe ich letztes Jahr den Blog "The Dress I made" nachgelesen und mich für mein Me-Made-Vorhaben inspirieren lassen. Renske kaufte z.B. auch immer gleich 6m von einem bestimmten Stoff und nähte verschiedene Teile davon. Eine schöne Idee mit der sich der Kleiderschrank fast von allein kombinierfreudig gestaltet.

Spielen dabei selbstgemachte Sachen eine Rolle?

Eine große Rolle! Ganz klar.
Auch, wenn mein Kleiderschrank immer weiter schrumpft, da ich nicht ständig für Nachschub sorgen kann, möchte ich weiterhin probieren, meine Kleidung komplett selbst zu nähen. Ich mag den Prozess, wie es zu einem neuen Kleidungsstück kommt. Gründliche Schnitt- und Stoffwahl, ausmessen, anpassen, verfeinern und dann irgendwann glücklich tragen. Das alles kostet Zeit und läuft bei mir unter dem Begriff "Slow Fashion". Das ist nicht immer zufriedenstellend, aber am Ende genauso, wie ich mir das vorstelle.

Ich bin jedesmal wieder beeindruckt, wie unglaublich gern ich meine selbstgenähten Sachen trage und wie schnell sich doch schnelle Käufe aus meinem Kleiderschrank verabschiedet haben. Es scheint wirklich der richtige Weg für mich zu sein.

Als nächstes möchte ich mich dann unbedingt noch eine Jacke für mich nähen. Da trage ich noch immer meist meine gekauften Sachen und merke langsam, wie sie auseinander fallen. Zeit also für solch wundervolle Blazer für Frühling und Sommer ..



.. und eine wärmere Jacke nach diesem gerade erst frisch gekauften Schnitt Minoru von Sewaholic.


Ihr seht also, ich kann in diesem Thema so richtig aufgehen. Ich liebe es, mich z.B. beim Me-Made-Mittwoch inspirieren zu lassen, auf Schnitt- und Stoffsuche zu gehen und dann das Kleidungsstück nach meinen Vorstellungen zu nähen. Für mich viiiiiiel reizvoller und vielschichtiger, als schnöde shoppen zu gehen.

Oder was meint Ihr?

Liebe Tessa, vielen Dank, dass Du diesen Post ermöglicht hast! Ich freue mich auf die nächsten Runden!

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Kommentare:

  1. Oooooh, ich bin auf deine Minoru gespannt! Ich habe ja gerade erst ein Cambie-Dress von Sewaholic fertig gestellt und bis auf 1-2 Sachen war die Passform richtig gut - ich bin ja leider noch nicht so erfahren im Schnitt anpassen. Daher bin ich jetzt ein bisschen von den Sewaholic-Sachen angefixt ;) Hast du schon andere Schnitte davon genäht?
    Generell finde ich es spannend, deine Überlegungen zum Kleiderschrank zu lesen, die Basic-Aktion letztes (?) Jahr fand ich auch echt schön zum mitverfolgen. Mein Traum ist es auch, irgendwann hauptsächlich selbstgemachte Kleidung zu tragen. Davon bin ich aber noch ein grooooooßes Stück entfernt.
    Dir auf alle Fälle weiterhin viel Spaß bei der Slow Fashion :-)
    Liebe Grüße, Goldengelchen

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  2. Liebe Sindy,

    ich habe immer wieder Deine Beiträge zu diesem Thema verfolgt, vielen Dank auch für diesen.
    Gerade ganz besonders bei den erste beiden gezeigten Teilen sieht man es Dir sofort an, wie wohl Du Dich fühlst.
    Mir geht es ähnlich, ich mag auch alles schön passend und in "meinen" Farben, aber es darf auch ruhig mal ein ausgefallenes Teil mit dabei sein, was sich auch farblich abhebt, wie Deinen gelben Rock.
    Ich bin gespannt, was Du die nächsten Wochen berichten wirst.
    Herzlichst,
    Tessa

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  3. Sehr interessante Überlegungen! Nur kurz: ich habe vor einiger Zeit einer einen unglaublich schönen, 'aber' sehr bunten Jersey gekauft - weil es ein Schnapp war und nur als Ballen zu haben: 8 m! Ich dachte, zum Ausprobieren wird's schon gehen... inzwischen habe ich so einiges daraus genäht, freue mich sehr über den Stoff und welch verschiedene Dinge man daraus nähen kann. Ich wundere mich ehrlich, wie schnell 8 m schmilzen... Außerdem ist es toll, wenn der Stoff immer wieder an verschiedenen Stellen auftaucht! Daher auch mein Plan zukünftig nicht immer nur ein Meterchen eines Stoffes zu kaufen!
    LG,
    Kathrin

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  4. Wie schön, dass Du noch einmal das Stichwort vom "Sewing with a Plan" in den Raum wirfst, denn ich denke, dieses Projekt - soweit ich mich daran erinnere - trifft es recht genau. Ich hätte auch große Lust auf einen ähnlichen Sew-Along gehabt, schreckte aber wegen des Zeitaufwandes und der "Verpflichtung" zurück und versuche stattdessen, das, Stück für Stück, für mich selbst zu verwirklichen.

    Und ich habe insgesamt den Eindruck, dass wir in den vergangenen Monaten alle ein großes Stück weiter gekommen sind, auch und gerade durch den Austausch über die Blogs (und Mails...)! Ich freue mich auf Weiteres :-)

    Liebe Grüße
    Catrin

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  5. Ah diese Jacke! Die verfolgt mich schon seit über einem Jahr, die Minoru meine ich. Ein toller Schnitt!

    Du bist wirklich schon weit gekommen auf Deinem Weg Richtung optimaler Kleiderschrank. Man sieht Dir auf den Fotos auch an, dass Du mit Deinen Outfits glücklich bist. Da möchte ich auch mal hinkommen.

    Die Idee, von den Stoffen gleich etwas mehr mitzunehmen, finde ich super. Ich habe im Gegenteil immer versucht nur gerade so viel von dem Stoff zu kaufen, dass kaum etwas übrig bleibt nach einem Schnitt. Denn diese 30 cm langen Reststücke sind ja auch irgendwie blöd. Aber einfach mal 1-2 m mehr als benötigt zu kaufen? Da werde ich beim nächsten Stoffmarkt mal schauen. Kommst Du eigentlich her am Sonntag?

    Das mit der Farbberatung lässt mich auch nicht los. Ich bin gespannt auf Deinen Post nächste Woche zu Muster und Farbe.
    Herzliche Grüße,
    Elke

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  6. "Slow Fashion" - das trifft es sehr gut! Und das nehme ich mir auch so vor! Leider bin ich immer wieder etwas ungeduldig und möchte schnell etwas Neues haben - aber eigentlich zahlt es sich wirklich nicht aus, sich selbst da Stress zu machen...
    Toll, dass Du Deinen Stil gefunden hast! Bei mir selbst hab ich oft nach das Gefühl, dass ich nicht so ganz genau weiß, wohin ich will, aber es wird schon besser :-)
    Auf Deine Jacke bin ich schon sehr gespannt, der Schnitt sieht toll aus!
    GLG,
    Steffi

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  7. In diesem Post waren wieder eine Menge Inspirationen für Nähanfänger drin. Ich steh auch oft zwischen Baum und Borke und kann nicht immer wirklich gut einschätzen, ob ich von dem Stoff mehr als 2 m mitnehmen sollte oder ob er evtl. von der Qualität hätte überhaupt nicht mitgenommen werden "dürfen"... tja, vielleicht kommt die Erfahrung ja irgendwann dazu.
    Liebe Grüße Jacky

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  8. Deine Gedanke und Überlegungen gefallen mir an vielen Stellen wirklich gut und ich kann ihnen zustimmen. Ich bin gespannt, ob Du den Mantel nähst und wie er fertig aussieht. Der Schnitt gefällt mir und ich könnte mir den Mantel auch gut für mich vorstellen. : )

    Herzlichen Gruß
    emma-like

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  9. Wow! 6m von einem Stoff, das wäre ja mal richtig gewagt. Also für mich. Aber natürlich auch sinnvoll :.)
    Denn das Zusammenpassen ist auch mein Problem – mal abgesehen von der Nähmüdigkeit.

    Ich gehe gleich mal in Renskes Blog nach mehr Inspiration schauen …

    Auf deine Minoru freue ich mich jedenfalls schon riesig! Der Schnitt sieht großartig aus!! :.)

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  10. Ich glaube du hast schon einen recht guten Plan, nach dem du nähen kannst und ein sehr gutes Gefühl dafür, was zu dir passt! Toller Post.
    Herzliche Grüße
    Karin

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Schön, dass Du vorbeigeschaut hast. Ich freue mich sehr, wenn Du einen Kommentar hinterlässt!