ZEIT statt ZEUG

13:20 Mein gewisses Etwas 13 Comments

Kennt Ihr das wunderbare Projekt "Zeit statt Zeug"?

Screenshot via Zeit statt Zeug
Ich bin gestern darüber gestolpert und war gleich hin und weg. Beschäftige ich mich doch eh gerade ausführlich mit den Themen Konsum und Zeit.

Um was geht es bei diesem Projekt? Die Initiatoren stellen gängigen Geschenken eine immaterielle Alternative gegenüber. Etwas, was statt dem Geschenk gemeinsam getan werden kann. Gemeinsame Erlebnisse, an die man sich gern erinnert. Die einen hohen ideellen Wert haben. Gemeinsam Zeit verbringen und vielleicht auch mal unkonventionelle Wege gehen. Wie einfach und doch so selten.

Schon seit letztem Jahr wünsche ich mir zu Weihnachten keine Geschenke mehr von meiner Familie. Ich wünsche mir gemeinsame Zeit. Zeit für ein verlängertes Wochenende mit meinen Eltern. Zeit für ein gemütliches Brunch mit meiner Schwiegermama. Zeit für einen Besuch in einer Therme - nur der liebste Mann und ich. Nur das kleine Mädchen bekommt etwas Materielles. Ein Puppenhaus und dazu viele phantasievolle gemeinsame Stunden (Ihr glaubt nicht, wie ich mich schon aufs Spielen freue ..) und ein miniLÜK und dazu viel Zeit zum gemeinsamen Entdecken.

Ja, das war es schon. Und soll ich Euch was sagen? Es fühlt sich verdammt gut an. Keine Gedanken, was man jemanden schenken kann, der eigentlich schon alles hat. Kein Einkaufsmarathon. Kein Stress zu einem festgelegten Termin DAS Geschenk zu finden. Denn ist es nicht viel schöner, ein Geschenk zu machen, wenn es einfach gerade passt!? Ihr kennt das bestimmt. Das ganze Jahr hat man die tollsten Ideen, was man verschenken könnte und wenn der Geburtstag oder eben Weihnachten vor der Tür steht, fällt uns nichts mehr ein. Also schenke ich dann, wenn es passt, egal, was der Kalender sagt. Einfach so und trotzdem von ganzem Herzen.

Dabei verteufle ich aber keineswegs, wenn sich jemand für den "normalen" Weg entscheidet. Es sollte doch jeder tun, was ihn glücklich macht, oder? Und natürlich macht es mir auch weiterhin Spaß Stoffe zu kaufen und zu verarbeiten. Das Nähen ist mein kleiner Luxus und meine Zeit für mich. Mein Glück!

Wenn Ihr Euch auch gerade mit dem Thema Konsum (ja/nein/wie viel) und "was braucht man wirklich zum Leben beschäftigt, empfehle ich Euch Indres Eintrag und die enthaltenen Links. Eine wirklich interessante Lektüre.

Ich freue mich auch, wenn Ihr mir erzählt, wie es Euch gerade ergeht. Macht Ihr Euch die gleichen Gedanken?

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Kommentare:

  1. Hallo Sindy,
    seit heute morgen ist bei mir alles entschleunigt. Nicht alle Geschenke fertig? Egal. Das Essen noch nicht geplant? Deko? Egal!
    Heute morgen rief mich Herr M. an - ein LKW hat ihn in unserem kleinen Auto übersehen, gerammt, in den Gegenverkehr gedrängt... Das Auto ist Schrott - meinem Mann ist nichts passiert. NIchts. Das ist mein Geschenk dieses Jahr - das ganze Jahr, immer. Wir sind uns einfach nicht im klaren darüber, dass die Zeit, die wir gemeinsam verbringen dürfen, das beste Geschenk ist, was wir haben. Ich empfinde Demut und Dankbarkeit. In all dem hin und her, in dem abarbeiten von Listen, von planen, kalkulieren und einkaufen gibt es so viel wichtigeres!!
    Was wäre wenn? Das habe ich mich heute gefragt - so oft. Was wäre, wenn es anders gewesen wäre? Wenn er mich nciht angerufen hätte sondern jemand anderer? Wenn alles, was mich an Weihnachten erwartet hätte, seine Geschenke gewesen wären - und nicht er? Für mich ist heute unter Tränen echt viel klar geworden. Dieses nebenbei Leben, das will ich nicht mehr. Und da triffst du genau in die richtige Kerbe - gemeinsame Zeit ist so viel wichtiger als alles andere.
    Ich geh jetzt gleich meine Kinder abholen - und morgen nachmittag muss die Oma nicht kommen um auf sie aufzupassen. Wir machen was schönes. Plätzchenbacken, oder Weihnachtsbilder malen, oder Bücher lesen oder auf dem Boden liegen und Quatschgeschichten erzählen und uns gegenseitig kitzeln. Ich will spüren, dass sie da sind und keine Punkte mehr auf meiner Liste abhacken.

    Alles Liebeb - und ein schönes gemeinsames Fest!
    Die Pitti

    *Entschuldige, etwas lang geworden. Aber du hast da gerade mit der Faust aufs Auge getroffen, die ganzen Worte schienen rauszuwollen...

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  2. Hallo Sindy,

    danke für´s Zeigen, die Initiative kannte ich gar nicht, sehr schööön!
    Ich habe es dieses Jahr auch so gehalten, für die Kinder je ein Geschenk und ein Buch und wirklich versucht, den Herzenswunsch des Kindes zu erfüllen (hier eine Laubsäge, ein Grüffelokind und eine Puppe).
    Ich weiß, die Augen werden strahlen und alles zusammen hat noch nicht mal 25 EUR gekostet.
    Ich bin inzwischen auch weit weg von aufwendigen, teueren Geschenken und es tut gut, nicht in diesem Konsumstrudel mitschwimmen zu müssen.
    Das möchte ich auch meinen Kindern vermitteln, denn es ist ja schon ein gegen den Strom schwimmen (wenn ich so ansehe, was sich Kindergartenkinder wünschen, buh).
    Und trotzdem muss ich mir es auch immer wieder vor Augen führen, was wirklich wichtig ist und Wert hat!
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Weihnachtszeit!
    Theresa

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  3. Die Idee finde ich sehr gut! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, zu erzählen - in einem Kommentar hat das nicht Platz. Aber in Kürze:
    Ich hasse auch den ZWANG, jemandem etwas schenken zu MÜSSEN. Obwohl ich eigentlich sehr gerne etwas schenke, mir auch gerne Gedanken darüber mache, was jemandem, den ich mag, Freude machen könnte. Es macht mir auch Spaß, ein Geschenk auszusuchen oder selbst zu machen. Aber manchmal passt es einfach nicht oder mir fällt einfach nichts ein. Dann lass ich es sein - denn nichts ist blöder, als IRGENDWAS zu schenken, was der Beschenkte nicht brauchen kann oder gar nicht haben will.
    Der Herzliebste und ich schenken einander schon seit Jahren nichts mehr. Dafür unternehmen wir mal gemeinsam etwas Besonderes oder schenken uns selbst etwas, das wir beide wollen, z.B. etwas für die Wohnung oder so. Aber nicht zu einem speziellen Termin!
    Das Töchterlein hat sehr wohl einen Wunschbrief ans Christkind geschrieben und soll auch ein Packerl unter dem Christbaum finden. EINES wenn es nach meinem Geschmack ginge! Leider versteht das die Verwandschaft nicht, und sie wird erst recht wieder von allen Seiten überhauft. Auch sog. "Kleinigkeiten" sind in der Menge dann einfach zu viel. Dagegen versuche ich schon seit Jahren anzureden, es klappt aber einfach nicht - und Streit will ich dann auch nicht. :-(
    Auf jeden Fall meide ich (v.a. in der Vorweihnachtszeit) überfüllte Einkaufszentren u.ä. - ich finde es manchmal schon richtig "eklig", wie einem das Kaufen und Geld ausgeben angepriesen wird! Sicher, ich möchte auch nicht auf alles Materielle verzichten und ich habe auch viel mehr Dinge, als ich BRAUCHE. Aber, wie Du auch sagst, das Nähen und Stoff kaufen etc. ist mein Luxus. Auch meine Kinder dürfen ihren eigenen Luxus haben, aber trotzdem möchte ich immer wieder über dieses Thema nachdenken. Danke für den schönen Artikel!
    Alles Liebe,
    Steffi

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  4. Liebe Sindy,

    ich weiß ehrlich nicht, wann ich zuletzt "shoppen" war... (Die Stoffkäufe klammer ich mal als Luxusgut aus)
    Zum einen ertrage ich die Menge am Angebot gar nicht mehr, ebenso die gestressten Menschenmassen. Zum anderen sind mir materielle Dinge immer weniger wichtig. Seit ich Mama bin, hat sich diesbezüglich einiges verschoben. Mir ist - wie Du auch schon sagst - die gemeinsame ZEIT am Wertvollsten. Ich kann mich viel besser von materiellen Dingen trennen als noch vor ein paar Jahren. Nur die Dinge mit emotionalem Wert, dürfen gerne länger bei mir verweilen. Aber das sind ganz selten Stücke, die ich "konsumiert" habe. Vielmehr sind es Dinge, die mir jemand geschenkt hat, oder die in irgendeiner Form mit den eigenen Händen hergestellt sind. Für mich ist Konsumverzicht auch ein Verzicht auf jede Menge überflüssigen Ballast, für den weder in meinen vier Wänden, noch in meinen Gedanken genügend Platz ist...
    In diesem Sinne, herzliche, gleichgesinnte Grüße, Marja

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  5. Meine Familie bekommt seit Jahren: Eine liebe Tochter, eine liebe Schwiegertochter, eine liebe Ehefrau - das entsprechende Gegenstück kriege ich dann auch und es hat sich bislang noch keiner beschwert! :)

    Das Einzige was bei uns an Konsum erinnert ist das große Weihnachtsfressen, was sich aber auch in Grenzen hält und auch eher in Richtung Zeit (selbstgemacht) geht, und unsere eigene Gönnerhaftigkeit wenn es dann um große Anschaffungen geht, wie zB dieses Jahr Overlockmaschine oder Angelköder. Das gäbe es aber halt auch ohne Weihnachten - hält nur als Ausrede her ;)

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  6. Gerade für Kinder finde ich diesen Ansatz extrem wichtig. OK, eins von den Eltern, aber eigentlich reicht es dann auch.
    Hab aber auch von Familien folgendes gehört: Zeit statt Zeug war mit Oma und Opa abgesprochen und dann gab es fürs Enkelkind doch: einen Porsche in Kindergröße, ein ferngesteuertes Flugzeug und und und...
    Schade, dass es Leute gibt, die es einfach nicht verstehen.
    Und was schenkt man Kindern denn, wenn sie nichts mehr schätzen lernen? Gleichgültigkeit, man raubt ihnen ja förmlich die Gabe der Freude.

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  7. Anderen Menschen (wie z.B. meinen Kollegen) erzähle ich gar nicht mehr, was ich meinem Kind schenke. Die gucken dann immer so komisch und denken, ich gönne der Kleinen nichts. Und dann wundern sie sich, wenn sich der eigene Sohn mit 5 eine Xbox wünscht. Ich bin auch froh, dass unsere Familien mit uns absprechen, was sie der Kleinen schenken und sich auch daran halten. Mein Mann und ich, wir schenken uns schon seit Jahren nichts zu Weihnachten und seit einer Weile machen wir es auch mit Schwägerin/Schwager so. Jetzt muss ich nur noch an das "Schenk-Verhältnis" zwischen uns und der älteren Generation ran. Mal sehen, ob ich das dieses Jahr hinbekomme ;-)

    Ich bin ja froh zu lesen, dass es hier einigen ähnlich geht, ich komme mir nämlich oft wie ein Sonderling vor. Z.B. findet in ein paar Tagen das letzte Treffen der regionalen Nähblogger statt. Da gibt es immer welche, die dann gleich nach Wichteln schreien, aber bitte was selbstgemachtes. Ach nö, ich gehe lieber hin, um die Mädels einfach nur zu sehen und zu quatschen.

    LG
    anne

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  8. Du ( und auch einige Kommentatorinnen ) sprichst Dinge an, die mir schon lange durch den Kopf gehen. Mir ist da draußen vor Weihnachten oft alles zu viel. Da habe ich gestern lieber meiner Enkelin lange zugeschaut, mit welcher Hingabe sie neben ihrer kochenden Mama eine halbe Stunde "abgewaschen" ( i.e. mit Wasser experimentiert hat). Das ist das Schönste in meinem derzeitigen Leben...
    Herzlichst
    Astrid

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  9. Vielen lieben Dank für diesen tollen Link : )
    Auch ich finde, dass alles immer aufs Materielle begrenzt wird. Die Kinder freuen sich auch riesig über gemeinsame Zeit. Sie sind so einfach zufrieden zu stellen (Tierpark, Wald, Plätzchen/Kuchen backen, malen/basteln).
    Aber es ist schwer den anderen begreiflich zu machen, dass sie deshalb nicht weniger gemocht werden, wenn sie kein Spielzeug o.ä. in der Hand haben.

    LG
    Birte

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  10. Ich bin da immer etwas gespalten. Ich schenke sehr gerne (nicht zur zu Weihnachten, auch mal einfach so im Jahr) und am liebsten etwas selbst gemachtes. Mir bereitet es Freude, mir Geschenke zu überlegen und herzustellen (nähen, basteln, kleben, ...). Geschenke nur einkaufen mag ich oft nicht. Ich frage mich dieses Jahr besonders, was ist zu viel und wo stresse ich mich evtl. zu sehr. Es wurden auch schon Abstriche gemacht und das tut gut. Vermutlich ist das auch wichtig, immer mal den eigenen Konsum zu hinterfragen. Ich mag mich nicht stressen lassen, von den Geschenken. Sie sollen anderen eine Freude bereiten und ich möchte, dass ich es auch noch als angenehm empfinde. Oder ist das zu viel verlangt?
    Erlebnisse und gemeinsame Zeit zu verschenken finde ich toll und ist oft viel eindrücklicher als ein materielles Geschenk. Die Aktion ist witzig und man bekommt Ideen für ganz naheliegende gemeinsame Erlebnisse. Ein Spaziergang an der frischen Luft mit viel Zeit zum Quatschen ist doch Gold wert! :-)
    Viele Grüße
    Stefanie

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  11. Ein wirklich toller Beitrag! Das schaue ich mir über die Feiertage (wenn ich mehr ZEIT habe) noch mal genauer an. Und nächstes Jahr wird mehr Zeit geschenkt, jawoll! :.)

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  12. ja, ich habe die aktion mitbekommen und finde sie einfach wunderbar. aufmachung als auch den gedanken dahinter. so viele schöne ideen!

    du liebe,

    ich wünsche euch ein wunderbares weihnachtsfest und besinnliche tage. genißet die zeit und habt hoffentlich wenig trubel.

    liebste grüße und bis im neuen jahr, rutsch gut hinüber,

    halitha

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  13. Zeit statt Zeug-klasse! Ich will´s auch versuchen!
    LG Susan

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