Sew my style - Virginia Leggins

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals zu irgendwelchen Outfits Leggins getragen hätte. Der Sinn einer Leggins hat sich mir lange Zeit nicht erschlossen.

War es kalt, trug ich unter dem Rock Strumpfhosen. War es warm, ließ ich sie weg. Ich fragte mich immer wieder, warum nur, sollte ich Leggins kaufen und tragen?

Und dann erkannte ich es: Just for fun.


Eine Leggins ist ruckzuck genäht und kann einem schlichten Outfit so richtig eins drauf setzen. Oder sie hält sich dezent im Hintergrund, besticht aber durch einen wunderbaren Stoff.


Meine Virginia Leggins hat beides: einen wunderbaren Stoff und das gewisse Etwas.


Das Muster und die Haptik des Stoffes sind einfach grandios. Ich habe selten etwas weicheres und interessantes gefühlt. Mit dem blauen Unterton passt sie perfekt zu meinem Kleiderschrank.

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Man könnte meinen, ich wäre nun angefixt. Denn direkt nach diesen Bildern bildeten sich in meinem Kopfkino weitere Ideen, in welchem Formen und Farben noch weitere Leggins bei mir einziehen sollten.

Am liebsten mag ich den Gedanken, mir zur Leggins noch eine kurze Jeanshose zu nähen - so, wie es Dominique von kreamino heute zeigt. Vielleicht bin ich ja mutig und nähe mir noch eine Leggins aus dem rosafarbenen Stoff?


Schnitt: Virginia Leggins von Megan Nielsen Pattern
Stoff: über 1000Stoff

Der Stoff wurde mir von Lara - 1000Stoff - zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst nicht meine persönliche Meinung!

Alles Jersey - Shirts & Tops

Ich bin ja echt der Meinung, in den Zeiten der Blogs und von Pinterest braucht es keine Nähbücher mehr. Es gibt so unendlich viele Schnitte und Tutorials und Tipps in den Weiten des Internets, das könnte kein Buch so zeitlos einfangen.

Und doch besitze ich alle Bücher von Lotta Jansdotter. Warum? Weil sie wunderschön sind und mich so unendlich inspirieren. Immer wieder nehme ich ihre Bücher aus dem Regal. Dazu eine Tasse Kaffee und schon bin ich gefühlt in Skandinavien und lebe das tiefe Hygge.

Ebenso ergeht es mir mit den Büchern von Stefanie Brugger alias Herzekleid / Fabelwald. Selten habe ich solch eine Vielfalt in Büchern erlebt. Es ist tatsächlich nicht übertrieben, wenn auf dem Cover von über 500 Oberteilen die Rede ist.


Steffi liefert in ihrem zweiten Buch eine Grundausstattung an Basic-Schnitten, die sie dann mit unendlich vielen Details immer wieder anders interpretiert. Hier kann man wirklich sagen, dass für jeden etwas dabei ist.


Schon allein diese Vielfalt wäre ein guter Grund das Buch zu kaufen. Aber das wäre nicht Steffi, wenn das Buch nicht noch mit allerlei Techniken daher kommen würde. Über eine kleine Stoffkunde ..


.. bis hin zu vielerlei Techniken und Tipps, ist meiner Meinung nach alles im Buch enthalten, was man braucht, um sich seine Lieblingsshirts genau so zu gestalten, wie man es sich wünscht. Ich bin wirklich der Meinung, dass man, hat man einmal das Buch gekauft, nie wieder einen anderen Schnitt kaufen muss.


Und wisst Ihr, was ich besonders an Steffis Büchern schätze? Die Art, wie sie den Leser spielerisch einen Schritt weiterbringt. Hier wird nicht nur einfach ein Schnitt X genäht. Hier geht es darum, wie ein Schnitt aufgebaut ist und wie man ihn nach seinen Wünschen anpassen kann. Man bekommt mit den wunderbar passenden Grundschnitten und den Inspirationen ein Werkzeug in die Hand, selbst aktiv zu werden und über den Tellerrand hinauszuschauen.

Genau das stelle ich mir unter einem guten Nähbuch vor, für welches ich eine unbedingte Kaufempfehlung ausspreche!

Bevor ich mich entscheiden konnte, welche Variante ich wie nähe, ist ganz schön viel Zeit vergangen. Irgendwie wollte ich alles ausprobieren. Schnitte untereinander kombinieren. Techniken ausprobieren. Ich war schon von der ersten Seite an angefixt und musste dann erst einmal eine Liste anlegen, was ich alles nähen möchte.

Am Ende habe ich mir 3 Modelle ausgesucht. Eines davon möchte ich Euch heute zeigen.

Tokio sprach mich vor allem wegen der Wickeloptik an. Ich mag die schlichte Eleganz solcher Shirts. Sie haben eine gewisse Weiblichkeit und können doch auch sportlich getragen werden.

Ich hatte aber ein eher schmaleres Shirt im Kopf. Und ich wusste, dass ich im Vorderteil einen Bruch brauchen würde und dass die Überlappung der Vorderteile nicht über die gesamte Shirtbreite gehen sollte.


Ich entwarf mit den Schnitten im Buch einfach genau das Shirt, welches ich im Kopf hatte. 3/4 Arm bzw. kurzer Arm für den nahenden Frühling und schön schmal geschnitten.

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Absolut mein Stil mit dem gewissen Etwas.


Wusstet Ihr eigentlich, dass ich alle Schnitte anpasse(n muss)? Meist braucht es mehr Taille oder mehr Länge. Egal was, es passt passt tatsächlich nie 100%. Vielleicht bin ich auch zu perfektionistisch? Oder eben einfach individuell?

Steffis Schnitte musste ich auch auf meine Belange anpassen. Das war für mich keine Überraschung, denn wie soll es jemals einen Schnitt geben, der allen Menschen perfekt passt?

In den nächsten Wochen zeige ich Euch dann nach und nach die anderen Modelle. Die sind alle ganz anders und basieren doch auf den gleichen Grundschnitten.

Steffi sammelt auf ihrem Blog die anderen Beiträge der Blogtour und gibt damit einen wunderbaren Überblick, was mit diesem Buch alles möglich ist. Erwerben könnt Ihr es z.B. über Amazon.

Der hellblaue Baumwolljersey wurde mir von stoffe.de zur Verfügung gestellt.

Blusenshirt Lillesol

Bei manchen Schnitten weiß ich schon beim Nähen, die muss ich unbedingt ein zweites Mal nähen. Ganz oft bleibt es dann leider bei den Plänen, weil sich doch wieder etwas Neues dazwischen schiebt.


Bei meinen Shirtschnitten gibt es aber nicht so arg viel Abwechslung. Es gibt meine beliebten lässigen Schnitten Just another Tee, Tante Hertha und Timpe Tee. Nähe ich mir ein engeres Shirt, dann greife ich tatsächlich immer auf meinen Grundschnitt zurück und verändere ihn, so wie ich ihn brauche.


Ein Schnitt jedoch hatte es mir gleich von Beginn an angetan: Das Blusenshirt von Lillesol & Pelle.

Ich mag diese vielen Unterteilungen und die Knopfleiste. Das gibt dem Shirt das gewisse Etwas. Es sieht damit nie langweilig aus und lässt sich ganz wunderbar zusammenstellen. Natürlich näht es sich nicht mal nebenbei. Aber ich finde, dass sich die Arbeit unbedingt lohnt.


Erst dachte ich, dass nur einfarbige Stoffe dazu passen, habe dann aber festgestellt, dass der Schnitt auch für gleichmäßige Muster sehr gut geeignet ist. Bei den Luftballons finde ich die Variante sogar noch besser, als wenn ich ein einfaches Shirt draus gemacht hätte. Ich mag das Rosa sehr. Es hat den perfekten Graustich für mich Sommertyp und ist mit den dunkelblauen Luftballons genau mein Ding. Der Kontrast ist nicht zu stark und das Muster nicht zu dominant. Passt.


Julia hat den Schnitt eher weit gehalten, was an mir so gar nicht gut aussieht. Mit meinem Grundschnitt habe ich den Schnitt dann so angepasst, dass er eher körperbetont fällt.


Und weil ich gerade so schön dabei war, habe ich mir beim Nähcamp in Lüneburg gleich noch ein Blusenshirt genäht.


Mit meinen zwei Shirts hüpfe ich rüber zum heutigen Me MadeMittwoch und freue mich sehr, diesen Monat (nachdem das Beige aus dem letzten Monat so gar nicht ging) wieder bei Selmins 12 Colours of handmade fashion dabei zu sein.

Blusenshirt Lillesol&Pelle
Stoffe über Stoffbüro

Cardigan Abendrot #2

Letztes Jahr war ich das erste Mal bei einer Stoffmesse - Munich Fabric Start -. Ich wusste nicht so wirklich was mich erwarten würde und war begeistert. All die Anbieter und die ganzen Stoffbeispiele. Ich hätte wohl noch viele weitere Tage dort auf Entdeckungstour gehen können.

Dabei blieb mir vor allem der Stand von Kurt Frowein in Erinnerung. Dort traf ich auf die Chefin persönlich und war baff, wie natürlich sie dort am Stand plauderte und gute Laune verbreitete. Als ich dann noch die Auswahl an Stoffen sah, war ich hin und weg. So so schöne Sachen hingen da. Ich konnte mich damals nur schwer bremsen, nicht alle Stoffe mitzunehmen.

Als ich dann bei Facebook den Probenähaufruf von Frowein sah, musste ich mich einfach bewerben. Ich war mir einfach sicher, dass die Stoffe ganz genau zu mir passen würden. Es hat zwar nicht auf Anhieb geklappt, dabei zu sein, aber dann hatte ich doch noch eine Nachricht im Postfach, in der mich Wibbke fragte, ob ich nicht einen herrlichen, melierten Strick vernähen möchte. Welch Frage!!

Als dann der Stoff vorgestern bei mir ankam, war sofort klar, das wird ein Abendrot Cardigan. Noch am selben Abend setzte ich mich hin und vernähte ihn.


Stoff und Schnitt passen einfach perfekt zusammen. Wenn ich mir einen weiteren Abendrot Cardigan für mich vorstellte, dann genau so. Ich mag besonders, dass man ihn einfach drüber wirft und trotzdem chick aussieht. Das schafft nicht jedes Kleidungsstück.

Hinten fällt er durch die Schnittführung länger als vorn. Das hat was.


Bei jedem anderen Schnitt hätte ich mich wohl geärgert, dass die Taschen so abstehen. Bei Abendrot muss das so. Die labberigen Taschen passen perfekt zum couturigen Touch des Schnitts.


Drunter trage ich meine allerliebste Lieblings-Cheyenne. Ein perfektes Team die beiden.

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Ich glaub, ich muss mal wieder zu einer Stoffmesse ..

Der Stoff wurde mir von Frowein zum Nähen eines Designbeispiels zur Verfügung gestellt.

Schnitte:
Abendrot Cardigan via Die wilde Matrossel
Cheyenne Bluse via nähconnection

Cardison

Der Cardison liegt mir ganz besonders am Herzen.

Er ist für mich bezeichnend für die letzten Monate. Denn er beweist, wie wichtig es ist, den eigenen Stil zu finden und auch darauf zu vertrauen. Ich passe in keine aktuelle Mode. Mein Stil ist eine Mischung aus vielen Einflüssen und lässt sich nur schwer benennen. Umso glücklicher bin ich, dass ich mir einfach das nähen kann, was ich als passend empfinde.

Oft gilt es dabei auch eingefahrene Wege zu verlassen. Manchmal helfen mir inspirierende Bilder auf anderen Blogs und manchmal sind es Schnitte, die ich eigentlich nicht ins Auge gefasst hatte, die aber trotzdem dem Weg zu mir finden und mich am Ende umhauen.


Zu dieser Kategorie gehört der Cardison.


Ich ließ mich zu Beginn von der blousonartigen Schnittführung abschrecken und dachte, das würde nicht zu meiner Länge passen. Aber weit gefehlt. Elke schafft es mit Ihrem Schnitt, das ballonartige der Blousonschnitte zu umgehen und kreiert einen wunderbar fließenden Cardigan.


Ich finde ihn so richtig edel. All die feinen Details. Die Paspeltaschen, die geschickt gelöste Blende und der leichte Gummizug im Bund. Herrlich.

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Ich fühle mich pudelwohl!

Am liebsten Trage ich ihn ganz schlicht zu einfarbigen gedeckten Shirts. Der minimalistische Stil passt zu ihm. Dazu eine gerade Jeans. Oder skinny. Oder auch Boyfriend. Alles ist möglich, wenn man ihn mit Stil trägt. Verstecken ist nicht. Der Cardison mag präsentiert werden.


Für mich war es der erste Extra-Lang-Schnitt, den ich von Elke Probe nähen durfte. Es ist toll, wenn man einmal nicht verlängern muss. Da der Schnitt aber so grandios ist, freue ich mich sehr, dass es ab heute auch die normalen Längen im Angebot gibt.

Sew My Style February: Saunio Cardigan

Ein Cardigan ist nicht gleich Cardigan. Denn auch wenn ich dachte, ich bräuchte eigentlich keinen weiteren Cardigan in meinem Kleiderschrank, so bin ich mir bei named mittlerweile sicher, dass sich das Kleidungsstück von meinen anderen abheben wird. Sie schaffen es mit eleganter Schnittführung, dass ein Cardigan nochmal viel edler und interessanter aussieht.

Saunio war für mich trotzdem wie ein kleines Blind Date. Das Produktbild und die vielen Beispielbilder auf anderen Blogs waren für mich nicht so ganz überzeugend.

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Mir schien die Überlappung vorn zu groß und zu mächtig und ich hatte die Befürchtung, dass der Cardigan zwar auf Fotos gut aussehen würde, aber nicht im normalen Alltagsleben.

Und wie so oft spielt auch hier die Stoffwahl eine große Rolle. Von Lara (1000Stoff) bekam ich einen wundervoll weichen Sweat-Strick-Stoff. Dieser ist wie für den Schnitt gemacht. Er hat genügend Stand, um die Besonderheiten des Schnitts hervorzuheben, aber auch eine gewisse "Weichheit", die man im Alltag braucht, damit es nicht zu couturig wirkt.


Sicherheitshalber habe ich den Schnitt um 3cm verlängert. Das war gut und auch nicht zu viel.



Besonders froh bin ich, dass das Jeansblau einfach zu allem passt. So kann ich den Cardigan perfekt in meinen Alltag integrieren und ständig bei mir haben.

Saunio Cardigan via named clothing

Leider sind von dem Stoff, den mir Lara zur Verfügung stellte, nur noch 1,5m vorhanden. Wenn Ihr mit dem Gedanken spielt, auch so einen Cardigan zu nähen, solltet Ihr schnell sein und Lara eine Mail schreiben.