Cardigan Kathi von Herzekleid

Eigentlich wollte ich Euch heute ganz stolz meine neue Winterjacke zeigen und mich noch auf den letzten Drücker bei dem Finale von Elkes Sew-Along verlinken. Aber erstens kommt es anders, als man zweitens denkt ..

Zeitlich war es eh schon eng, da ich ja auch noch einen Nachmittag mit Bildern einplanen musste. Am Montagabend hing ich dann an einem Denkfehler fest, bekam vom dauerhustenden Kind gerade mal 2h Tiefschlaf geschenkt und erinnerte mich dann am Dienstag im Laufe des Tages: Ruuuuuhig, Sindy. Es ist nur ein Sew-Along. Natürlich würdest Du Dich gern verlinken und auch noch rumsen, aber ganz ehrlich, hast Du am Abend wirklich noch die Kraft, Deine Jacke hochkonzentriert zu Ende zu bringen? Ganz klar, nein!

Und so freue ich mich, dass ich diesen Blogpost heute dem wunderbaren neuen Schnitt von Steffi widmen kann.


In Zusammenarbeit mit der neuen Stoffkollektion vom stoffbüro entstand der wunderschöne Schnitt KATHI.


Kathi ist ein Kinder-Cardigan mit Raglanärmeln. Und wie wir es bei Steffi gewohnt sind, gibt es noch allerlei Raffinessen dazu. Vorder- und Rückteil können z.B. geteilt und auch gekräuselt werden.


Für meinen kleinen Hüpfer hab ich genau das getan. Dabei ist ein ganz toller schlichter Cardigan mit dem gewissen Etwas entstanden. Der nächste wird etwas länger sein, aber auch so passt er noch richtig gut.

Dank Steffis detaillierter Anleitung konnte ich alles ganz sauber nähen und die Übergänge zur Knopfleiste perfekt abschließen. Ich muss das immer wieder erwähnen, da es zwar zu jedem Schnitt eine Anleitung und auch oft Bilder gibt, aber Steffi doch ein besonderes Händchen hat, das richtige Bild zu zeigen, auf dem genau das ersichtlich wird, was man braucht.

Was mir allerdings noch fehlt, ist eine Anleitung, wie ich ein 3jähriges willensstarkes Mädchen dazu bekomme, mit mir zusammen die Fotos zu machen, die ich mir ausgemalt habe. Wenn da mal ein ebook erscheint, ich kaufe es sofort!

Ich habe es einfach immer wieder probiert. Und an dem Tag, als es gefühlt 35°C warm war, hatte sie plötzlich Lust, sich fotografieren zu lassen. Ähm .. ja .. da fehlen mir die Worte. Vor allem, weil sie den Cardigan auch nach dem kleien Fotoshooting anließ. Naja, kleine 3jährige eben, oder?


Die Fotos sind übrigens an unserem kleinen lokalen Meer entstanden. 5min von zu Hause entfernt mit wunderbarem Erholungsfaktor.


Nun bin ich selbst gespannt, was es heute alles im Stoffbüro geben wird.

Über den Schnitt erzählt Steffi heute auf ihrem Blog Herzekleid und kaufen könnt ihr ihn in ihrem Fabelwald-Shop oder direkt im Stoffbüro.

Wild and Free Pants von Coffee and Threads

Lange habe ich überlegt, ob ich aus "Mein gewisses Etwas" ein reines Selfish-Sewing Blog machen möchte. Ich war auch kurz davor, als ich plötzlich über das Lillestoff-Festival in eine ganz wunderbare Nähgruppe, die nähconnection Botschafter, stolperte. Dort wurde ich so herzlich empfangen, dass mich gleich hochmotiviert in das erste Kinderprojekt stürzte.

Annika hat das Schnittmuster Wild and Free Pants von Coffee und Threads in Deutsche übersetzt und bietet es aber heute (Achtung! 20% Einführungsrabatt) in ihrem Shop an.

Wild and free passt so wundervoll zu meinem kleinen Mädchen, dass ich nicht lange zögerte und ihr eine Leggins mit Katzengesicht nähte.Mit ihren wilden drei Jahren hat sie gerade das richtige Alter für so eine feine Spielerei.

Wer mich kennt, weiß, dass das Katzengesicht als Hightlight ausreicht. Bunte Stoffe hätten mich dabei einfach überfordert. Zum Glück sind das meine Mädchen von mir gewohnt und finden, wie hier mit dem pinken Armreif, ihre eigene bunte Nische.

linked with DienstagsDinge, Handmade on Tuesday, Meertjes Stuff, Plotterliebe, Kiddikram

Ich mag den lässigen Stil der Leggins sehr gern. Mit den Hosentaschen ist sie für mich eine gelungene Mischung aus aus Jogginghose und normaler Leggins.


Das Schnittmuster hält eine ganze Reihe an Tiergesichtern parat, kann aber auch z.B. mit einem Stern aufgepeppt oder ganz schlicht genähte werden. Bei meinem kleinen Mädchen stehen Katzen gerade hoch im Kurs. Da passte ein Katzengesicht natürlich am besten.

Besonders toll fand ich die dazugehörige studio3-Datei. So konnte ich das Gesicht gleich plotten und musste nicht erst aufwendig applizieren. Die Ohren werden einfach in die Naht kurz über dem Knie eingenäht. Bei mir sind sie ein bisschen groß geraten, wurden aber ohne Murren so akzeptiert.


Eigentlich hatte ich so ein richtiges cooles Katzenoutfit im Kopf ..


.. musste aber schnell einsehen, dass das verlängerte Beachy Boatneck so gar nicht zur Leggins passen wollte.


Nunja, Pläne sind ja bekanntlich dazu da, umgeworden zu werden, oder?

Das kleine Mädchen hat nun erst einmal genug von der ganzen Fotografierei. Sobald ich sie aber mal wieder vor die Linse bekomme, zeige ich Euch noch das süße Katzenshirt. Das ist nämlich ganz toll gelungen, auch wenn es nicht zur Leggins passt.


Wild and Free Pants über nähconnection
Schwarzer Jersey von Nosh übers Stoffbüro

Katziges Beachy Boatneck über nähconnection
Katzen Jersey von Stenzo über Stoffhandel Arnstadt

Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Eveline von Frölein Tilia erzählt


Guten Morgen, Ihr Lieben!

Ein Grund, warum ich blogge, sind tatsächlich all die wundervollen Nähbloggerinnen da draußen, die in Echt noch viel viel toller sind, als im Netz. Nicht zuletzt seit dem Lillestoff-Festival letzte Woche, weiß ich, wie schön es ist, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht unterhalten kann.

Eveline war leider nicht mit in Langenhagen. Dabei bin ich so ein großer Fan ihres Blogs Frolein Tilia. Ich bin mir absolut sicher, dass wir uns stundenlang unterhalten könnten. Zeit für mich, einen Besuch in der Schweiz zu planen, oder?

Liebe Eveline, ich freue mich riesig, dass Du Dir die Zeit für meine kleine Sonntagsrunde genommen hast. Ich hab so gern Deine Antworten gelesen und ein bisschen mehr über Dich erfahren. Ganz besonders freue ich mich auf unser erstes Treffen, was hoffentlich ganz bald klappt. Ich bin immer noch tief berührt von Deinen lieben Worten. Hab vielen lieben Dank!


1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen? 

Ich bin Eveline und lebe mit meinem Mann und unseren zwei süssen Kindern in der Schweiz in einer kleinen Stadt in der Nähe von Zürich. In meinem Alltag jongliere ich mal sicherer, mal improvisierender die Bälle als Mami, Hausfrau, Teilzeitangestellte, Nähbloggerin und last but not least als Ehefrau.



Gefühlt würde ich sagen, ich arbeite rund um die Uhr. Objektiv habe ich vielleicht einzig zu viele Ideen im Kopf, die ich umsetzten möchte, bin neugierig auf Neues und sehe so viele tolle Menschen und Möglichkeiten an denen ich schwerlich einfach vorbei gehen kann. Da passt vielleicht dazu, dass ich beim selben Arbeitgeber zwei verschiedene Stellen innehabe: Als Soziokulturelle Animateurin für Senioren und Medienmitarbeiterin. Die Liebe zur Sprache, zu Geschichten und die Faszination an der Vielfältigkeit des Menschen begleiteten mich von klein auf. Diese Liebe und Faszination beeinflusste sicherlich auch meine Berufswahl zur Buchhändlerin und später zu einem Studium in praktischer Theologie. Bei meiner beruflichen Ausrichtung erstaunt es nicht weiter, dass Lesen zu einem meiner liebsten Hobbies gehört. Meine anderen Hobbies verliefen irgendwann im Laufe des Lebens als Familie im Sand. Dafür schätze ich Inseln im Alltag umso mehr: Ein Kinobesuch mit einer Freundin, ein Abendessen mit meinem Liebsten, ein Stoffmarktbesuch mit meiner Schwester.

2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht?

Nähen hat mir meine Hirnzellen gerettet! Vor vier Jahren stand ich da mit einem Neugeborenen und einem Kleinkind und fühlte mich, als wäre ich mitten in einem Überlebenstraining gelandet. Einem Überlebenstraining, das dich körperlich an deine Grenze bringt, mental jedoch kaum fordert. Ich suchte für mich nach einem Ausgleich der meine Gehirnzellen wieder zum Leben erwecken und sich gleichzeitig in meinem Alltag einbauen liess. Da in meiner Familie von der Grossmutter bis zur kleinen Schwester alle nähen, landete irgendwann die alte Bernina meiner Oma auf meinem Tisch. Zaghaft wagte ich mich an die ersten Nähte und hätte nie gedacht, dass es mir den Ärmel so reinziehen würde: Diese Mischung aus Neuem erlernen, Kreativität sprühen lassen und etwas Einzigartigem erschaffen ist genau mein Ding! Mit dem Nähen begann ich auch Blogs zu entdecken. Am liebsten hätte ich vor vier Jahren gleich mit einem eigenen Blog gestartet. Im Bewusstsein, dass meine freie Zeit mit kaum schlafenden Kleinkindern sehr begrenzt ist, hatte ich mir eine Frist auferlegt. Vor zwei Jahren machte ich dann die ersten tapsigen Schritte in die Bloggerwelt. In diesen zwei Jahren habe ich so viele faszinierende Menschen kennengelernt, die für mich das Bloggen zu einem Schatz werden liessen.

3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Bloggposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 



Ich wohne und arbeite in einer Kleinstadt. Da wir kein Auto haben, mache ich auch nicht mal so schnell einen Einkauf oder Ausflug an einen anderen Ort. Mein Universum des Alltags spielt daher auf kleinem Format. Damit ich nicht nach und nach von Kleinformat zu Kleinkariert mutiere, suche ich immer wieder nach Gedankenanstössen, die meinem Universum etwas Neues hinzufügen, es vielleicht gar etwas durchschütteln. Ein solches Mittel oder Tor zur Aussenwelt ist das Bloggen für mich. Ich komme mit Menschen in Kontakt, die ich nicht im Dorflädeli oder beim Metzger getroffen hätte. Mit meinem Blog habe ich mir kein konkretes Ziel gesetzt. Zur Zeit ist es ein schlichtes Nähtagebuch. Ich träume jedoch davon dieses Tagebuch in Zukunft noch farbiger, sprühender zu gestalten und es gleichzeitig in der Ausrichtung noch mehr zu fokussieren.

4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen?  Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt? 

Zeit zum Nähen und Bloggen beginnt bei mir um 21.00/21.30 Uhr wenn die Kinder schlafen. Ich bin zwar schon eher ein Nachtmensch und doch bin ich um diese Uhrzeit nicht mehr ganz so frisch im Kopf wie ich es mir wünschte. Dementsprechend ist der Nahtauftrenner mein treuster Freund und Näh-Begleiter. Ich schätze es, je nach Lust und Laune mich dem Nähen oder dem Bloggen zu widmen. Nähen und Bloggen erfordert so unterschiedliche Kompetenzen, dass ich sie nicht als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung empfinde. Ich habe also nicht das Gefühl, dass das Bloggen mir Näh-Zeit raubt; mir raubt das Bloggen und Nähen eher den Schlaf…

5. Was nähst Du alles selbst? Bist Du eher ein "Seflish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? 



Ich bin ein Selfish Sewer: Ich nähe für meine Kinder und für mich. Für andere zu nähen löst bei mir zu grossen Stress aus: Ich will, dass das Kleidungsstück so perfekt wie möglich wird und dann auch noch gefällt. Bei den Kindern und mir habe ich mittlerweile ein Gespür was uns steht und sie sagen mir auch klar, was ihnen gefällt. So werden die Kleidungsstücke in der Regel auch intensiv getragen. Inzwischen sind unsere Kleiderschränke von Unterhosen bis Übergangsjacken gefüllt mit selfmade-Kleidung. Einzig für meinen Mann habe ich noch nichts genäht. Irgendwie lockt es mich nur mässig 10 weisse oder schwarze Shirts zu nähen… Aber wer weiss, vielleicht liegt ja mal ein Männerhemd unter dem Weihnachtsbaum.

6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben?  

Wie wichtig mir das Nähen und Bloggen wirklich ist, habe ich vor kurzem an eigenen Leib erfahren. Wir hatten einen Wasserrohrbruch im Haus und der gesamte Keller wurde geflutet. Im Keller befindet sich unter anderem auch mein Nähzimmer… Ich habe Blut und Wasser geschwitzt, da ich befürchtete meine Nähmaschinen hätten das Unglück nicht überlebt. Gott sei Dank, kam es dann anders und die Maschinen schnurren wieder, einzig neue Stromkabeln und Pedalen musste ich ihnen verpassen.

Nähen und Bloggen ist für mich eine stille Leidenschaft. Still, da ich nicht damit herumposaune, dass ich nähe und vor allem blogge. Eine Leidenschaft ist es, da diese innere Flamme stetig lodert und mir bei welcher Tätigkeit auch immer neue Näh-Ideen im Kopf herumwirbeln.



7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht?

Näh-Bloggen macht keinen Sinn. Es hat niemand auf dich gewartet, du investierst Stunden an Arbeit, kriegst keinen Cent und im schlimmsten Fall nicht mal Kommentare zurück. Doch Näh-Bloggen stiftet Sinn: Du triffst auf andere die deine Leidenschaft verstehen und teilen, erhältst Rückmeldungen, lernst dich selber besser kennen, schärfst deinen Blick und erweiterst deinen Horizont. . Mit dem Blog hast du eine Plattform um deine Ideen weiterzugeben, was Begegnungen mit Menschen schafft, die dich wiederum inspirieren und dein Leben bereichern. Ein solcher Mensch bist du für mich Sindy! Ich lese deinen Blog unglaublich gerne: So viele Male hast du mich schon inspiriert, nicht zuletzt durch die "myspringessentials-Aktion". Zudem würde ich jedes deiner genähten Kleidungstücke sofort in meinen Kleiderschrank beamen. Du bist für mich eine grosse Bereicherung der Näh-Blogger-Szene und ich würde deine Blogg-Posts – würden sie ausbleiben – schmerzlich missen!

Timpe Tee von schneidernmeistern

Vor zwei Jahren ungefähr, tauchte plötzlich über all die sogenannte Else auf. Ein Baukastenkleid von schneidernmeistern. Alle waren begeistert, schrieben von DEM Schnitt und nähten eine Else nach der anderen. Ich sah „nur“ einen weiteren Kleiderschnitt. Was sollte daran schon besonders sein? Ich überlegte eine Weile und kaufte mir den Schnitt dann doch. Lemming eben. Das Schnittmuster war sehr detailliert und ich saß gefühlt ewig am Zusammenkleben der einzelnen A4-Blätter. Die Anleitung war seeeehr übersichtlich. Und ich fragte mich immer noch, warum sind nur alle so begeistert? Dann zog ich die Else das erste Mal an und wusste plötzlich, was der Grund ist: Dieser Schnitt hat eine unglaubliche Passform. Noch nie hatte ich einen solch durchdachten Schnitt genäht.


Natürlich war ich sofort nicht nur großer Fan der Else, sondern auch von schneidernmeistern. Ich verfolgte Monikas Blog, nähte eine ausgefallene Rockbüx, probierte den kostenlosen Rockschnitt, und landete schließlich in schneidernmeisterns Probenähteam.

Nach dem Probenähen des Justanothertees, lud Monika vor ein paar Wochen einen neuen Schnitt hoch: das Timpe-Tee. Ein bretonisches Shirt, entwickelt auf Wunsch des Stoffbüros. Weiter Fall. 3/4 lange Ärmel. Die ersten Bilder sahen vielversprechend aus.


Da weite Shirts Mittlerweile meine täglichen Begleiter sind, stand für mich sofort fest, das muss ich nähen. Natürlich mit einem Streifenstoff.


Ich wählte einen etwas schwerer fallenden Jersey, obwohl ich mir nicht ganz sicher war, ob der Stoff zum Schnitt passen würde. Jetzt weiß ich, die Wahl war genau richtig! Der Schnitt braucht aus meiner Sicht genau so einen Stoff.

linked with RUMS

Mittlerweile bin ich dem Schnitt regelrecht verfallen. Eine zweite Variante ist fertig und eine dritte bereits zugeschnitten.

Soll ich jetzt nochmal extra erwähnen, dass die Passform auch beim TimpeTee ebenso grandios wie bei der Else ist? Nee, oder? Ihr wisst bestimmt auch so, dass Ihr Euch den Schnitt, auch trotz (wieder) seeeehr kurzer Anleitung, unbedingt holen solltet!

Ab Donnerstag, 29.9.2016 habt Ihr die Chance.

#jackensewalong by EllePuls: Teil III



Elke fragt im dritten Teil des Jacken-Sew-Alongs nach dem aktuellen Stand. Tja .. es ist schon Mittwoch, vier Tage vor dem Finale. Und was mache ich? Ich schaue gerade nach der generellen Passform.

Ich habe die Außenjacke zusammengesteppt, anprobiert, für ok befunden und dann das Futter mit Thinsulate zusammengenäht. Ich wollte unbedingt vor der ganzen Arbeit sehen, ob die Jacke mit Außenjacke und Futter dann auch wirklich passt.

Wollt Ihr mal luschern?

Von vorn: Super!


Von der Seite: Super!


Von hinten: Super!


Und mit kleinem Ausblick, wie es dann Innen aussehen wird.


Ich fasse mich heute kurz: Der Passform-Check war erfolgreich! Die 3cm im Oberteil und die 5cm im Unterteil an Extralänge haben sich wirklich bezahlt gemacht. So wie die Proportionen jetzt aussehen, gefällt mir der Mantel richtig gut.

Nun geht es an die Details! Wenn der Mantel dann fertig ist, verspreche ich eine ausführliche Erläuterung aller Änderungen, wo ich verlängert habe und warum und wie ich vorgegangen bin. Aber bis dahin heißt es erst einmal nähen, nähen, nähen und hoffentlich nicht oft auftrennen ...

Sonntagsrunde zum Sinn des Nähbloggens - Jenny von buxsen erzählt


Jenny von buxsen durfte ich im März diesen Jahres beim Nähcamp kennenlernen. Es war eine dieser herzlichen Begegnungen, die das Nähbloggen zu etwas ganz Besonderem machen. Plötzlich saß sie mit bei mir am Tisch und plapperte einfach so drauf los. Innerhalb von Sekunden hatte ich das Gefühl, ich würde Jenny schon ewig kennen.

Gestern habe ich sie beim Lillestoff-Festival wieder getroffen. Leider nur kurz, aber wieder ebenso herzlich.

Liebe Jenny, ich freue mich, dass Du bei meiner Sonntagrunde dabei bist und so ehrlich geantwortet hast. Ich verstehe Deine Gründe, nicht mehr zu bloggen, nur zu gut. Und trotzdem hoffe ich insgeheim, dass Du doch irgendwann wieder anfängst. Ich mochte den Zeitschriften-Sew-Along sehr gern, auch wenn ich es zeitlich oft nicht geschafft habe. Meine Liebe, ich schicke Dir die liebsten Grüße und freue mich schon sehr auf unsere nächstes Treffen!

1. Erzähl ein bisschen von Dir. Wer bist Du? Wie lebst Du? Was machst Du beruflich und wie viele Stunden arbeitest Du in der Woche? Welche anderen Hobbys hast Du neben Bloggen und Nähen?

Hallo zusammen! Ich heiße Jenny (nur Menschen, die ein Hühnchen mit mir zu rupfen haben nennen mich Jennifer), bin 42 Jahre alt und lebe in der Nähe des westfälischen Städtchens Soest. Geboren und aufgewachsen bin ich in und um Hamburg.


Jedem der jetzt sagt „Wie kann man nur aus Hamburg weggehen???“, kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen. Aber wie das Leben so spielt- die Liebe ist wichtiger! Deshalb dann jetzt eben seit 10 Jahren Soest. Und hier bleibe ich erst mal auch, denn mittlerweile ist dies mit ganzem Herzen mein zu Hause! Ich lebe mit meiner Familie (Mann, 3 Söhne, 2 Katzen, 2 Meerschweinchen) auf einem ehemaligen Bauernhof. Beruflich habe ich nach dem ersten Kind 8 Jahre Pause gemacht, arbeite aber mittlerweile seit einem Jahr wieder 20 Stunden/Woche als Medizinisch-technische- Assistentin im Bereich Mikrobiologie. Nähen ist nach wie vor mein liebstes Hobby, aber auch stricken und häkeln kann ich mittlerweile ganz gut. Papierbasteleien sind nicht mein Ding, malen und zeichnen schon mal überhaupt nicht. Das Bloggen würde ich mittlerweile nicht mehr als Hobby bezeichnen. Dazu tue ich es einfach zu selten in den letzten anderthalb Jahren.

2. Wie bist Du zum Nähen und zum Bloggen gekommen? Was ist es, das das Nähen / das Bloggen zu etwas besonderem für Dich macht? 


Ich habe schon vor ca.18 Jahren mal angefangen zu nähen und mir das Meiste dann selbst beigebracht. Als ich dann- wie bei so vielen Nähnerds- mit dem ersten Kind zu Hause war, habe ich dieses Hobby für mich wieder entdeckt. Das ist jetzt etwa neun Jahre her. Damals gab es noch lang nicht so viele Blogger zum Thema wie es heute der Fall ist, gar nicht zu sprechen von der Riesenvielfalt an Stoffen, Schnitten und allem Zubehör. Irgendwann war dann der Wunsch da, diese genähten Schätze, auf die man ja schon stolz war/ist, auch zu zeigen und vielleicht ein positives Feedback zu bekommen. Daraus entstand dann mein Blog BuxSen.blogspot.de

3. Was bedeutet das Bloggen für Dich? Warum nimmst Du Dir Zeit Blogposts zu verfassen? Möchtest Du etwas mit Deinem Blog erreichen oder ist es eher ein "einfaches" Nähtagebuch ohne Ziel? 

Die nächsten Zeilen sind bitte völlig ohne Kritik zu verstehen!!! Das Bloggen ist für mich nichts Besonderes mehr, denn gefühlt macht es jeder der eine Nähmaschine hat. Mittlerweile bin ich viel lieber bei Instagram unterwegs- es geht schnell und man hat die Möglichkeit, unmittelbare Konversationen zu führen. Für mich ein Riesen Vorteil! Es gibt ein Schlüsselerlebnis für mich. Bei einem Sew-Along hatte ich mich selbst so unter Druck gesetzt, dass ich im Alltag völlig gestresst war. Alles wollte ich gleichzeitig bewältigen- Familien-Alltag, Haushalt, Nähen und Bloggen. Irgendwann bin ich „offiziell“ aus dem Sew Along ausgestiegen und sofort war der meiste Druck weg. Das hat mir gezeigt, dass ich mich nur selber stresse und darauf habe ich keine Lust mehr. Wenn ich bloggen möchte, dann tue ich das, aber wenn ich einen Termin in Sachen Blogpost nicht einhalten kann oder möchte, dann lasse ich es. Jeder der mich etwas kennt weiß, dass ich die Meisterin des letzten Drückers bin. Das ist so, das war so und wird vermutlich auch so bleiben. Außerdem habe ich gar nicht mehr die Zeit, mich durch alle Blogposts zu lesen, die mich interessieren würden. Und bevor ich dann halbherzig lese und Kommentare schreibe, die vielleicht gar nicht zum Text passen, eben weil ich halbherzig gelesen habe, lasse ich es liebe ganz. Ansonsten ist mein Blog für mich ein Nähtagebuch, das eben öffentlich ist. Und mal ehrlich- wer freut sich nicht über ein Feedback!?

4. Wann findest Du Zeit zum Nähen und wann zum Bloggen?  Hast Du manchmal das Gefühl, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit? Oder fügt sich das für Dich perfekt? 


Als ich zu Hause war und den ganzen Vormittag für mich hatte, konnte ich mir die Zeit zum Nähen und Bloggen gut über die Woche verteilen. „Termine“ wie der MeMadeMittwoch, Creadienstag oder RUMS waren fest eingeplant, und ebenso das Schreiben der Blogposts für diese virtuellen Treffen. Momentan habe ich gefühlt wenig Zeit zum Nähen, meist findet es geballt zu einem Nähtreffen statt. Manchmal passiert in den 4 Wochen zwischen unseren Nähtreffen gar nichts im Nähzimmer. Und ich bin ein Mensch, der viele Regenerationspausen braucht, der Alltag läuft meist auf Hochtouren. Insofern JA, das Bloggen stiehlt dem Nähen die Zeit. Und deshalb: s. unter 3)

5. Was nähst Du alle selbst? Bist Du eher ein "Seflish Sewer" oder nähst Du doch mehr für andere als für Dich? 

Ich bin bekennender Selfish-Sewer. Am liebsten nähe ich Kleidung für mich selber oder Taschen.


6. Welchen Stellenwert hat das Nähen / das Bloggen in Deinem Leben? 

Das Nähen ist momentan für mich nicht wegzudenken. Auf das Bloggen kann ich super verzichten. Nicht jedoch auf den Austausch mit den tollen Näh- und Bloggermädels auf Instagram. Einige von euch habe ich ja mittlerweile im echten Leben kennen- und lieben gelernt! Das ist schon toll, wie ähnlich viele von uns ticken. Und auch wenn man ganz unterschiedliche Persönlichkeiten hat- das Nähen verbindet tatsächlich!

7. Was würdest Du jemandem mitgeben, der gerade, so wie ich, darüber nachdenkt, ob das (Näh-) Bloggen Sinn macht? 

Liebe Sindy, wenn du daran zweifelst, lass es sein. Es gibt Millionen Dinge auf der Welt, die Wichtiger sind. Ich denke, bei dir ist es ähnlich wie bei mir- das Nähen ist dein Hobby und nicht unbedingt das Bloggen. ABER: Meinen Blog einfach zu löschen bringe ich (noch) nicht übers Herz! Ganz liebe Grüße, die Buxi